Die 100 beliebtesten japanischen Gerichte in Japan

Die 100 beliebtesten japanischen Gerichte in Japan

16 Klassiker im Detail und eine lange Namensliste: was in Japan auf den Tisch kommt, jenseits der Sushi-Theke.

Viele stellen sich die japanische Küche als auf Sushi beschränkt vor. In Japan selbst ist der Alltag oft unspektakulärer – und spannender: Curryreis am Bahnhof, Gyudon für ein paar hundert Yen, ein Onigiri aus dem Konbini.

Roher Fisch ist der Exportstar. Der erste Spieß an der Izakaya erzählt eine andere Geschichte: Yakitori, nicht Nigiri, kommt nach der Arbeit auf den Tisch.

Inhalt 18

1 – Yakitori – Japanischer Hühnerspieß

Yakitori [焼き鳥] ist der berühmte gegrillte Hühnerspieß, eine sehr beliebte Speise in Izakaya, auf Festivals und an Straßenständen. Eine der alltäglichsten Speisen Japans, die in verschiedenen Spießen variiert – nicht nur Huhn, sondern auch Rind und Schwein, wenn der Stand Kushiyaki macht.

Diese Spieße können auch Kushiyaki [串焼き] heißen, also gegrillter Spieß im weiteren Sinn. Dazu kommen Saucen, Paprika, Käse, Pilze, Tofu und anderes Gemüse. Yakitori selbst meint traditionell Huhn, mit Salz (shio) oder süß-salziger Tare-Sauce.

Yakitori-Spieße mit gegrilltem Hähnchen

2 – Yakiniku – Der japanische Grill

Im Gegensatz zum westlichen Grill werden die Fleischstücke in Japan hauchdünn geschnitten und in wenigen Minuten medium gegrillt, dann in eine Sauce getaucht. Man sitzt am Tischgrill und brät selbst – oft als All-you-can-eat.

Die Zuschnitte sind häufig andere als im Westen, und manche Stücke sind überraschend saftig. Spezialisierte Yakiniku-Restaurants gehören zu den vollsten Abendhäusern in Japan.

Yakiniku: dünne Fleischscheiben auf dem Tischgrill

3 – Ramen – Die japanische Nudelsuppe mit chinesischen Wurzeln

Obwohl er aus China stammt, ist Ramen eine der beliebtesten Speisen des Landes. Es gibt unzählige Schüsseln, jede mit eigener Brühe und eigenen Zutaten. Spezialisierte Läden verkaufen oft nur eine regionale Art.

Klassiker sind Shoyu, Miso, Shio und Tonkotsu, meist mit Schweinefleisch, Ei und Gemüse. Das hat mit Fertignudeln aus dem Supermarkt wenig zu tun: Die Brühe ist das eigentliche Gericht.

Schüssel Tonkotsu-Ramen mit Schweinefleisch und Ei

4 – Gyudon – Reis mit Rindfleisch und Zwiebeln

Gyudon ist eines der günstigsten und meistgegessenen Gerichte Japans: Reis, bedeckt mit geschmortem Rind und Zwiebeln. Es klingt simpel, aber die süß-salzige Sauce macht den Unterschied.

Ein Schüsselgericht, das oft um die 500 Yen kostet und in Ketten wie Yoshinoya und Sukiya überall auftaucht. Wer Hunger hat und kein Ritual sucht, landet hier.

Gyudon: Reis mit geschmortem Rindfleisch und Zwiebeln

5 – Soba – Buchweizennudeln

Eines meiner Lieblingsgerichte, günstig und klar im Geschmack. Die Nudeln bestehen aus Buchweizen, es gibt heiße und kalte Varianten, oft mit Frühlingszwiebeln, Tofu, Tempura-Teigflocken, Ei.

Soba-Läden gibt es überall. Stehend an der Bahn kann eine Schüssel nur wenige hundert Yen kosten; mit Belag und in einem richtigen Restaurant steigt der Preis schnell.

Soba-Buchweizennudeln in der Schale

6 – Udon – Dicke Weizennudeln

Udon ist der dicke, weiße Verwandte von Soba und in Tausenden von Läden zu einem erschwinglichen Preis zu finden. Der Unterschied sitzt im Mehl: Weizen statt Buchweizen, weicher Biss, mildere Nudel.

Die Beläge folgen oft denselben Namen. Wer ein Tanukisoba findet, findet meist auch ein Tanukiudon – dieselbe Idee, andere Nudel.

