Japan hat Hunderte von Großstädten und Tausende von Kleinstädten. Die große Mehrheit der Sehenswürdigkeiten liegt in hochurbanisierten Gebieten – und genau deshalb wirkt die Landkarte so überwältigend, sobald man die ersten Reisepläne skizziert.
In diesen großen und bekannten Städten finden Sie Burgen, Tempel, Schreine, Gärten und ruhige Ecken mitten im Trubel. Die folgende Auswahl mischt bevölkerungsstarke Zentren mit Orten, die für Reisende besonders wichtig sind: 20 Städte, die jedes Jahr Gäste aus dem ganzen Land und der ganzen Welt anziehen.
Kurz zur Einordnung: Nach Einwohnerzahl innerhalb der Stadtgrenzen liegen Tokio (23 Bezirke), Yokohama und Osaka vorne. Die Metropolregion Tokio ist noch deutlich größer. Einige Einträge unten sind kleiner, aber kulturell oder touristisch kaum wegzudenken – etwa Nara, Naha oder Himeji.
Inhalt 20
Tokio [東京] – Die Hauptstadt Japans
Tokio ist eine der größten Städte der Welt. Es ist ein finanzielles, politisches und kulturelles Zentrum – dicht, schnell und überraschend abwechslungsreich. Man könnte ein ganzes Leben damit verbringen, die Stadt zu erkunden, und würde trotzdem nicht alles kennenlernen, was sie zu bieten hat.

Kyoto [京都] – Die ehemalige Hauptstadt
Kyoto war über 1.000 Jahre lang die Hauptstadt Japans. Diese Zeit prägt die Stadt bis heute: Hunderte Tempel, Schreine, Burgen und historische Orte liegen oft nur wenige Straßen voneinander entfernt.
Die Jahre als Hauptstadt gaben Kyoto auch eine gewisse Raffinesse, die zu ihrem Charakter gehört. Essen, Mode, Künste und kulturelle Praktiken wie die Teezeremonie machen die Stadt zu einem der wichtigsten Reiseziele der Welt.

Sapporo [札幌] – Der Norden Japans
Sapporo ist eine der größten Städte Japans und die Hauptstadt der Präfektur Hokkaido im Norden des Landes. Die Stadt hat rund zwei Millionen Einwohner und liegt in einer kühlen Region, in der im Winter oft meterhoher Schnee fällt.
Ein sehr beliebtes Ziel für Skifahren und Snowboarden, gutes Essen, Events und Unterhaltung. Über Jahre gehörte die Flugverbindung Tokio–Sapporo zu den am stärksten frequentierten Strecken der Welt – ein Hinweis darauf, wie eng der Norden mit dem Rest des Landes verbunden ist.

Osaka [大阪] – Der große Rivale von Tokio
Osaka gehört zu den größten Städten Japans und ist historisch und kommerziell geprägt. Das verleiht ihr eine eigene Persönlichkeit. Während viele Tokioter eher zurückhaltend wirken, gelten die Menschen in Osaka oft als extrovertiert und direkt.
Die Stadt ist voller Geschäfte und Heimat vieler großer Unternehmen. Sie ist auch lebendig bekannt für Gastronomie und Nachtleben. Ich persönlich bevorzuge Osaka gegenüber Tokio.

Yokohama [横浜] – Die Nachbarstadt von Tokio
Yokohama liegt südlich von Tokio und zählt mit rund 3,8 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Städten des Landes – nach den 23 Bezirken Tokios sogar die größte einzelne Stadtgemeinde.
Am Meer finden Sie Museen, Parks, Restaurants, Einkaufsstraßen und interessante Architektur. Das historische Viertel mit westlichen Gebäuden, der berühmte Minato Mirai und weitere Highlights gehören auf viele Reisepläne, wenn man die Region Kanto besucht.

Nara [奈良] – Die Hirschstadt
Nara liegt in der Nähe von Kyoto und war zwischen den Jahren 710 und 784 die Hauptstadt Japans. In mancher Hinsicht wirkt die Stadt noch stark vom 8. Jahrhundert geprägt, mit einer großen Zahl von Tempeln und historischen Stätten aus dieser Zeit.
Die Tempel von Nara sind groß und beeindruckend – einer alten Hauptstadt würdig und ein Fenster auf den Beginn der japanischen Hochkultur. Was in Nara besonders auffällt, ist die enorme Zahl zahmer Hirsche, die im Park und an den Straßen leben und Gäste anziehen.

