Im eigenen Japan sehen wir japanische Charaktere in Animes im Gegensatz zu ihrem Aussehen in der Wirklichkeit dargestellt. Bunte Haare, große Augen und eine große Statur.
Im Westen sind in bestimmten Zeichnungen wie South Park ihre Merkmale übertrieben dargestellt und sie werden mit sehr kleinen Augen, großen Brillen, Pferdezähnen, einem albernen Gesicht und einer extrem geringen Statur gezeichnet, mit der Absicht, sie zu verspotten.
Doch diese Karikaturen von heute stehen dem bei Weitem nicht nach im Vergleich zu einem Kurzfilm, der 1943 von Warner Bros. Pictures im Zweiten Weltkrieg gemacht wurde. Der Kurzfilm heißt Tokio Jokio und man findet ihn leicht auf YouTube, da Warner Bros. die Urheberrechte nicht erneuert hat, ist die Animation gemeinfrei.
Inhaltsverzeichnis
Die Tokio Jokio-Animation
Der Kurzfilm Tokio Jokio dauert etwa 7 Minuten und die Animation beginnt mit dem Erzähler, der sagt:
Achtung, bitte! Dieser für die Öffentlichkeit freigegebene Film wurde vom Feind gefangen genommen! Er ist ein Beispiel für bösartige japanisch-nazistische Propaganda!
Anschließend wechselt das Bild zu einem Hahn, der kurz davor ist zu krähen, als plötzlich ein zahniger Geier mit großen Brillen aus dem Inneren des Hahns auftaucht und auf Japanisch „Kikeriki, bitte!“ sagt.
Und dann wechselt das Bild zu einem Text „Zivilschutz“ und es geht weiter zu dem Bild eines Dorfes, während der Erzähler über die „beste Luftangriffs-Sirene“ spricht und zwei Japaner sich am Gesäß gegenseitig piesacken und schreien.
Danach wechselt die Szene zu einem „Beobachtungsposten“, der im Wesentlichen ein Pfosten voller Schlüssellöcher ist, und danach erscheint der „Flugzeugbemaler“, der buchstäblich ein Flugzeug mit Tupfen schmückt.
Der Erzähler spricht dann über das „Brandverhütungszentrum“, während die Szene Trümmer dieses Zentrums zeigt. Der Erzähler sagt anschließend: „Oh, Mist! Zu spät!“
Die Szene geht über zu einem Bild einer brennenden Brandbombe mit dem Text „Brandbomben: Erste Lektion“ und dann erscheint ein Japaner mit einem Regenschirm.

Wie endet der Tokio Jokio-Kurzfilm?
Dann erscheint ein Text: „Bleib 5 Sekunden von Brandbomben fern“ und der Japaner schaut auf seine Uhr und zählt fünf Sekunden. Dann nähert er sich und beginnt, Würstchen in der Nähe der daraufhin explodierenden Bombe zu braten.
Dann wechselt die Szene zu den „Küchentricks“, in denen Hideki Tojo (der damalige japanische Premierminister) zeigt, wie man ein Papier-Sandwich macht, und danach ihm auf den Kopf schlägt.
Anschließend wechselt die Szene zum „Siegesoutfit der Japaner“, in dem es keine Ärmel, keine Falten, kein Revers und auch keine Uniform gibt, während ein halbnackter Japaner friert und sich mit einer Kerze wärmt.
Die Szene wechselt zu den „Hauptpersonen“, in der Admiral Isoroku Yamamoto (verantwortlich für die Planung des Angriffs auf Pearl Harbor) auf Stelzen geht, um größer auszusehen, und seine Absicht erklärt, Friedensbedingungen im Weißen Haus zu verhandeln.
Eine Anmerkung des Herausgebers erscheint und bedeckt den Bildschirm mit dem Text: „Dies ist der reservierte Raum für Admiral Yamamoto“ und anschließend wird ein elektrischer Stuhl gezeigt. Im Kurzfilm erscheinen auch die Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini, die satirisch dargestellt werden.
Was war die Absicht von Tokio Jokio?
Damals standen Japan und die Vereinigten Staaten im Krieg, und die Amerikaner produzierten eine solche Animation, um den Feind zu demotivieren und anti-japanische Propaganda zu verbreiten. Im Krieg war es üblich, Propaganda zu verbreiten, die den Feind demotiviert (sowohl auf Seiten der Alliierten als auch der Achse) und das Selbstbewusstsein der Nation zu stärken.
Heutzutage gilt diese Art von Propaganda als rassistisch und würde aufgrund des Inhalts der Animation nicht ausgestrahlt werden. Warner Bros. hat die Urheberrechte des Kurzfilms absichtlich nicht erneuert, damit die Animation in Vergessenheit gerät.
Und Sie? Kannten Sie diese Tokio Jokio-Propaganda? Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Wir würden gerne mehr in den Kommentaren hören und würden uns über Ihre ggf. Weiterverbreitung freuen.


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