Hast du dich schon mal gefragt, welche Schuhe in Japan traditionell getragen werden? Hast du schon von geta, zori, uwabaki, surippa, setta, okobo, waraji und anderen gehört? In diesem Artikel lernst du zehn Sandalen, Schuhe und Pantoffeln kennen, die in Japan eine lange Tradition haben.
Traditionelle japanische Schuhe sind ein wichtiger Teil der Geschichte Japans – und der Welt. Viele Pantoffeln, die wir heute kennen, haben dort ihren Ursprung: Im brasilianischen Bundesstaat Maranhão werden die bekannten Havaianas-Sandalen sogar umgangssprachlich Japonesa genannt. Havaianas ist die bekannteste Sandalenmarke Brasiliens; dass ausgerechnet sie nach Japan verweisen, zeigt den Spuren, die diese Schuhe weltweit hinterlassen haben. Bist du bereit für diese kleine Reise?
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Zori – Japans Havaianas
Die zouri [草履] sind flache japanische Sandalen mit Riemen, die aus Reisstroh, Leder, lackiertem Holz, Stoff, Gummi oder synthetischem Material bestehen können. Die zori sind im Grunde japanische Pantoffeln mit Y-förmigen Riemen, die den Havaianas ähneln.
Die traditionellen Zori werden üblicherweise zum Kimono getragen, zusammen mit einer Socke namens Tabi. Sie sind offen, damit die Füße im feuchten Klima Japans nicht so leicht schwitzen. Die meisten Modelle bestehen aus Reisstroh, einige aber auch aus Holz.
Man geht davon aus, dass diese Pantoffeln unter dem Einfluss Chinas und Ägyptens entstanden sind und ihre Ursprünge bis in die Heian-Zeit (794–1192) zurückreichen. Die Havaianas sind offensichtlich von der Zori inspiriert. Wenn dich das Thema genauer interessiert, lies unseren Artikel über Zori und ihre Ähnlichkeit mit Havaianas.

Geta – die traditionellen Holzschuhe
Geta [下駄] ist ein traditioneller japanischer Schuh mit einer Holzsohle, ähnlich einem Holzpantoffel. Er soll verhindern, dass der Fuß direkten Kontakt mit dem Boden hat. Getragen werden Geta zur traditionellen japanischen Kleidung wie Kimono oder Yukata sowie im Sommer.
Die geta sind die ältesten Schuhe Japans und wurden in Sümpfen und Reisfeldern benutzt, damit Kleidung und Füße nicht schmutzig wurden. Die Zähne – die erhöhten Stege unter der Sohle – eignen sich für bergiges und unebenes Gelände. Geta machen beim Gehen ein charakteristisches Geräusch, das in Japan als karankoron bezeichnet wird.
Heute werden geta vor allem von Geishas getragen. Manche modernen Schuhe versuchen, Geta nachzuahmen, traditionell bestehen sie aber aus Holz mit einem oder zwei Zähnen. Wenn du mehr wissen willst, empfehlen wir dir unseren Artikel über Geta, den japanischen Holzschuh.

Surippa – japanische Slip-on-Pantoffeln
Surippa [スリッパ] leitet sich vom englischen Wort slip ab und bedeutet wörtlich „rutschen". Den Namen hat die Surippa, weil man sie einfach anzieht, indem man mit dem Fuß hineinrutscht. Sie ähnelt Schuhen, ist aber hinten und manchmal auch vorne offen.
Sie haben keine Verschlüsse oder Schnürung und gibt es in verschiedenen Größen und Modellen für drinnen und draußen. Wegen der einfachen Handhabung werden sie in japanischen Haushalten häufig im Genkan – dem Eingangsbereich – für Besucher bereitgestellt.
Die surippa wurden ursprünglich in der Meiji-Zeit erfunden, um über den Schuhen getragen zu werden. So sollte es ausländischen Besuchern, die es nicht gewohnt waren, beim Betreten eines Hauses die Schuhe auszuziehen, leichter gemacht werden. Schnell wurde die Surippa aber auch darüber hinaus ein weit verbreiteter Hausschuh.

Uwabaki – traditionelle Innenpantoffeln
Uwabaki [上履き] sind Pantoffeln für Flure und Innenräume. Sie sind in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Turnhallen, Büros und Theatern weit verbreitet. Eine andere Bezeichnung ist Oberschuh oder Uwagutsu [上靴].
Im Gegensatz zur surippa hat die Uwabaki Riemen, die am Fuß halten, ist nur oben offen und erinnert entfernt an einen Mokassin. Besonders häufig sieht man sie in Schulen, vor allem in der Grundschule, wo die Schülerinnen und Schüler sogar ihre Namen auf die Schuhe schreiben.
Uwabaki bestehen meist aus Gummi und bedecken Zehen und Fersen. Nicht immer sind sie geschnürt; manche werden einfach hineingeschlüpft, da Schulen die Kinder in manchen Situationen ermutigen, barfuß zu laufen.

