Wer „Vogel“ auf Japanisch sucht, trifft zuerst auf 鳥, gesprochen tori. Das Kanji sieht aus wie ein Vogel im Profil — Kopf, Flügel, Schwanz — und trotzdem heißt fast keine Art einfach nur so.
In zusammengesetzten Namen wird aus tori oft ein weiches -dori, und daneben sitzt die sinojapanische Lesung -chō, wie in hakuchō für den Schwan. Dazu kommt ein Schreibdetail, das Lernende regelmäßig überrascht: viele Vogelnamen stehen im Alltag lieber in Katakana als im Kanji.

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Tori schreiben: Kanji, Katakana und die Lesung -chō
Das Zeichen 鳥 hat zwei Lesungen, die man nicht durcheinanderwerfen sollte. Die Kun-Lesung tori ist das Alltagswort. Die On-Lesung chō taucht in Zusammensetzungen auf: hakuchō [白鳥] für den Schwan, yachō [野鳥] für Wildvögel, chōrui [鳥類] für die Vogelklasse. Wer nur tori paukt, versteht Schilder in Parks und Museen nur zur Hälfte.
Bei Tiernamen gilt eine Schreibgewohnheit, die Lehrbücher oft erst spät erwähnen: selbst wenn ein Kanji existiert, schreibt man die Art häufig in Katakana. Pengin, furamingo, kondoru kommen fast nur so vor. Auch klassische Namen wie tsubame oder suzume sieht man in Texten oft als ツバメ und スズメ. Das Kanji bleibt die förmliche Form. Die Kana-Schreibung ist die, die man im Café, im Kinderbuch und im Chat trifft.
Ein praktisches Extra: Vögel zählt man mit 羽, gesprochen wa. Fünf Vögel sind also tori ga go-wa imasu [鳥が五羽います], nicht hon und nicht hiki. Wer den Rahmen um tori herum setzen will, findet ihn in der Liste der Tiernamen auf Japanisch — dort sitzt der Vogel neben Hund, Katze und den Zählwörtern, die jedes Tier anders behandeln.
Zwei Fallen, die in Wortlisten gern untergehen: das Alltagswort für Eule ist fukurō [フクロウ], nicht der Artname torafuzuku (Waldohreule) aus der Tabelle unten. Und taka [鷹] meint den Habicht bzw. Greifvogel allgemein. Der Wanderfalke hat sein eigenes Wort, hayabusa [隼]. Ein Zugvogel heißt übrigens wataridori [渡り鳥], ein kleiner Singvogel oft einfach kotori [小鳥].
Liste der Vogelnamen auf Japanisch
Zum schnellen Nachschlagen reicht die Suche im Browser. Die japanische Spalte folgt der Form, die man in Wörterbüchern und auf Infotafeln findet — mal Kanji, mal Katakana. Das Romaji hält die Länge (ō, ū), damit kō und ko nicht in eins fallen.
Ein Name aus der Liste trägt extra Gewicht in Japan: der grüne Fasan, kiji [キジ], gilt als Nationalvogel. Der Kranich tsuru [鶴] steht für Langlebigkeit und taucht in Origami, Hochzeiten und Winterfotos aus Hokkaidō auf. Die Krähe (karasu) ist im Alltag allgegenwärtig — und in der Symbolik deutlich freundlicher, als der europäische Ruf vermuten lässt.
| Deutsch | Japanisch | Romaji |
| Adler | 鷲 | washi |
| Albatros | アホウドリ | ahōdori |
| Amsel | クロウタドリ | kurōtadori |
| Auerhuhn | ヨーロッパオオライチョウ | yōroppa ōraichō |
| Birkhuhn | クロライチョウ | kuro raichō |
| Buchfink | ズアオアトリ | zuaoatori |
| Dohle | ニシコクマルガラス | nishikokumaru garasu |
| Elster | 鵲 | kasasagi |
| Ente | 鴨 | kamo |
| Fasan | キジ | kiji |
| Flamingo | フラミンゴ | furamingo |
| Gans | ガチョウ | gachō |
| Geier | ハゲワシ | hagewashi |
| Gimpel | 鷽 | uso |
| Habicht / Falke | 鷹 | taka |
| Haselhuhn | エゾライチョウ | ezo raichō |
| Kanarienvogel | 金糸雀 | kanaria |
| Kohlmeise | 四十雀 | shijūkara |
| Kolibri | 蜂鳥 | hachidori |
| Kolkrabe | 渡鴉 | watari garasu |
| Kondor | コンドル | kondoru |
| Kranich | 鶴 | tsuru |
| Krähe | 鴉 | karasu |
| Kuckuck | 郭公 | kakkō |
| Lerche | 雲雀 | hibari |
| Mauersegler | 雨燕 | amatsubame |
| Möwe | 鴎 | kamome |
| Nachtigall | サヨナキドリ | sayonakidori |
| Papagei | オウム | ōmu |
| Pelikan | ペリカン | perikan |
| Pfau | 孔雀 | kujaku |
| Pinguin | ペンギン | pengin |
| Rebhuhn | ヨーロッパヤマウズラ | yōroppa yamauzura |
| Reiher | 鷺 | sagi |
| Saatkrähe | 深山烏 | miyama garasu |
| Schwalbe | 燕 | tsubame |
| Schwan | 白鳥 | hakuchō |
| Singdrossel | 歌鶫 | uta tsugumi |
| Spatz | 雀 | suzume |
| Specht | キツツキ | kitsutsuki |
| Star | ムクドリ | mukudori |
| Storch | シュバシコウ | shubashikō |
| Strauß | 駝鳥 | dachō |
| Taube | 鳩 | hato |
| Uhu | ワシミミズク | washi mimizuku |
| Vogel | 鳥 | tori |
| Wacholderdrossel | ノハラツグミ | nohara tsugumi |
| Wachtel | ウズラ | uzura |
| Waldohreule | トラフズク | torafuzuku |
| Wanderfalke | 隼 | hayabusa |

Vogelstimmen auf Japanisch
Japanisch malt Tierlaute mit eigenen Wörtern, nicht nur mit einem allgemeinen „piep“. Der Hahn macht kokekokkō, die Krähe kākā, die Ente gāgā. Das Verb dahinter ist oft naku [鳴く]: rufen, laut werden — bei Vögeln das Standardverb, wo Deutsch je nach Art krähen, zwitschern oder schnattern sagt.
- gackern — kokkotto naku [コッコッと鳴く]
- krähen (Hahn) — kokekokkō to naku [コケコッコーと鳴く]
- kikeriki — kokekokkō [コケコッコー]
- zwitschern / singen — saezuru [さえずる]
- krächzen — kākā to naku [カーカーと鳴く]
- schnattern — gāgā naku [ガーガー鳴く]
- rufen (Tierlaut) — naku [鳴く]
- piepen — pīpī naku [ピーピー鳴く]
Wer diese Laute sammelt, merkt schnell, dass sie denselben Bauplan haben wie Regen, Schritte und Herzschlag in Manga: verdoppelte Silben, oft ein to naku dahinter. Eine breitere Sammlung steht in der Übersicht der japanischen Onomatopoesie.
Und wenn aus einem Vogel plötzlich ein Zug wird: der Shinkansen und der Eisvogel teilen sich eine Designgeschichte, die wir extra zum Hochgeschwindigkeitszug und Eisvogel erzählen. Kawasemi [カワセミ] steht nicht in der Liste oben — genau deshalb lohnt der Abstecher, sobald die Vokabeln sitzen.
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