18 Wagashi – Japanische Desserts

Von Namagashi bis Yatsuhashi: 18 japanische Süßigkeiten, die Tradition schmeckbar machen

Wagashi sind traditionelle japanische Süßigkeiten, die oft zum Tee gereicht werden. Sie werden aus unterschiedlichsten Zutaten hergestellt – Reismehl, Bohnenpaste und Zucker gehören zum festen Repertoire.

Formen und Muster der Wagashi sind häufig von der Natur inspiriert: Blumen, Vögel, Tiere. In diesem Artikel schauen wir uns 18 dieser Desserts an.

Die Geschichte des Wagashi

Wagashi haben eine lange Geschichte in Japan. Die erste dokumentierte Erwähnung stammt aus der Heian-Zeit (794–1185). Während der Edo-Zeit (1603–1868) verbreitete sich die Herstellung weiter, und verschiedene Regionen Japans entwickelten ihre eigenen Wagashi-Stile.

Heute werden Wagashi von Menschen jeden Alters geschätzt und oft als kleines Geschenk überreicht. Die Bandbreite reicht von schlichten Formen bis zu aufwendig gestalteten Designs.

Wer Wagashi probieren möchte, findet in Tokio zahlreiche Läden und Cafés mit ausgezeichneter Auswahl – etwa Kagetsu Arashi, Ichigo Ichie und Kaiyodo.

Willst du lernen, Wagashi herzustellen?

Bevor du den Artikel liest, empfehle ich dir den Kurs für traditionelle japanische Wagashi-Küche. In einem Interview des Jornal da Tarde erzählt Cesar, der Schöpfer dieses Kurses, von seinen Wagashi-Rezepten:

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1. Namagashi (生菓子)

Namagashi ist der Oberbegriff für Süßigkeiten, die in der Teezeremonie verwendet werden. Sie sollen ästhetisch ansprechend sein. Viele von ihnen sind mit Anko, einer süßen Paste aus Azuki-Bohnen, gefüllt.

Namagashi können Gelees und andere weiche Formen annehmen. Sie werden aus natürlichen Zutaten hergestellt und greifen häufig Naturmotive wie Blumen und Pflanzen auf.

Namagashi – frische, handgeformte Wagashi mit feiner Anbohnensahne-Füllung

2. Sakuramochi (桜餅)

Sakuramochi sind Reiskuchen, gefüllt mit Bohnenpaste und in ein eingelegtes Kirschblatt gewickelt. Sie werden traditionell am 3. März zum Mädchentag (Hinamatsuri) gegessen.

Sakuramochi – rosa Reiskuchen, eingewickelt in ein eingelegtes Sakura-Blatt

3. Amanatto

Amanatto sind meistens Azuki-Bohnen, die mit Zucker überzogen sind. Im Grunde eine Jujube aus Bohnen und anderen Körnern. Die Körner werden in Wasser mit Zucker gekocht und nach dem Trocknen mit mehr Zucker überzogen.

Nicht nur Azuki, sondern auch Soja- und andere Bohnen können verwendet werden, um Amanatto herzustellen und so einen eigenen Geschmack zu kreieren. Amanatto ist bei älteren Menschen über 60 Jahren beliebter und wird in Japan oft in Altersheimen mit Tee serviert.

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Amanatto – gezuckerte Azuki-Bohnen, eine klassische japanische Süßigkeit

4. Kompeito (金平糖)

Kompeito sind kleine, farbige Süßigkeiten aus reinem Zucker. Sie sind rund und haben kleine Erhebungen, die natürlich als Teil des Kochprozesses entstehen und wie ein Stern oder ein Asteroid aussehen.

Kompeito wurde im 16. Jahrhundert von portugiesischen Händlern nach Japan eingeführt. Bis heute sind Kompeito ein traditionelles Dankeschön an Besucher des Kaiserpalastes.

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Kompeito – kleine bunte Zuckerkügelchen mit sternförmigen Erhebungen

5. Hanabiramochi (葩餅)

Hanabiramochi bedeutet „Blütenblatt-Mochi“. Es wird traditionell bei der ersten Teezeremonie des neuen Jahres serviert – eine Sitte, die am Kaiserhof ihren Anfang nahm. Hanabiramochi hat eine eigene Form und Farbgebung.

Die Süßigkeit ist mit Mungobohnenpaste gefüllt. Form und Farben tragen eine symbolische Bedeutung, die mit dem neuen Jahr verbunden ist.

Hanabiramochi – mit Anbohnenpaste gefüllter Reiskuchen, eingewickelt in gehärtetes Byakugohaku

6. Suama (寿甘)

Suama ist ein Dessert aus Reismehl und Zucker. Es wird außen mit rotem Farbstoff eingefärbt und bleibt innen weiß.

Suama – japanische Reismehl-Süßigkeit mit roter Außenschicht und weißem Kern

7. Wasanbon (和三盆)

Wasanbon sind feine, farbige Zuckersüßigkeiten. Der Zucker wird aus einer zarten Zuckerrohrsorte gewonnen, die regional auf Shikoku angebaut wird – taketo (竹糖) oder chikusha (竹蔗).

Wasanbon – feine japanische Zuckersüßigkeiten in zarten Pastellfarben

8. Botamochi (ぼたもち)

Ein jahreszeitlicher Leckerbissen aus Süßreis und roter Bohnenpaste.

