Suihanki – Der japanische Reiskocher und seine unzähligen Möglichkeiten

Vom 1945er-Aluminiumtopf bis zum Hightech-Gerät: Warum der Suihanki in Japan zum Alltag gehört.

Reiskocher sind in Japan sehr beliebt. Diese elektrischen Geräte heißen auf Japanisch Suihanki [炊飯器] und sind inzwischen auf der ganzen Welt populär geworden. Sie erleichtern den Alltag, und neben dem simplen Reis kochen sie noch viele andere Dinge, die in keiner Küche fehlen sollten.

Im japanischen elektrischen Reiskocher Reis zuzubereiten ist denkbar einfach: Du gibst den gewaschenen Reis hinein, füllst Wasser nach dem Messbecher nach, drückst den Deckel zu und wartest. Nach etwa 10 bis 15 Minuten ist der Reis fertig, und das Gerät schaltet sich von selbst ab.

Diese Einfachheit entlastet den hektischen Alltag vieler Menschen in Japan, die zwischen Arbeit, Familie und Haushalt jonglieren. Der Suihanki hält den Reis zudem den ganzen Tag über warm und eignet sich für eine ganze Reihe weiterer Gerichte, die wir dir in diesem Artikel vorstellen.

Ein moderner japanischer Suihanki-Reiskocher mit geöffnetem Deckel, daneben eine Schale frisch gegarten weißen Reises

Wie ist der japanische Reiskocher entstanden?

Den ersten Suihanki [炊飯器] stellte 1945 das Unternehmen Mitsubishi her. Damals funktionierte er noch mit einer Heizspule, bestand aus Aluminium und besaß keinen automatischen Abschaltmechanismus.

Das erste vollautomatische Elektromodell kam 1956 auf den Markt und wurde von Yoshitada Minami in Zusammenarbeit mit Toshiba entwickelt. Der Erfolg war überwältigend: Monatlich verließen über 200.000 Töpfe die Fabrik.

In den 1980er-Jahren gehörte der Reiskocher in fast allen japanischen Haushalten zur Grundausstattung. Bald darauf expandierten die Hersteller nach China, Korea und schließlich in die ganze Welt. Mit jeder neuen Gerätegeneration verbesserte sich die Technik, und damit auch der Geschmack des Reises und die Beliebtheit des Suihanki.

Vergleich zwischen einem modernen Reiskocher mit Digitalanzeige und einem älteren Aluminiummodell aus den 1950er Jahren

Die unzähligen Möglichkeiten mit einem Suihanki

Viele nutzen den japanischen Reiskocher nur für Reis. Dabei beherrscht er noch viel mehr: Von Suppen über Brot bis hin zu Desserts gelingen darin zahlreiche Rezepte, die weit über Reis und Reisableitungen hinausgehen. Die folgende Liste zeigt dir eine Auswahl an Gerichten, die du mit einem Reiskocher zubereiten kannst – und die dir die Entscheidung erleichtern, dir selbst einen zuzulegen.

Wenn du etwas anderes als Reis im Suihanki kochst, achte einfach darauf, ob die Zutaten ausreichend gegart sind oder ob sie zu lange im Topf bleiben.

  • Bohnen
  • Suppen
  • Süßreis
  • Brot
  • Pudding
  • Heiße Schokolade
  • Kompott
  • Nudeln
  • Herzhafte Torten
  • Frittata
  • Gekochte Eier
  • Fleisch
  • Gedünstetes Gemüse
  • Hackfleisch mit Tomaten
  • Cremiger Mais
  • Sukiyaki – ein klassischer japanischer Eintopf mit dünnen Rindfleischscheiben, Tofu und Gemüse
  • Couscous
  • Stroganoff
  • Hühnersuppe
  • Käsekuchen
Eine Schale Sukiyaki mit dünnen Rindfleischscheiben, Tofu, Frühlingszwiebeln und Pilzen – ein typisches Gericht, das sich auch im Reiskocher zubereiten lässt

Wie du siehst, sind die Möglichkeiten mit einem japanischen Reiskocher riesig. Er kann allen helfen, die abends keine Lust haben, den Herd anzuwerfen, und trotzdem eine warme Mahlzeit wollen. Auch eine einfache Schale Gohan (japanischer Reis) gelingt darin ohne Aufwand.

Der Suihanki ist deutlich günstiger als eine elektrische Fritteuse und vielseitiger. Wenn du schon einen hast: Welches Gericht gelingt dir darin am besten? Und wenn du noch mit dem Kauf liebäugelst: Worauf wartest du noch?

Quellen
Kevin Henrique

Über den Autor: Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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