Wissen Sie, was koromogae (衣替え) bedeutet? In diesem Artikel lernen Sie diese ästhetische Tradition kennen, die mit dem Wechsel der Jahreszeiten stattfindet und mit den Arten von Kleidung zusammenhängt, die von Japanern in öffentlichen Ämtern und vor allem in Schulen getragen wird.
Der Kleidungswechsel erfolgt saisonal, sodass für den Sommer leichtere Kleidungsstücke angefertigt werden, während im Winter schwerere oder dickere Kleidung üblicher ist.

Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet „Koromogae“?
Koromogae ist ein Wort, das aus zwei Kanji zusammengesetzt ist. Das erste 衣 (koromo) trägt die Bedeutung von „Kleidung“, „Gewand“ und „Zubehör“. Das zweite 替 (gae) bedeutet „Austausch“, „Wechsel“ und „Ersetzung“ und ist im Verb 替える (kaeru) enthalten, was als „ersetzen“, „tauschen“ oder „ändern“ übersetzt wird. Somit können wir aus der Bedeutung der Kanji schließen, dass das Wort 衣替え (koromogae) die Idee eines Wechsels/Ersetzens der Kleidung birgt.

Sommeruniformen
Im Sommer, genauer gesagt am 1. Juni, werden die Schuluniformen und die Uniformen der Beamten gewechselt. Langärmelige Hemden, Anzüge und dunkle Kleidung (die mehr Wärme absorbieren) werden ausgetauscht und durch kurzärmelige Hemden und T-Shirts (meist weiß) bei Männern ersetzt. Bei Frauen werden die schwarzen Anzüge durch die klassischen Matrosenuniformen (meist weiß mit roten Schleifen in der Mitte) ersetzt, die das Sonnenlicht reflektieren und dadurch weniger Wärme speichern.
Bei den Jungen wird die Uniform „gakuran“ genannt. Die im Sommer getragene Matrosenuniform hingegen wird „seera fuku“ (Matrosenuniform) genannt.
Unten können Sie ein typisches Uniformmodell für die Sommerzeit sehen:

Winteruniformen
In den kälteren Perioden des Jahres werden dagegen von den Jungen meist geschlossene Anzüge mit langen Ärmeln (meist schwarz oder dunkelblau) und von den Mädchen Anzüge und Röcke, die länger/dicker sind (meist dunkel), getragen. Während die Stoffe im Sommer dünner, leichter und weicher sind, sind die Stoffe der Uniformen im Winter dicker und folglich wärmer. Der „Koromogae“ im Winter beginnt in der Regel am 1. Oktober jedes Jahres.
Es ist erwähnenswert, dass die Jahreszeiten in Japan im Gegensatz zu anderen Ländern meist sehr klar definiert sind. Somit gibt es im Hinblick auf die Perioden von Sonne und Regen, Trockenheit und Feuchtigkeit nicht so viel Unvorhersehbarkeit im Klima wie zum Beispiel in Brasilien, wo es je nach Region an jedem Tag des Jahres regnen kann.
Unten können Sie ein typisches Uniformmodell für die Winterzeit in Japan sehen:

Heian-Zeit – der Ursprung des Koromogae
Der „Koromogae“ ist eine japanische Gewohnheit, die aus dem Ende des 8. Jahrhunderts stammt, aus der berüchtigten Heian-Zeit (794-1185), auch bekannt als „Zeit der Höfe“ (oder Friedenszeit), in der chinesische Einflüsse im kulturellen Leben des Landes immer stärker und präsenter wurden, wie der Buddhismus, der Taoismus und die ästhetischen Standards der Kleidung.
In diesem Kontext, gestützt durch frühere kaiserliche Regime vor der Meiji-Zeit, durch Militärs und Adlige sowie zusammen mit einem Großteil der Bevölkerung, wurde der „Koromogae“ als eine übliche Gewohnheit etabliert, die sich nicht nur auf Kleidung, sondern auch auf Accessoires und Utensilien erstreckte. Von da an beobachtete man bei jeder Jahreszeitenänderung zunehmend das Engagement von Einzelpersonen und Institutionen beim Wechsel der Uniformen.

Wortschatz zu Kleidung und Koromogae
- 制服 (せいふく, seifuku) = Schuluniform.
- 衣服 (いふく, ifuku) = Kleidung, Gewand.
- 服 (ふく, fuku) = Kleidung.
- 着替える (きがえる, kigaeru) = Die Kleidung wechseln.
- 季節 (きせつ, kisetsu) = Jahreszeit.
- 黒 (くろ, kuro) = Schwarz.
- 白 (しろ, shiro) = Weiß.
- スカート (sukaato) = Rock.
- ズボン (zubon) = Hose.
- シャツ (shatsu) = T-Shirt, Hemd.
- 学校 (がっこう, gakkou) = Schule.
- 春夏秋冬 (しゅんかしゅうとう, shunkashuutou) = Die 4 Jahreszeiten.
- 夏 (なつ, natsu) = Sommer.
- 冬 (ふゆ, fuyu) = Winter.
- 学ラン (がくらん, gakuran) = Männliche Schuluniform, Gakuran.
- セーラー服 (せーらーふく, seeraa fuku) = Weibliche Schuluniform, Matrosenuniform.
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