Krank in Japan: Erkältung, Grippe und Arztbesuch

Krank in Japan: Erkältung, Grippe und Arztbesuch

Praktische Orientierung für Arztbesuch, Medikamente und Notfälle während einer Japanreise.

Eine Erkältung hat ein Talent dafür, sich den schlechtesten Moment auszusuchen: mitten zwischen Zugfahrt, Hotelzimmer und dem Plan für den nächsten Tag. In Japan kommt noch die Unsicherheit dazu, wo man Hilfe findet und wie man Beschwerden beschreibt. Mit ein paar Begriffen und einem klaren nächsten Schritt wird die Lage aber überschaubarer.

Im Alltag hört man für eine Erkältung oft kaze (風邪). Die Grippe heißt infuruenza (インフルエンザ); auch Pollenallergien, auf Japanisch kafunshō (花粉症), können ähnliche Beschwerden auslösen. Eine verlässliche Diagnose stellt jedoch nur medizinisches Fachpersonal – besonders bei hohem Fieber, Atemnot, starken Schmerzen oder rasch zunehmenden Symptomen.

Einwegmasken bei Erkältung oder Grippe in Japan
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Erkältung, Grippe oder Allergie?

Eine laufende Nase, Husten, Halsschmerzen oder Müdigkeit haben viele mögliche Ursachen. Temperaturwechsel allein verursachen keine Erkältung; Atemwegsinfekte werden durch Erreger ausgelöst. Deshalb ist es sinnvoll, nicht aus einzelnen Anzeichen auf eine bestimmte Krankheit zu schließen.

Bei leichten Beschwerden kann Ruhe helfen. Beobachte aber, wie es dir geht, und hole medizinischen Rat ein, wenn Symptome schwer sind, länger anhalten oder du zu einer Risikogruppe gehörst. Bei einem akuten Notfall rufst du in Japan 119 für den Rettungsdienst. Für eine Praxis oder Klinik in deiner Nähe bietet der medizinische Finder der japanischen Tourismusorganisation eine erste Orientierung.

Arzt oder Klinik finden

Für Beschwerden wie Fieber, Erkältung oder Magen-Darm-Probleme ist häufig die Innere Medizin passend; auf Japanisch heißt sie naika (内科). Eine Klinik wird als kurinikku (クリニック) bezeichnet, ein Krankenhaus als byōin (病院). Große Krankenhäuser behandeln Notfälle rund um die Uhr, doch für nicht dringende Fälle können Wartezeiten, Öffnungszeiten oder eine vorherige Anmeldung eine Rolle spielen.

Nimm Reisepass, Versicherungsunterlagen und – falls vorhanden – eine Liste deiner Medikamente mit. Wer in Japan gesetzlich versichert ist, zeigt normalerweise seine Versicherungskarte vor. Reisende ohne japanische Versicherung bezahlen die Rechnung oft zunächst selbst und reichen sie anschließend bei ihrer Auslandskrankenversicherung ein. Bitte um eine detaillierte Rechnung und frage bei deiner Versicherung nach den benötigten Unterlagen, bevor du dich auf einzelne Erstattungsregeln verlässt.

Wenn Kommunikation schwierig wird, helfen kurze Sätze, ein Übersetzer auf dem Telefon und eine Notiz mit Allergien oder regelmäßig eingenommenen Medikamenten. In touristischen Gegenden gibt es eher englischsprachige Angebote; außerhalb davon ist es klug, vor dem Weggehen die Sprachunterstützung der Praxis zu prüfen.

Apotheke und Medikamente in Japan

In Apotheken findest du rezeptfreie Mittel gegen manche leichte Beschwerden. Frage dort nach kaze no kusuri (風邪の薬), wenn du ein Mittel gegen Erkältung suchst, oder nach nodo no kusuri (喉の薬) bei Halsbeschwerden. Eine yakkyoku (薬局) liegt oft in der Nähe einer Praxis; verschriebene Medikamente werden dort abgeholt.

Packungsformen, Wirkstoffe und Dosierungen können sich von Produkten aus Deutschland unterscheiden. Nimm deshalb nicht eigenmächtig mehr Tabletten oder Beutel ein, nur weil ein Präparat schwächer wirkt als erwartet. Lies die Packungsbeilage, frage das Apothekenpersonal und weise auf Allergien, Schwangerschaft sowie andere Medikamente hin. Der verlinkte Leitfaden zu Medikamenten in Japan hilft beim Einordnen der Begriffe.

Medikamente in einer japanischen Apotheke

Mit Rücksicht auf andere auskurieren

Eine Maske wird in Japan häufig getragen, wenn jemand Husten oder Schnupfen hat. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung, kann aber zusammen mit Hustenetikette, Händewaschen und Abstand in vollen Innenräumen eine rücksichtsvolle Gewohnheit sein. Einwegmasken werden gewechselt, wenn sie feucht oder verschmutzt sind.

Ein heißes Bad oder Onsen kann angenehm sein, ist aber kein Ersatz für Behandlung. Wenn du Fieber hast, dich schwach fühlst oder unsicher bist, ob du unterwegs sein solltest, ist Ruhe meist die vernünftigere Wahl. Folge den Anweisungen der behandelnden Praxis; weitere Grundlagen zum Gesundheitssystem und Krankenhäusern in Japan findest du dort.

Nützliche Wörter für Arztbesuch und Apotheke

Die folgenden Wörter ersetzen kein Gespräch mit medizinischem Personal, machen aber Anmeldung und Apotheke leichter. Zeige bei Bedarf auch die japanische Schreibweise auf dem Bildschirm.

DeutschJapanischRomaji
Erkältung風邪kaze
Grippeインフルエンザinfuruenza
Symptom症状shōjō
Medikamentkusuri
Fiebernetsu
Kopfschmerzen頭痛zutsū
Halsschmerzen喉が痛いnodo ga itai
Muskelschmerzen筋肉痛kinnikutsū
Bauchschmerzenお腹が痛いonaka ga itai
Schüttelfrost寒気samuke
Müdigkeit疲れtsukare
Hustenseki
Auswurftan
Nasenverstopfung鼻づまりhanazumari
Schnupfen鼻水hanamizu
Erbrechen嘔吐ōto
Allergieアレルギーarerugī
Durchfall下痢geri
Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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