Setta – Sandale mit Ledersohle
Setta [雪駄] sind japanische Sandalen mit einer Ledersohle, die wasserabweisend wirkt. Sie haben einen eisernen Schutzbeschlag an der Unterseite und sind langlebig, feuchtigkeitsbeständig und stoßfest. Das Obermaterial ist aus Bambus, Leder oder synthetischem Material geflochten.
Manche sehen in der Setta eine Art geta, sie ähnelt aber eher der zori und ist bei Männern beliebt. Der Name setta bedeutet wörtlich „Schuh des Schnees". Bei der Technik jikazuge wird die Ledersohle direkt mit dem Obermaterial vernäht.
Ursprünglich hieß der Schuh Sekida und wurde für den Teemeister Sen no Rikyū angefertigt, damit er an Schneetagen im Garten seines Teehauses trockenen Fußes blieb. Als sich der Schuh in Ostjapan verbreitete, wandelte sich der Name von sekida zu „setta".

Okobo – japanischer Absatzpantoffel
Okobo [おこぼ] sind dicke Holzpantoffeln – eine Art Absatzschuh, der von Geisha-Lehrlingen, den Maiko, getragen wird. Der Name variiert regional; man hört auch pokkuri, koppori, pokkuriko oder bokkurigeta. Einige Modelle haben ein kleines Loch in der Sohle, in dem eine Glocke steckt und so bei jedem Schritt ein Geräusch erzeugt.
Wie bei der geta besteht der praktische Zweck darin, den Kimono nicht schmutzig zu machen. Diese Schuhform erlebte bereits eine Phase als Modetrend, in der das Holz lackiert und mit Mustern oder kleinen Kunstwerken verziert wurde. In manchen Fällen wird der Okobo zusammen mit der Socke namens Tabi getragen.
Auch Kinder tragen diese Art von Schuh, vor allem beim Festival shichigosan. Der Okobo hat eine große, aus einem Stück Holz geschnitzte Plattform, die üblicherweise aus Paulownia-Holz besteht. Die Höhe kann bis zu 15 Zentimeter erreichen.

Waraji – der Pantoffel der einfachen Leute
Waraji [草鞋] ist ein traditioneller japanischer Schuh, der früher vor allem von einfachen Menschen getragen wurde und aus Strohseilen gefertigt ist. Die Zehen ragen traditionell ein Stück über den Rand des Waraji hinaus.
Die waraji werden aus Reisstroh, Hanf, Baumwolle oder Palmenfasern hergestellt. Seile aus dem gleichen Material werden um die Knöchel gewickelt und befestigen die Sohle am Fuß. Heute sieht man Waraji vor allem bei Festen und an den Füßen buddhistischer Mönche.
Auf hartem oder gepflastertem Boden sollte man Waraji nicht tragen, da die Sohle schnell abnutzt. In früheren Zeiten, als es noch keine befestigten Straßen gab, war das anders: Erde, die sich in die Ritzen des Strohs setzte, verringerte die Abnutzung durch Reibung beim Gehen.

Weitere traditionelle Schuhe Japans
Kigutsu – Holzstiefel
Kigutsu [木靴] sind Holzstiefel, bei denen die Sohle oder der größte Teil des Schuhs aus Holz besteht. Der Begriff kann sich auch auf andere Holzschuhe beziehen, etwa asagutsu oder geta, sowie auf Holzschuhe ausländischer Herkunft.
Shigai – Seidenschuhe
Shigai [絲鞋] sind Seidenschuhe, die von minderjährigen Angehörigen kaiserlicher Familien, bei Kindertanzauftritten und von jungen Tempelmädchen bei shintoistischen Zeremonien getragen werden.
Jika-tabi – Socken, die zu Schuhen werden
Jika-tabi wurden in den 1900er-Jahren erfunden und populär. Diese Schuhe sind im Grunde Tabi-Socken mit einer verstärkten Sohle. Sie werden vor allem von Menschen getragen, die im Freien arbeiten, etwa von Rikschafahrern (Jinrikisha).

Weitere Varianten traditioneller japanischer Schuhe
Wie versprochen haben wir dir zehn traditionelle Schuhe aus Japan vorgestellt – es gibt aber noch viele weitere, die in der modernen Zeit entstanden sind oder Variationen der klassischen Geta und Zori darstellen. Hier eine Auswahl:
- Taka-ashida geta – Holzsandalen für Regen und schlechtes Wetter;
- Hiyori geta / Masa geta – traditionelle Holzsandalen mit zwei Zähnen, die bei gutem Wetter getragen werden;
- Ashida [足駄] – hohe Pantoffel, die als Regenpantoffel dienen;
- Yamageta [山下駄] – „Geta der Berge", grobe Geta, meist aus japanischem Zedernholz;
- Hachitsuwari [八ツ割] – Pantoffeln ohne Zähne;
- Kōshi [厚歯] – Pantoffeln mit dicken Zähnen in anterior-posteriorer Richtung;
- Sandaru [サンダル] – Begriff westlichen Ursprungs, der in Japan für einige Sandalen verwendet wird.
Wenn du mehr über Schuhe in Japan, Größen und das passende Vokabular lesen willst, empfehlen wir dir unseren Leitfaden zu Schuhen auf Japanisch. Welche dieser Schuhe hast du schon einmal gesehen – oder sogar getragen?
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