Naha [那覇] – Hauptstadt von Okinawa
Die Inseln von Okinawa im Süden des Landes haben eine eigene, reiche Kultur. Naha, die Hauptstadt Okinawas, hat eine tropische Atmosphäre mit Stränden und Meer in greifbarer Nähe. Die Stadt steckt voller kleiner Restaurants, Bars und Sehenswürdigkeiten.
Okinawa ist wie Hokkaido eines der wichtigsten Reiseziele des Landes – nur mit entgegengesetztem Klima. Wer Wärme und klares Wasser sucht, kommt hier oft besser zurecht als im schneereichen Norden.

Hiroshima [広島] – Die wiederaufgebaute Stadt
Hiroshima trägt eine dunkle Geschichte als erste Stadt, die mit einer Atomwaffe angegriffen wurde – ein Ereignis, das zehntausende Menschenleben forderte und die Welt in das Atomzeitalter stürzte.
Heute ist Hiroshima eine lebendige Stadt mit über einer Million Einwohnern. In der Nähe liegt der Itsukushima-Schrein auf Miyajima, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Japans.
An den Atombombenabwurf erinnert ein eindrucksvoller Friedenspark mit Museum. Der Jahrestag wird jedes Jahr mit Gedenkzeremonien begangen, darunter das Laternenfest. In der Stadt steht außerdem die berühmte Burg Hiroshima.

Fukuoka [福岡] – Die größte Stadt Kyushus
Fukuoka ist die größte Stadt Kyushus, einer der Hauptinseln Japans. Mit rund 1,6 Millionen Einwohnern ist sie ein starkes regionales Zentrum und ein lohnender Einstieg für Besucher von Kyushu.
Die Stadt gilt als dynamisch und empfängt jährlich Millionen Gäste, darunter viele aus den Nachbarländern. Gute Verkehrsanbindung, Nachtleben und Küche machen Fukuoka zu mehr als nur einem Zwischenstopp.

Kobe [神戸] – Die kosmopolitische Stadt
Kobe ist eine kosmopolitische Stadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern und hoher Lebensqualität in der Nähe von Kyoto und Osaka. Die drei Städte bilden zusammen den Ballungsraum Keihanshin – eines der größten urbanen Gebiete Japans.
Kobe gilt als wichtiges Wirtschaftszentrum und beherbergt einen der großen Häfen des Landes. Das Stadtbild am Meer und der Blick auf den Berg Rokko gehören zu den typischen Bildern der Stadt.

Kagoshima [鹿児島] – Die Vulkanstadt
Kagoshima liegt nahe der südlichen Spitze der Hauptinseln und zählt rund 600.000 Einwohner. In der Bucht thront der aktive Vulkan Sakurajima, der regelmäßig Rauch und Asche ausstößt.
Neben dem Vulkan lohnen der Park Sengan-en, Amu Plaza, das Viertel Tenmonkan, das Shiroyama-Observatorium und weitere Orte. Am Abend kann man im Fußbad-Park Sakurajima Nagisa entspannen – mit Blick auf den Vulkan.

Himeji [姫路] – Die berühmte Burg
Himeji ist eine Industriestadt in Kansai, vor allem bekannt für die berühmte Burg Himeji, die weithin als eine der schönsten und besterhaltenen Burgen Japans gilt. Die Anlage umfasst Dutzende Gebäude und erzählt eine lange Geschichte.
Wie bei vielen alten Burgen ranken sich Mythen und Geistergeschichten um den Ort. Die Stadt hat etwa eine halbe Million Einwohner und liegt gut erreichbar von Kobe und Osaka.

Kanazawa [金沢] – Die überlebende Stadt
Kanazawa war eine der wenigen großen japanischen Städte, die der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg weitgehend entkamen. Deshalb steckt sie voller historischer Sehenswürdigkeiten: Tempel, Burggelände, Geisha-Viertel und alte Samurai-Häuser.
Sie ist auch die Heimat von Kenrokuen, einem der berühmtesten Gärten Japans. Der moderne Bahnhof Kanazawa fällt durch seine markante Architektur auf und passt erstaunlich gut zum historischen Stadtbild.