Dicke Udon-Nudeln in klarer Brühe

7 – Nikuman – Gedämpfte Teigtasche mit Fleisch

Nikuman ist das herzhafte gedämpfte Brötchen aus dem Konbini: weicher Teig, Fleischfüllung, Dampf. Daneben stehen Pizzaman, Anman mit süßen Azuki-Bohnen und andere Sorten.

Die Form kennt man aus der chinesischen Küche (Baozi). Der japanische Name nikuman [肉まん] meint wörtlich das Fleisch-Manju. Im Winter stehen die Dämpfer an der Theke und duften durch den ganzen Laden.

Gedämpfte Nikuman-Teigtaschen im Konbini

8 – Okonomiyaki – Der japanische Pfannkuchen

Okonomiyaki ist ein deftiger Pfannkuchen mit Speck, Kohl, Ei, Käse, Zwiebeln, Tintenfisch, Garnelen, Mayonnaise – und in Hiroshima oft mit Yakisoba dazwischen. Osaka mischt den Teig; Hiroshima schichtet.

Das Wort okonomiyaki heißt wörtlich „gebraten, wie Sie mögen“. Yaki [焼き] meint gegrillt oder gebraten, okonomi [お好み] das, was Sie wollen. Deshalb landet im Teig, was der Laden und die Region hergeben.

Okonomiyaki auf der heißen Eisenplatte

9 – Tempura – Frittiertes Gemüse und Meeresfrüchte

Gemüse und Meeresfrüchte in einem hauchdünnen Teig aus Mehl, Ei und Eiswasser, kurz in heißem Öl. Serviert mit Reis, Soba oder Udon, oft mit einer leichten Dippsauce.

Das Geheimnis ist der Teig: kalt, dünn, ohne Süße. Zwei, drei Minuten Öl reichen. Tempura gibt es in Nudelläden, als Vorspeise und an Ständen – nicht als fette Panade, sondern als knusprige Hülle um den Eigengeschmack.

Tempura aus Garnelen und Gemüse

10 – Takoyaki – Oktopuskugeln aus Osaka

Takoyaki ist Streetfood aus Kansai. Der Teig ähnelt dem von Okonomiyaki, die Füllung ist gehackter Oktopus (tako), die Form eine kleine Kugel aus der speziellen Eisenplatte.

Darüber kommen oft Tempura-Flocken, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Nori, Katsuobushi und eine dunkle Sauce. Kein Tintenfisch-Kuchen im westlichen Sinn – eher heiße, weiche Kugeln, an denen man sich die Zunge verbrennt und trotzdem die nächste nimmt.

Takoyaki-Kugeln mit Sauce und Bonitoflocken

11 – Sukiyaki – Japanischer Eintopf

Sukiyaki ist ein Nabemono mit dünnem Fleisch, Gemüse, Lauch, Tofu, Pilzen, manchmal Udon oder Shirataki, gekocht in einem flachen Gusseisentopf. Die Brühe ist süß-salzig, oft mit Sojasauce und Zucker.

Man greift aus dem gemeinsamen Topf in die eigene Schale. Traditionell wird das heiße Stück noch in geschlagenes rohes Ei getaucht. Shabu-Shabu ist der leichtere Verwandte: hier zieht man das Fleisch nur kurz durch milde Brühe.

Sukiyaki im flachen Topf mit Fleisch und Gemüse

12 – Onigiri – Gefüllte Reisbällchen

Onigiri sind Reisbällchen, oft dreieckig, in Nori gewickelt und mit Thunfisch-Mayo, Lachs, Umeboshi oder Huhn gefüllt. Manche werden statt mit Füllung mit Furikake gemischt, einer Würzmischung aus klein gehackten Zutaten.

Als Wegzehrung gibt es geformten Reis seit Jahrhunderten; heute stehen die Packungen in jeder Konbini-Theke. Einfach zuzubereiten, leicht zu tragen, und trotzdem eine richtige Mahlzeit.

Dreieckige Onigiri in Nori gewickelt

13 – Mochi – Süßer, klebriger Reiskuchen

Mochi entsteht, wenn klebriger Reis (Mochigome) so lange gestampft wird, bis eine zähe Masse bleibt. Daraus werden Desserts, Neujahrskuchen und Füllungen für andere Süßigkeiten.

Der Kuchen kann gefärbt, geformt und gefüllt sein; klassisch ist die süße Azuki-Paste. Er ist weich, klebt an den Zähnen und taucht in unzähligen Wagashi wieder auf.

