Die viereckige Wassermelone und die teuersten Früchte Japans

Die viereckige Wassermelone und die teuersten Früchte Japans

Suikawari, die Form aus Zentsuji und die Geschenkfrüchte, deren erste Auktion der Saison eigene Regeln hat.

Haben Sie schon einmal eine Wassermelone gesehen, die wie ein Würfel im Regal steht? In Zentsuji auf Shikoku wächst sie in einer Kiste. Daneben gibt es Melonen, Trauben und Mangos, die in Japan als Geschenk angebaut werden und bei der ersten Auktion der Saison eigene Preise bekommen.

Der Preis hängt an der japanischen Gewohnheit, Obst zu verschenken, und an einem Anbau, der Form, Glanz und Zucker strenger prüft als die Ware für den Alltag. Die Geschenkexemplare sehen deshalb oft gleichmäßig aus, mit wenigen Kernen und in einer Größe, die in die Schachtel passt.

Beginnen wir mit der quadratischen Wassermelone.

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Die quadratische Wassermelone aus Zentsuji

Die Wassermelone heißt auf Japanisch suika (西瓜) und gehört zum Sommer. An den Stränden spielt man suikawari (スイカ割り): einer Person werden die Augen verbunden, und sie soll die Melone mit einem Stock treffen. Neben dieser runden Sommerfrucht bauen Höfe in Japan auch Würfel, Herzen und Pyramiden an.

Am Strand zerschlägt ein Mann mit Stirnband eine Wassermelone mit einem Stock. Daneben eine quadratische Wassermelone der Sorte Shimao mit einer rosa Schleife.

Das Zentrum des Würfels ist Zentsuji in der Präfektur Kagawa, vor allem das Viertel Fudeoka (筆岡). Die Stadt beschreibt die Frucht als Würfel mit etwa 19 Zentimetern Kantenlänge. 1978 stellte Tomoyuki Ono (小野友之) ein Verfahren vor, mit dem eine Frucht in eine Form hineinwächst. Die Höfe der Wassermelonen-Abteilung von JA Kagawa in Zentsuji machten daraus ihre Spezialität. Der Würfel sollte in den Kühlschrank passen und sich leichter schneiden lassen.

Sobald die Frucht eine bestimmte Größe hat, kommt sie in eine durchsichtige Kunststoffkiste mit Rahmen. An der Ranke bleibt eine einzige Melone, und die Pflanze versorgt nur dieses Stück. Für die saubere Kante wird vor der vollen Reife geerntet. Auf den Etiketten steht die Sorte Shimao (縞王). Süß wird dieser Würfel kaum. Im Kaufhaus steht er als Schmuck und als Geschenk, und bei guter Lagerung hält er ungefähr ein Jahr.

Im Großhandel liegt ein Stück oft bei etwa 10.000 Yen. Auf dem Foto aus der Auslage trägt ein kleiner Würfel ein Schild mit 10.800 Yen. Am 14. Juni 2019 wurde der Name 善通寺産四角スイカ, Zentsuji-san shikaku suika, als geografische Angabe eingetragen, unter der Nummer 82. Dieselbe Form ist auch außerhalb Japans aufgetaucht, unter anderem auf einem Markt in München.

Mehrere grün gestreifte Würfelwassermelonen liegen nebeneinander. In der Auslage steht ein Schild mit 10.800 Yen an einem kleinen Viereck.

Nach dem Würfel kamen weitere Formen dazu. Die Herzform wird zu festlichen Anlässen angeboten, etwa zum Valentinstag und zum Muttertag. Die Pyramide ist seltener und dient in den Obstabteilungen vor allem als Blickfang. Beide wachsen nach demselben Prinzip: die junge Frucht nimmt die Form der Kiste an.

Auktionsfrüchte und das Obst für den Alltag

Die Summen aus der ersten Auktion der Saison gelten für einzelne Spitzenkisten. Eine gewöhnliche Wassermelone auf dem Markt kostet einen Bruchteil davon. Die laufenden Ladenpreise stehen im Überblick zu den Preisen für Obst und Gemüse auf den Märkten in Japan.

Yubari-Melone

Die Yubari-Melone (夕張メロン) wächst in Yubari auf Hokkaido. Die Schale trägt ein feines Korknetz, das Fruchtfleisch ist orange und sehr süß. Am 22. Mai 2026 brachten zwei dieser Melonen bei der ersten Auktion der Saison in Sapporo 5,8 Millionen Yen. Das war ein Rekord. 2019 hatte eine Kiste mit zwei Melonen 5 Millionen Yen erreicht. Den Zuschlag 2026 bekam der Großhändler Futami Seika aus Kushiro. Die Melonen sollten danach im Keio Store in Tama, westlich von Tokio, ausgestellt werden. Die Genossenschaft von Yubari plante für dieselbe Saison einen Versand von 3.086 Tonnen. Der Preis im Geschäft liegt unter dem Eröffnungsgebot.

Eine Netzmelone mit drei orangefarbenen, saftigen Spalten auf einem länglichen Teller.

Ruby-Roman-Trauben

Ruby Roman (ルビーロマン) kommt aus der Präfektur Ishikawa. Jede Beere muss mindestens 20 Gramm wiegen, etwa die Größe eines Tischtennisballs, und mindestens 18 Grad Zucker erreichen. In der Premiumklasse wiegt jede Beere über 30 Gramm, und die ganze Traube wiegt mindestens 700 Gramm. Im August 2008 ging die erste Traube von etwa 700 Gramm für 100.000 Yen über den Tisch. Im Juli 2016 erzielte eine Traube mit 26 Beeren und ebenfalls rund 700 Gramm bei der ersten Auktion in Kanazawa 1,1 Millionen Yen. Am 17. Juli 2026 brachte eine Traube der Klasse Tokushu G, mit 33 Beeren und etwa einem Kilogramm, bei der ersten Auktion in Kanazawa 1 Million Yen. In dieser Traube lag der rechnerische Preis bei etwa 30.000 Yen je Beere. Der Händler Ichifuji wollte die Traube nach Tokio bringen, in ein Obstgeschäft in Mitaka.