Nagasaki [長崎] – Die zweite Bombe
Nagasaki liegt auf Kyushu, relativ nah am asiatischen Kontinent, und hat heute rund 400.000 Einwohner. Die Stadt hat eine lange Geschichte von Handel und internationalen Kontakten – selbst in Zeiten, in denen Japan von der Welt isoliert war.
Portugiesische, niederländische und chinesische Einflüsse sind in Architektur, Festen, Essen und Alltag noch spürbar. Der Atombombenabwurf am 9. August 1945 kostete zehntausende Menschenleben und zerstörte große Teile der Stadt. Wie Hiroshima hat Nagasaki einen Friedenspark und ein Museum.

Nagoya [名古屋] – Eine der größten Städte Japans
Nagoya ist eine industrielle Macht und hat sich zugleich zu einem kulturellen und urbanen Zentrum entwickelt. Restaurantangebot, Unterhaltung und Nachtleben sind stark. Die Stadt hat viel getan, um Lebensqualität und industrielle Wurzeln zu verbinden.
Nagoya gehört zu den größten Städten Japans und hat eine bemerkenswerte internationale Community. Hier finden Sie die berühmte Burg Nagoya und viele Sehenswürdigkeiten, die sich mit Tokio und Osaka messen können – nur mit weniger Touristengedränge.

Hakodate [函館] – Ein Highlight von Hokkaido
Hakodate ist die drittgrößte Stadt in Hokkaido und hat eine interessante Geschichte. 1859 war sie einer der ersten Häfen, die für den Westen geöffnet wurden. Deshalb steckt die Stadt voller alter westlicher Häuser, Kirchen und Lagerhäuser.
Viele Gassen wirken wie in der Zeit eingefroren. Hakodate hat beliebte Sehenswürdigkeiten wie Goryokaku, eine sternförmige Festung mit Wassergraben, und einen der berühmtesten Nachtblicke Japans vom Berg Hakodate.

Kurashiki [倉敷] – Der schöne Kanal
Kurashiki ist für ihre Lagerhäuser aus dem 17. Jahrhundert bekannt, die an einem angenehmen Kanal stehen. Sowohl die historischen als auch die neueren Teile der Stadt sind sehenswert.
Die Stadt war einer der Ausgangspunkte der großen Seto-Brücke, die Honshu mit der Insel Shikoku verbindet. Kurashiki hat fast eine halbe Million Einwohner und gehört zur Präfektur Okayama.

Nagano [長野] – Die Bergstadt
Nagano ist von Bergen umgeben; die geografische Lage machte die Region über Jahrhunderte zu einem strategischen Ort. Im Zweiten Weltkrieg wurde in der Gegend ein großer unterirdischer Bunker gebaut, der jedoch nie genutzt wurde.
Die Stadt war Gastgeber der Olympischen Winterspiele 1998 und liegt nahe exzellenter Skipisten. Historisch ragt der Zenkoji heraus, ein berühmter Tempel mit Wurzeln bis ins siebte Jahrhundert.
Die Berge der Präfektur Nagano sind als Japanische Alpen bekannt. Wer Abenteuer und Höhenluft mag, sollte dieser Region Zeit geben.

Okayama [岡山] – Die Momotaro-Stadt
Okayama hat über 700.000 Einwohner und ist bekannt für ihre schwarze Burg und den Korakuen, einen der drei berühmten Gärten Japans. In der Nähe liegt die Kibi-Ebene mit Tempeln und Wegen, die man oft mit dem Fahrrad erkundet.
Okayama gilt als fiktive Heimat von Momotaro, einer der berühmtesten Legenden Japans: ein Junge, der aus einem Pfirsich geboren wurde und mit Hund, Affe und Fasan gegen Dämonen auf einer Insel zieht.

Matsumoto [松本] – Eine Burg in Nagano
Matsumoto liegt in der Präfektur Nagano und ist vor allem für die Burg Matsumoto bekannt – eine der malerischsten Burgen Japans. Das Bild unten erklärt vieles auf einen Blick. Wie die anderen Städte hier steckt auch Matsumoto voller Sehenswürdigkeiten, Kultur und lokaler Spezialitäten.

Ich hoffe, diese Übersicht der wichtigsten Städte Japans hat Ihnen geholfen, den nächsten Stopp auszuwählen. Wenn der Text nützlich war, teilen Sie ihn gerne und hinterlassen Sie einen Kommentar. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal!
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