Kennen Sie den japanischen Crêpe? Der Kureepu [クレープ] ist in Japan vor allem bei jungen Leuten ein echter Street-Food-Hit – dünner Teig, üppige Füllung, zum Mitnehmen im Kegel. In diesem Artikel schauen wir uns Herkunft, Stil und ein Rezept an.
In Deutschland und Frankreich kennt man den Crêpe oft flach auf dem Teller, süß oder herzhaft. In Japan wird er meist zur Hand gehalten: gerollt wie ein Temaki, bunt befüllt und oft schon von der Schaufenster-Attrappe aus unmöglich zu übersehen.
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Die Herkunft des Crêpe in Japan
Der Crêpe stammt aus Frankreich, aus der Bretagne. Das Grundrezept ist schlicht: Weizenmehl, Milch und Eier, ausgezogen zu einer dünnen Scheibe in einer nur leicht gefetteten Pfanne – mit Spatel und Kelle.

Die erste süße Crêpe-Imbiss-Welle in Tokio wird oft mit Marion Crepes verbunden: 1976 als Foodtruck gestartet, ab 1977 mit Laden auf der Takeshita-dōri in Harajuku. Am Anfang war der Snack noch wenig bekannt – bald wurde der „Harajuku-Crêpe“ im ganzen Land und international zum Symbol für Jugendkultur und Street Food.
Heute findet man Crêpes praktisch überall: an Bahnhöfen, Sehenswürdigkeiten, Festivals und Touristenhotspots, wo Schüler und Besucher vorbeikommen. Die bekannteste Kette bleibt Marion Crepes, aber die Konkurrenz auf der Takeshita-Straße ist groß.
Wer Harajuku näher kennenlernen will: Harajuku in Tokio – Mode und Takeshita Street.
Wie sind die japanischen Crêpes?
Japanische Crêpes ähneln den französischen im Teig – dünn und weich. Der große Unterschied liegt in Füllung, Präsentation und Verkauf: Tausende Kombinationen mit Schokolade, Früchten, Cremes und Eis. Herzhaft gibt es unter anderem Teriyaki-Hähnchen, Mayonnaise, Ei, Käse, Curry, Schinken und Thunfisch.

Zu den beliebten süßen Sorten gehören Schokolade und Banane, Apfel und Zimt, Erdbeere mit Schokolade, Schlagsahne, Heidelbeermarmelade und Frischkäse – oft mit Eiscreme. Wie bei vielen japanischen Snacks zählt auch das Aussehen: der Crêpe wird kegelförmig gerollt, ähnlich einem Temaki, und in Papier gewickelt, damit man ihn unterwegs essen kann.

Kleine Läden füllen die Vitrine oft mit realistisch aussehenden Proben – die Modelle sind künstlich, der Snack dahinter frisch. Viele Cafés führen Crêpes ebenfalls auf der Karte. Neben den süßen Klassikern lohnt es sich, einmal die herzhafte Seite zu testen: Curry-Thunfisch oder Käse-Mayo klingen ungewöhnlich, sind in Japan aber ganz normal.
Mehr über die berühmten Lebensmittel-Attrappen: Lebensmittelproben in Japan (Tabemono no Sanpuru).
Was ist der Unterschied zwischen Crêpe und Pfannkuchen?
Neben dem klassischen Crêpe gibt es in Japan Gerichte, die an Pfannkuchen erinnern – vor allem Okonomiyaki. Was ist der Unterschied?
Okonomiyaki ist herzhaft, mit Fleisch, Meeresfrüchten und Gemüse gefüllt und hat eine eigene Geschichte in der japanischen Küche. Der Teig ist dicker und wird oft am Tisch gebraten.
Mehr dazu: Okonomiyaki – Rezept, Geschichte und Stile.

Pfannkuchen und Crêpe nutzen ähnliche Grundzutaten. Der Crêpe-Teig ist flüssiger und dünner; oft lässt man ihn ruhen (klassisch länger im Kühlschrank, im Hausgebrauch reichen oft 15–30 Minuten bei Zimmertemperatur). Der „Pancake“ im amerikanischen Stil enthält Backpulver und wird dick und fluffig – das ist weder französischer Crêpe noch japanischer Kureepu.
Rezept für japanischen Crêpe im Kegel
- 500 ml Milch
- 3 Eier
- 250 g Mehl (ohne Backpulver)
- 40 g Zucker
- 1 EL Vanilleextrakt (optional)
- 1 EL Butter oder Margarine
- eine Prise Salz (besonders bei herzhaften Füllungen)
Zubereitung:
- Mehl, Zucker und eine Prise Salz in eine Schüssel sieben.
- Eier mit der Hälfte der Milch verquirlen und unter den trockenen Zutaten verrühren.
- Restliche Milch und die Butter zugeben und glatt rühren.
- 15 bis 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
- Etwas Teig in eine vorgeheizte, antihaftbeschichtete Pfanne gießen und dünn verteilen – wie bei Pfannkuchen, nur noch dünner.
- Vorsichtig wenden; nur etwa ein Viertel der Fläche befüllen und zum Kegel falten.
Füllungen nach Geschmack: Schlagsahne und Erdbeeren, Schokolade und Banane, oder herzhaft mit Käse und Schinken. Wichtig ist, den Teig dünn zu halten und nicht zu überfüllen, sonst reißt der Kegel.
Okonomiyaki und Monjayaki
Obwohl es sich nicht um den französischen Crêpe handelt, werden Okonomiyaki und Monjayaki im Ausland manchmal als „japanische Pfannkuchen“ oder sogar „Crêpes“ beschrieben – weil beide auf der Platte gebraten werden.
Okonomiyaki ist herzhaft, mit Fleisch, Meeresfrüchten und Gemüse. Typische Toppings: Mayonnaise, Katsuobushi, Nori, eingelegter Ingwer und eine Sauce im Stil der Tonkatsu-Sauce.
Mehr zu verwandten Themen: Tonkatsu – paniertes Schweinekotelett und Nori – die Alge im Sushi.
Monjayaki ist vor allem in Tokio beliebt. Der Teig ist flüssiger; das Ergebnis wird knusprig am Rand und cremig in der Mitte, oft für mehrere Personen auf einer großen Platte. Das ist ein anderes Erlebnis als der handliche Crêpe-Kegel aus Harajuku – lohnt sich aber, wenn man die „Pfannkuchen-Familie“ Japans komplett kennenlernen will.

Ob als bunter Harajuku-Snack oder als dünner Haus-Crêpe: Kureepu bleibt einer der zugänglichsten Einstiege in die japanische Street-Food-Kultur – und einer der fotogensten.
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