Wer zur japanischen Führerscheinprüfung antritt oder schon mit dem Mietwagen losfährt, stolpert zuerst über ein Detail, das in Deutschland oft das Gegenteil bedeutet: ein rotes Dreieck, Spitze nach unten. Zu Hause heißt das meist Vorfahrt gewähren. In Japan kann dieselbe Form Halt verlangen – und der Unterschied steht oft nur in zwei Zeichen: 止まれ (tomare) oder 徐行 (jokō).
Die Farben wirken vertraut, die Piktogramme nicht immer. Japan arbeitet mit Regelung, Warnung und Hinweis, plus Bodenmarkierungen, die Tempo und Halt schon auf dem Asphalt wiederholen. Radfahrer und Fußgänger müssen ebenfalls die Verkehrsregeln Japans befolgen, sonst wird es teuer. Die Strafen sind streng und gelten für alle.
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Japanische Regelungsschilder
Die Regelungsschilder (規制標識 – kisei-hyōshiki) sagen, was auf diesem Stück Straße verboten, Pflicht oder begrenzt ist.
Das japanische Stoppschild ist ein rotes Dreieck, das nach unten zeigt, mit dem Text tomare (止まれ), also Halt. Seit 2017 tragen neue Schilder zusätzlich das englische STOP in Weiß; ältere Tafeln zeigen oft nur die Kanji. Verbotszeichen sind rund, weißer Grund, roter Rand, blaue Piktogramme. Gebotszeichen sind rund, blauer Grund, weiße Piktogramme.
通行止め (301) – Straße für alle gesperrt – niemand darf hier durch, auch nicht zu Fuß. Das zweite Schild in der Tafel sperrt die Einfahrt für Fahrzeuge. Das rote Schild mit dem weißen Balken ist das Einfahrtsverbot. Wer aus Deutschland kommt, sollte vor allem das umgekehrte Dreieck nicht mit dem deutschen Vorfahrt-gewähren-Schild verwechseln: Form ähnlich, Pflicht eine andere.

Parkverbot und Haltverbot können eine Zahl tragen: die Uhrzeiten, in denen die Regel gilt. Beim Parkverbot ist kurzes Halten zum Be- und Entladen in der Regel erlaubt, wenn der Fahrer im Wagen bleibt und es um Minuten geht – oft mit der Faustregel von höchstens fünf Minuten. Haltverbot heißt: weder parken noch stehen bleiben.
Achten Sie auf die zwei Schilder mit dem Schriftzug jokō (徐行). Das Zeichen sieht aus wie ein Vorfahrt-gewähren-Schild, bedeutet aber: so langsam fahren, dass Sie jederzeit anhalten können – nicht nur nachgeben, wenn jemand kommt. Das zweite hat oft eine Tafel darunter für Vorrang. Ganz unten in der Reihe sitzt das bekannte tomare: verpflichtender Halt, volle Stopps, nicht nur rollen.
Die blauen Schilder mit Pfeilen zeigen die vorgeschriebene oder erlaubte Richtung. Andere blaue Runden, die auf der Tafel fehlen oder selten sind, meinen fast immer etwas, das Sie tun müssen – geradeaus, links, rechts, nur diese Spur.

Warnschilder
Die Warnschilder brauchen weniger Text: sie kündigen an, was auf der Fahrbahn kommt oder kommen kann – enge Kurven, Tiere, Engstellen. Sie stehen meist 30 bis 200 Meter vor der Stelle und wollen Aufmerksamkeit, nicht eine neue Regel.
Die japanischen Warnschilder (警戒標識 – keikai-hyōshiki) sind gelb und rautenförmig, näher am US-Stil als an den roten Dreiecken der deutschen StVO. Manche Tiere und Personen auf den Piktogrammen laufen nach links statt nach rechts: der Verkehr kommt von der anderen Seite.

Das Ausrufezeichen steht für andere, nicht näher bezeichnete Gefahren. Auf den Tafeln sitzen konkrete Tiere: Hasen, Affen und Marderhunde (Tanuki) – nicht einfach „Wild“. Das dritte Schild in der zweiten Spalte warnt vor gefährlichen Windböen. Das zweite in der ersten Spalte ist Steinschlag. Das letzte meint rutschige Fahrbahn.
Andere Verkehrszeichen in Japan
Die Hinweisschilder heißen auf Japanisch shiji-hyōshiki (指示標識) und markieren Stellen, die man beachten soll – Überwege, Parken erlaubt, Haltepunkte. Daneben gibt es Leitzeichen (案内標識 – annai-hyōshiki): verschiedene Formen, oft blau in der Stadt und auf Nationalstraßen, grün auf Autobahnen, meist mit lateinischer Umschrift neben den Kanji.
Gewöhnliche Routen tragen in der Regel ein blaues Schild, Autobahnen ein grünes. In Japan gibt es Fußgängerüberwege, auf denen Radfahrer mit den Fußgängern fahren dürfen; wer zu Fuß geht, sollte damit rechnen, dass ein Rad nicht immer absteigt.
Weitere Schilder nennen Kreuzungen, Städte, Stadtteile, Bahnhöfe und sogar Rolltreppen.

Zusatzschilder (補助標識 – hojo-hyōshiki) hängen oft unter dem Hauptzeichen: rechteckig, weiß, mit der eigentlichen Einschränkung – Uhrzeit, Strecke, Fahrzeugart.
Achten Sie auf Wörter, die auf diesen Tafeln immer wiederkommen:
- ここから – koko kara – Ab hier;
- ここまで – koko made – Bis hierher;
- 停 – Kanji, das „halten“ bedeutet (nicht als Verb);
- 終点 – shūten – Endpunkt;
- 始点 – shiten – Startpunkt;
- 注意 – chūi – Vorsicht, Achtung, Aufmerksamkeit;
- 入口 – iriguchi – Eingang;
- 出口 – deguchi – Ausgang
Denken Sie daran, immer auf der linken Seite der Fahrbahn zu fahren, sei es mit dem Fahrrad oder dem Auto. Die rechte Seite der Straße ist für die Fußgänger, also seien Sie vorsichtig mit ihnen. Manche Schilder sitzen tief, hinter Ästen oder genau dort, wo man sie erst sieht, wenn man schon in der Kreuzung ist.
Führerschein in Japan: Übersetzung, nicht der internationale
Wer aus Deutschland als Touristin oder Tourist fährt, braucht den Original-Führerschein plus eine anerkannte japanische Übersetzung – typischerweise über die Japan Automobile Federation (JAF) oder den ADAC. Der internationale Führerschein allein gilt in Japan nicht. Original, Übersetzung und Reisepass gehören zusammen, sonst bleibt der Mietwagen an der Theke.
Wer in Japan wohnt und umschreiben will, geht einen anderen Weg als die Urlaubsfahrt. Der Ablauf, die Prüfungen und was sich mit einem bestehenden Führerschein vereinfacht, steht im Artikel zur Umschreibung des Führerscheins nach Japan.
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