Botamochi – runder Reiskuchen aus Klebreis und roter Bohnenpaste

9. Karukan (軽羹)

Eine Süßigkeit aus Kyushu, zubereitet aus Reismehl, Zucker und japanischer Yamswurzel.

Karukan – hellgelbe, lockere Süßigkeit aus Reismehl und Yamswurzel

10. Uiro (外郎)

Uiro sind weiche, leicht süße Kuchen mit angenehmem Biss. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Grüntee, Sakura, Erdbeere und Kastanie.

Uiro – würfelartige japanische Süßigkeit in zarten Farben

11. Dango (団子)

Dango sind japanische Knödel, die Mochi ähneln. Sie werden an Spießen mit drei oder vier Stück serviert. Die Geschmacksrichtungen wechseln je nach Jahreszeit. Der Name bedeutet wörtlich „Kinderschar“.

Die Japaner essen Dango bereits seit der Jōmon-Zeit. Damals wurden Walnüsse zerstoßen, mit Brei vermischt und halfen, den Winter zu überstehen.

Allgemein kann sich Dango auf alles Runde am Spieß beziehen – ein kugelförmiges Objekt, etwas Rundes oder Klumpen, die zusammengeballt eine Familie bilden.

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Dango – japanische Reismehl-Knödel am Spieß, serviert mit süßer Soße

12. Monaka (最中)

Monaka ist eine Süßigkeit aus roter Bohnenpaste, eingeschlossen in eine knusprige Waffel aus Reis.

Monaka – mit Bohnenpaste gefüllter, knuspriger japanischer Waffel-Snack

13. Yokan (羊羹)

Yokan ist ein Geleedessert aus roter Bohnenpaste, Agar-Agar und Zucker. Beliebte Varianten schweben mit Matcha-Pulver, gehackten Kastanien oder ganzen gesüßten Bohnen in der Geleemasse.

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Yokan – festes japanisches Geleedessert aus Bohnenpaste und Agar-Agar

14. Manju (饅頭)

Manju ist eine traditionelle japanische Süßigkeit aus klebrigem Reismehl, in der Regel gefüllt mit Anko (roter Bohnenpaste). Der Ursprung soll in Kyoto während der Heian-Zeit (794–1185) liegen. Manju kann gebacken oder gedämpft werden, und der Teig wird häufig von Hand in verschiedene Formen gebracht – Kugeln, Pyramiden, Mondsicheln.

Manju ist in den meisten japanischen Konditoreien erhältlich und wird bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten und Geburten gern als Geschenk überreicht.

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Manju – traditioneller japanischer Teigklops mit roter Bohnenpaste

15. Kuzumochi (葛餅)

Kuzumochi ist eine Art Mochi (Reiskuchen), hergestellt aus Kuzu-Stärke. Es wird in Japan traditionell in den Sommermonaten zubereitet. Die Süßigkeit ist weiß und hat eine weiche, kauende Textur. Serviert wird sie oft mit einem süßen Sirup oder Kinako (geröstetem Sojabohnenpulver).

Für die Herstellung wird Kuzu-Wurzelstärke mit Wasser vermischt und erhitzt. Die Mischung wird abgekühlt und zu kleinen Kugeln geformt. Diese werden anschließend in geröstetem Sojabohnenpulver gewälzt.

Kuzumochi – transparent-weiße Reiskuchen mit Kinako-Sojabohnenpulver

16. Kusa Mochi (草餅)

Kusa Mochi bedeutet „Kraut-Mochi“. Es ist Mochi, das aus dem Pulver der Blätter der japanischen Beifuß-Pflanze hergestellt wird. Es wird traditionell im Frühling verzehrt. Kusa Mochi wird meist mit süßem Sojabohnenpulver als Überzug serviert.

Kusa Mochi – grünlicher Reiskuchen mit Beifuß-Aroma, mit Bohnenpaste gefüllt

17. Taiyaki (たい焼き)

Taiyaki ist ein Kuchen in Form eines Fisches, meist gefüllt mit roter Bohnenpaste, Käse oder Creme. Der Name bedeutet wörtlich „gebratener Meerbrassen“. Es gibt ihn in süßen und herzhaften Varianten.

Taiyaki ist im Grunde ein normaler Pfannkuchen oder eine Waffel in Fischform. Der Teig wird in eine beidseitig geformte Gusseisenform gefüllt und gebraten, bis er goldbraun ist.

Am verbreitetsten ist Taiyaki mit süßen Bohnen, aber auch Varianten mit Schokolade, Creme, Käse, Grüntee oder sogar mit Fleisch und Hühnchen sind möglich. Mit der Fischform als Grundlage sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

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Taiyaki – japanischer Fisch-Kuchen, gefüllt mit süßer Bohnenpaste

18. Yatsuhashi (八橋)

Die Spezialität aus Kyoto mit der Textur von Mochi und einer deutlichen Zimtnote. Manchmal werden sie gebacken und sind knusprig, manchmal werden sie mit Bohnenfüllung serviert.

Yatsuhashi – dreieckige Zimt-Kekse aus Kyoto, wahlweise mit Bohnenfüllung
Kevin Henrique

Über den Autor: Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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