Unagi – Süßwasseraal in der japanischen Küche

Schon einmal „Unagi" probiert? So lautet das japanische Wort für Süßwasseraal. Diese Zutat ist aus der japanischen Küche kaum wegzudenken – wir werfen einen Blick auf den Aal, seine Gerichte und seine Besonderheiten. Auch in Anime und Manga taucht er auf, etwa als Lieblingsspeise von Genta aus Detektiv Conan. Aale aus Salzwasser heißen übrigens Anago (穴子).

Aale sind Wanderfische und können bis zu 30 Jahre alt werden. Obwohl sie als Süßwasseraale gelten, verbringen sie viel Zeit im Meer, bevor sie in die Flüsse aufsteigen. Die Produktion in Japan ist allerdings begrenzt; ein großer Teil wird aus China und Taiwan importiert. Unagi ist reich an Proteinen, Vitamin A und B1 sowie Kalzium – und gilt als klassisches Sommergericht, da die enthaltenen Nährstoffe helfen sollen, der Hitze-Ermüdung entgegenzuwirken.

Manche Menschen mögen Aale wegen ihrer leicht schleimigen Konsistenz zunächst nicht – die japanische Küche versteht es jedoch, sie in wunderbare Gerichte zu verwandeln. Eine der beliebtesten Zubereitungen ist gegrillt am Spieß, mit einer speziellen Sauce bestrichen. Der Geschmack und die Textur des Aals sind überraschend: Sie schmelzen förmlich im Mund und sorgen für ein einzigartiges Erlebnis. Wer Unagi zum ersten Mal probieren möchte, stößt in westlichen Restaurants am häufigsten über Sushi darauf.

Unagi – Süßwasseraal in der japanischen Küche

Verschiedene Arten, Unagi zu genießen

Neben der gegrillten Variante, die klassisch mit eingelegtem Gemüse und Reis serviert wird, ist Unadon sehr beliebt – eine Schale Reis, belegt mit Unagi. Roh wird der Aal übrigens nicht verzehrt, da rohe Süßwasserfische als nicht sicher gelten. In Sushi nennt man die Kombination aus gegartem Unagi und Gurke Unakyu.

Es gibt unterschiedliche Vor- und Zubereitungsarten: Filetiert, entgrätet und gegrillt spricht man von Kabayaki; nur mit Salz, ohne Sauce, zubereitet von Shirayaki. Eine weitere beliebte Variante ist Umaki – dünne Unagi-Scheiben, die in ein Omelett gerollt werden.

Die Japaner verwenden sogar die Gräten des Aals: in einem Gericht namens Hone Senbei. Aus dem langen Rückgrat entsteht etwas Knuspriges, Leichtes und leicht Salziges. Auch die gegrillte Leber, Kimoyaki, und die Kimosui genannte Leber-Suppe sind geschätzt.

Unagi – Süßwasseraal in der japanischen Küche

Dazu kommen unzählige regionale Varianten – Unagi ist eine Zutat, die in vielen Ecken Japans auf ganz eigene Weise interpretiert wird.

Kuriositäten rund um den japanischen Aal

Unagi wird oft mit Reis serviert und ist nicht gerade günstig. Es ist kein Gericht, das man täglich essen kann, ohne den Geldbeutel zu spüren – unter anderem, weil Beschaffung und Zubereitung aufwendig sind. Frischen Aal findet man nicht einfach an jeder Theke, und die richtige Zubereitung erfordert Erfahrung.

Unagi ist vor allem ein Sommergericht. Es gibt sogar einen festen Termin im Kalender: Dōyo Ushi no Hi (土用丑の日). An diesem Tag, der meist auf einen Samstag fällt, essen die Japaner seit der Edo-Zeit traditionell Aal.

Unagi – Süßwasseraal in der japanischen Küche

In Japan gibt es Restaurants, die sich auf Unagi spezialisiert haben – sogenannte Unazen, in denen der Aal auf Bestellung frisch zubereitet wird. Bekannte Adressen in Tokio sind Ishibashi, Ikeunagi no Mise, Godaime Nodaiwa, Unagi Uomasa und Miyoshi.

Wenn du in Japan bist, nutze die Gelegenheit, diesen Süßwasseraal zu probieren. Hast du ihn schon einmal gegessen? Erzähl uns gerne in den Kommentaren davon und teile diesen Artikel mit Freunden. Wir empfehlen außerdem:

Quellen
Kevin Henrique

Über den Autor: Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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