Eine Hand hält eine sehr große rote Weinbeere. Auf dem blauen Teller daneben liegt eine Traube in gewöhnlicher Größe.

Densuke-Wassermelone

Die Densuke (でんすけすいか) wächst in Toma (当麻) auf Hokkaido. Die Schale ist glänzend und fast schwarz, ohne die hellen Streifen der Sommerwassermelone. Am 18. Juni 2026 begann dort die Ernte. Die ersten Auktionen waren für den nächsten Tag in Sapporo und Asahikawa angesetzt. Bis August rechneten die Höfe mit etwa 40.000 Früchten. Nach der Ernte wird jede Melone poliert und in eine Kiste gelegt. Gegessen wird sie wegen des festen, süßen Fleisches. Der Würfel aus Zentsuji bleibt das Stück für das Regal.

Eine runde Wassermelone mit fast schwarzer Schale liegt neben einer roten Spalte.

Mango Taiyo no Tamago

Taiyo no Tamago (太陽のタマゴ), das Ei der Sonne, ist eine Mango aus Miyazaki. Den Namen tragen Früchte der Marke Miyazaki-Kanjuku-Mango, die von selbst ins Netz fallen und die Vorgaben zu Zucker, Gewicht und Farbe erfüllen. Dazu gehören mindestens 350 Gramm und 15 Grad Zucker. Am 16. April 2026 ging bei der ersten Auktion auf dem zentralen Großmarkt von Miyazaki eine Kiste mit zwei Früchten für 550.000 Yen weg. Den Zuschlag bekam das Obstgeschäft Nangoku Fruit im Kaufhaus Iwataya in Fukuoka, zum zweiten Mal in Folge. Die reifen Mangos der Präfektur sollten 2026 von 216 Höfen kommen, mit einer erwarteten Menge von 850,6 Tonnen. Die Hauptlieferung liegt zwischen Mitte Mai und Anfang Juli.

Zwei rote Mangos in einer Geschenkschachtel mit rosa Netzen. Auf der linken Schale steht senkrecht Taiyo no Tamago, auf der rechten ein Glückwunsch zur Verkaufsfreigabe.

Queen-Erdbeeren von Sembikiya

Die Queen Strawberry wächst in Kagawa und wird für das Obsthaus Sembikiya Sohonten angebaut, auf erhöhten Beeten, damit die Beere rundherum Licht bekommt und bis innen rot wird. Sie ist eine Winterfrucht und läuft über diesen Laden. Auf dem Preisschild der abgebildeten Schachtel stehen 6.825 Yen inklusive Steuer für zwölf Beeren.

Holzkisten mit großen roten Erdbeeren unter Folie. Das Schild von Sembikiya nennt zwölf Queen Strawberries für 6.825 Yen inklusive Steuer.

Apfel Sekai Ichi

Sekai Ichi (世界一) ist die Handelsbezeichnung der Apfelsorte Aori 4 aus Aomori. Sie wurde 1974 eingetragen und geht auf eine Kreuzung von Red Delicious und Golden Delicious zurück. Der Name hält fest, dass die Früchte bei der Einführung als besonders groß galten. Kleine Exemplare wiegen etwa 350 Gramm, große oft 500 bis 600 Gramm, und einzelne Stücke gehen über ein Kilogramm. Das Fleisch ist fest, saftig und im Geschmack zurückhaltend. Gekauft wird der Apfel vor allem als Geschenk.

Ein roter Apfel hängt noch am Ast, während eine Hand ein Etikett auf die Schale drückt.

Dekopon

Dekopon ist die Marke. Die Sorte heißt Shiranui (不知火). Sie entstand 1972 an der Obstversuchsstation in Kuchinotsu, in der Präfektur Nagasaki, aus der Kreuzung von Kiyomi und der Ponkan-Sorte Nakano Nr. 3. Am Stiel sitzt ein Höcker, das Deko. Den Namen Dekopon trägt eine Lieferung, wenn sie über die zugelassenen Genossenschaften geht, mindestens 13 Grad Zucker hat und höchstens 1 Prozent Säure. Der Dekopon liegt im normalen Obstregal, bei den Früchten, die man zum Essen mitnimmt. Die japanischen Namen dieser Früchte stehen im Überblick zu Früchten und Gemüse auf Japanisch.

Nahaufnahme einer orangefarbenen Zitrusfrucht mit dem höckerigen Kranz am Stiel, umgeben von weiteren Früchten derselben Art.

Die quadratische Wassermelone in Love Hina

In der OVA von Love Hina bekommt Mutsumi Otohime eine quadratische Wassermelone und freut sich darüber. Im Manga ist die Wassermelone ihr Lieblingsessen, und sie schneidet sie gern für die anderen auf. Die Szene setzt voraus, dass das Publikum den Würfel schon kennt.

Mutsumi aus Love Hina hält lächelnd eine kleine quadratische Wassermelone. Vor der Schiebetür sitzt eine andere Figur mit dem Rücken zum Bild.

Wenn Sie in einem Kaufhaus vor dem Würfel stehen, sehen Sie ein Geschenk aus Zentsuji. Yubari-Melone, Ruby Roman und Taiyo no Tamago sind zum Essen da, und die Millionen gehören zur ersten Kiste der Saison. Für den Einkauf unter der Woche bleiben die Preise vom Markt die richtige Orientierung.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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