Mochi, klebrige Reiskuchen mit süßer Füllung

14 – Miso-Suppe – Die tägliche Schale

Die Miso-Suppe, auf Japanisch Misoshiru [味噌汁], steht zum Frühstück, Mittag und Abend auf dem Tisch. Keine „Misosoße“, sondern eine Brühe aus Dashi und gelöster Miso-Paste.

Dazu kommen oft Frühlingszwiebeln, Tofu und Wakame. Es ist eines der stillsten Gerichte Japans: klein, heiß, und fast zu jeder traditionellen Mahlzeit dabei.

Schale Miso-Suppe mit Tofu und Frühlingszwiebeln

15 – Oden – Gekochtes in Dashi

Oden ist Winteressen, das trotzdem das ganze Jahr in Konbini, an Ständen und in kleinen Läden dampft. Die Art Küche, die ältere Herren am Tresen mit einem Glas in der Hand essen.

Daikon, Tofu, Ei, Konnyaku und Fischkuchen köcheln in einer hellen Brühe aus Dashi und Sojasauce, bis alles weich ist. Die Zutaten bleiben oft stundenlang warm in derselben Flüssigkeit.

Oden-Zutaten in Dashi-Brühe

16 – Karaage – Japanisch frittieren

Karaage sind Stücke – meist Hähnchen –, die in Öl knusprig werden und innen saftig bleiben. Die Panade ist leicht: oft Kartoffelstärke, Weizenmehl, Ei und Würze, kein dickes Schnitzelmehl.

Im Konbini liegt Karaage neben den Onigiri. Es erinnert an Nuggets, ist aber Fleisch vom Stück. Es war einer meiner Lieblingssnacks in den Convenience Stores.

Karaage, knusprig frittiertes Hähnchen

Weitere beliebte japanische Speisen – herzhaft

Die 16 Gerichte oben sind Alltag, den man sieht und riecht. Die Namen darunter sind kein gemessenes Ranking, sondern ein Panorama: Speisekarten, Konbini, Festivals, Hausmannskost. Sushi und Curryreis fehlen in der Detailrunde nicht, weil sie unwichtig wären – im Gegenteil. Sie sind so selbstverständlich, dass sie in jeder namhaften Liste stehen; hier bekommen sie den Platz in der Übersicht.

