Manche sind überrascht zu erfahren, dass in der japanischen Küche der Verzehr von Bohnen wie im Westen nicht üblich ist. Bohnen wie die Azuki-Bohne werden in Japan vor allem für Desserts verwendet, weniger als tägliche Proteinquelle. In vielen anderen Küchen der Welt gelten Bohnen dagegen als Grundnahrungsmittel, weil sie reich an Eisen und weiteren Nährstoffen sind – in Japan und einigen asiatischen Nachbarländern übernehmen andere Zutaten diese Rolle.
Wie also wird der Nährstoffgehalt der klassischen Bohne ersetzt? Die japanische Küche zählt zu den gesündesten und nährstoffreichsten der Welt, und einer dieser Ersatzstoffe ist der Bohnenkeim Moyashi. Der bekannte Moyashi, im Deutschen auch als Sojasprosse oder Mungobohnensprosse bezeichnet, liefert Ballaststoffe, Vitamine A, B, C und E sowie Eisen, Kalzium, Kalium und viele weitere Nährstoffe. Er gehört in zahlreiche japanische Gerichte und enthält nur wenige Kalorien. Außerdem unterstützt er die Verdauung und besitzt antioxidative Eigenschaften, da er freie Radikale bekämpft, die für vorzeitige Alterung verantwortlich gemacht werden.
Ein weiterer Vorteil des Moyashi ist seine Knackigkeit und sein Preis, der im Vergleich zu fast jedem anderen Gemüse und zu Hülsenfrüchten sehr günstig ist. Eine 200-Gramm-Packung Moyashi ist im japanischen Einzelhandel für weniger als 30 Yen (rund 80 Cent) zu finden. Die Sprossen passen in Suppen, Salate, Pfannengerichte, Ramen und viele weitere Gerichte.

Ursprung des Moyashi
Der bekannte Bohnenkeim Moyashi, der in der japanischen Küche verwendet wird, stammt von der Mungobohne, die in Asien eine lange Geschichte in Medizin und Ernährung hat. Die Samen dieser Bohne werden auch direkt in Rezepten wie Suppen verarbeitet; sie sind klein, aber nährstoffreich.
Der Moyashi wurde während des Zweiten Weltkriegs in Japan populär, weil er sich schnell und unkompliziert anbauen ließ. Er gedeiht mit wenig Licht, was die Keimtechnik sogar auf japanischen Kriegsschiffen ermöglichte. Die eigentliche Keimmethode soll aus China stammen und von buddhistischen Mönchen nach Japan gebracht worden sein.

Die Keimung ist einfach: Sie braucht Feuchtigkeit, Wärme und wenig Sonnenlicht. Die Samen werden angefeuchtet und bei Zimmertemperatur in einem durchsichtigen Behälter gehalten. Der Behälter muss überschüssiges Wasser ablaufen lassen, denn wenn die Körner vollständig unter Wasser stehen, sterben sie ab. Sie sollten mehrmals täglich gespült werden. Innerhalb von drei bis zehn Tagen wachsen die Sprossen heran und können verwendet werden. Vor dem Verzehr empfiehlt es sich, sie etwa 15 Minuten lang zu kochen, um eventuelle Keime abzutöten, und sie innerhalb von zwei Tagen aufzubrauchen.
Wie bereitet man Moyashi zu
Es gibt kein Geheimnis: Moyashi lässt sich auf verschiedene Arten verwenden und zubereiten. Die Sprosse kann roh, kurz blanchiert oder angebraten gegessen werden. Eine einfache Methode ist, sie in ein Nudelsieb zu geben und mit kochendem Wasser zu übergießen. Anschließend passen sie gut in Pfannengerichte mit Zwiebeln, Fleisch und weiterem Gemüse wie Karotten. Gewürzt wird mit Sojasauce (Shoyu), geriebenem Ingwer und weiteren Zutaten der japanischen Küche.
Ein wichtiger Tipp: Lassen Sie Moyashi nicht im Wasser liegen, da er sonst matschig wird. Seine größte Stärke ist die Knusprigkeit. Er eignet sich als Beilage zu Ramen, Salaten und Fleischgerichten. Wer Moyashi lieber gekocht essen möchte, sollte ihn nur etwa eine Minute in Wasser geben, damit er seine Knackigkeit behält.
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