  1. Hiyashi Chuka – kalter Ramen, Sommergericht
  2. Kare Raisu – japanisches Curry mit Reis, eines der häufigsten Abendessen zu Hause
  3. Yakiimo – Süßkartoffel aus der Glut, oft im Winterwagen
  4. Sushi – Essigreis mit Fisch, Ei oder Gemüse; berühmt im Ausland, in Japan auch im Supermarkt
  5. Senbei – Reiscracker, meist herzhaft
  6. Natto – fermentierte Sojabohnen, klebrig und polarisierend
  7. Kushiage – frittierte Spieße, verwandt mit Kushikatsu
  8. Korokke – Kroketten, oft aus Kartoffelpüree
  9. Tonkatsu – paniertes Schweineschnitzel mit Kohl
  10. Donburi – Reisschale mit Belag (Gyudon, Katsudon, Oyakodon)
  11. Oyakodon – Hähnchen und Ei auf Reis
  12. Gyoza – gebratene Teigtaschen, oft neben Ramen
  13. Omuraisu – gebratener Reis im Omelett
  14. Omusoba – Omelett mit Yakisoba
  15. Teriyaki – glasiert mit süß-salziger Sauce
  16. Unagi – gegrillter Aal auf Reis
  17. Shabu-Shabu – dünnes Fleisch, kurz durch heiße Brühe gezogen
  18. Fugu – Kugelfisch, nur von lizenzierten Köchen
  19. Ikizukuri – Sashimi, bei dem der Fisch noch bewegt präsentiert wird
  20. Tataki – außen kurz gegrillt, innen roh
  21. Basashi – Pferdesashimi
  22. Rebasashi – rohe Leber, in manchen Läden noch angeboten
  23. Edamame – gekochte junge Sojabohnen
  24. Kaiseki – mehrgängige, saisonale Küche
  25. Yuba – Tofu-Haut, besonders in Kyoto
  26. Himono – getrockneter, dann gegrillter Fisch
  27. Chankonabe – kräftiger Eintopf, bekannt aus dem Sumo
  28. Nikujaga – geschmortes Fleisch mit Kartoffeln
  29. Nigiri – Sushi mit Belag auf handgeformtem Reis
  30. Sekihan – Klebreis mit Azuki-Bohnen
  31. Wakame – Seetang, oft in der Miso-Suppe
  32. Shiokara – eingesalzene Meeresfrüchte-Eingeweide
  33. Goya Chanpuru – Pfannengericht aus Okinawa mit Bittermelone
  34. Zoni – Mochi-Suppe zu Neujahr
  35. Somen – sehr dünne, meist kalte Weizennudeln
  36. Kinpira – pfannengerührte Wurzeln, etwa Gobo, Renkon, Möhre
  37. Temaki – Handrolle in Nori
  38. Tsukemono – eingelegtes Gemüse
  39. Tonjiru – kräftige Miso-Suppe mit Schweinefleisch
  40. Ebi furai – panierte Garnelen
  41. Yaki Onigiri – gegrilltes Reisbällchen
  42. Shogayaki – Schweinefleisch mit Ingwer
  43. Umeboshi – eingelegte Salzpflaume
  44. Tamago kake Gohan – heißer Reis mit rohem Ei
  45. Chikuwa – röhrenförmiger Fischkuchen
  46. Yakisoba – gebratene Weizennudeln mit Gemüse und Fleisch
  47. Kiritanpo – gestampfter Reis auf Spießen, Spezialität aus Akita
  48. Shioyaki – salzgegrillter Fisch
  49. Tazukuri – kleine Sardinen in Zucker und Sojasauce
  50. Sunomono – Essigsalat
  51. Kamaboko – gedämpfter Fischkuchen
  52. Motsunabe – Eintopf mit Innereien
  53. Tofu – Sojaquark in unzähligen Formen
  54. Harumaki – Frühlingsrolle
  55. Wagyu – japanisches Rind, von Alltagsschnitten bis zur Luxuslende
  56. Shoga – Ingwer, oft eingelegt als Gari zum Sushi
  57. Mentaiko – würziger Pollack-Rogen, auch zu Nudeln
  58. Kayu – Reisbrei
  59. Teppanyaki – Fleisch, Meeresfrüchte und Gemüse von der Eisenplatte
  60. Hayashi Raisu – Reis mit geschmortem Rind in Demiglace-Sauce
  61. Monjayaki – flüssigerer Pfannkuchen aus der Kanto-Region
  62. Chawanmushi – herzhafte gedämpfte Eiercreme
Auswahl japanischer Gerichte auf dem Tisch

Weitere beliebte japanische Speisen – süß

Zum Schluss die süße Seite: Wagashi zum Tee, Konbini-Brot, Eis im Sommer. Taiyaki wandert hierher, weil der Fisch aus Teig süß gefüllt ist, auch wenn er an Ständen neben Herzhaftem liegt.

  1. Dango – Kloßspieße aus Reismehl
  2. Manju – gedämpftes Gebäck, oft mit Anko
  3. Melonpan – süßes Brötchen mit kekartiger Kruste
  4. Anpan – Brötchen mit süßer Bohnenpaste
  5. Kakigori – grob geschabtes Eis mit Sirup
  6. Kenpi – knusprige, kandierte Süßkartoffelstreifen
  7. Daifuku – Mochi mit süßer Füllung
  8. Dorayaki – zwei Pfannkuchen mit Anko
  9. Crêpes – in Japan vor allem als Streetfood in Harajuku bekannt
  10. Higashi – trockene, geformte Teesüßigkeit
  11. Shiruko – warme süße Bohnensuppe, oft mit Mochi
  12. Yokan – feste Süßigkeit aus Anko und Agar
  13. Amanatto – gezuckerte Bohnen
  14. Kasutera – lockerer Kastenkuchen, Nagasaki
  15. Kohi Zeri – Kaffeegelee
  16. Anmitsu – Schale mit Agar, Frucht und Anko
  17. Monburan – japanischer Mont Blanc aus Kastanienpüree
  18. Omogashi – feuchte Wagashi zur Teezeremonie
  19. Pocky – keksartige Stangen mit Überzug, moderner Snack
  20. Purin – japanischer Karamellpudding
  21. Kompeito – bunte Zuckerperlen
  22. Taiyaki – fischförmiger Teig, meist mit Anko

Die Liste ist lang, weil der Alltag lang ist: nicht nur die Theke mit Nigiri, sondern der Spieß, die Schale Gyudon und das Mochi zum Tee. Welches dieser Gerichte kannten Sie noch nicht?

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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