Wie bekämpfen Japanerinnen Falten und das Altern?

Wie bekämpfen Japanerinnen Falten und das Altern?

Zwischen Nachtcreme, Onsen und Masken, die man morgens erst erklären muss

Wir haben schon darüber gesprochen, wie es Japanerinnen gelingt, so jung zu wirken — Ernährung, Klima, ein Stück Genetik. Heute geht es um das, was danach kommt: Cremes, Seren und Geräte gegen Mimikfalten, Erschlaffung und alles, was der Spiegel nach dreißig nicht mehr verzeiht. Von der Nachtcreme bis zu Masken, die aussehen, als kämen sie aus einem Gag-Shop.

Ob das wirklich vor dem unheilvollen Alter rettet, ist eine andere Frage. In Japan hat dieses Alter sogar einen Namen: Yakudoshi. Die Mittel, die dagegen ins Feld geführt werden, reichen vom seriösen Labor bis zur Erfindung, über die man erst einmal lachen muss.

Porträt einer Japanerin mit klarer, gepflegter Haut
Inhalt 8

Wie schaffen es Japanerinnen, jünger zu wirken?

Kaltes Klima hilft der Haut, das stimmt. Wer viel Sonne abbekommt, zahlt oft mit Flecken und früheren Falten. In Japan gehört der Schatten — Hut, Ärmel, Sonnencreme — zum Alltag, nicht nur zum Strandtag. Das ist unspektakulär und wirkt mehr als jede Creme, die man erst nach dem Sonnenbrand aufträgt.

Die Küche spielt mit: Fisch mit Omega-3, oft täglich Misoshiru, und Magnesium in Lebensmitteln und Thermalquellen. Süßes gibt es, aber der Alltag sieht anders aus als eine Dauer-Naschstraße.

Dazu kommt die Gewohnheit, in Onsen mit mineralreichem Wasser zu baden. Nicht jedes Bad ist ein Anti-Falten-Labor, aber die Haut wird durchfeuchtet, der Alltag wird langsamer, und das Gesicht merkt den Unterschied zwischen heißem Dampf und trockener Heizungsluft.

Gruppe junger Japanerinnen auf der Straße

Dem Alter entkommt trotzdem niemand. Um die Vierzig wird das Make-up bei vielen Japanerinnen dichter, die Schublade mit Seren voller, und die Suche nach etwas, das wirklich hält, nervöser. Hier beginnt der Markt — und auch der Zirkus.

Sonnenschutz, bevor die Creme kommt

Wer in Tokio im Juli ohne Sonnencreme zur Bahn geht, sieht das später im Spiegel. Japanische Tagespflege rechnet mit UV, nicht nur mit Feuchtigkeit. Leichte Gele und Fluids mit hohem Lichtschutzfaktor gehören zur Routine vieler Frauen — auch im Winter, auch im Büro hinter Glas.

Deshalb wirkt so viel japanische Anti-Falten-Pflege vorbeugend: erst Barriere und Sonne, dann Serum. Wer nur nachts eine schwere Creme aufträgt und tagsüber ungeschützt bleibt, kämpft gegen denselben Schaden, den die Sonne täglich neu macht.

Verwenden Japanerinnen Anti-Aging-Cremes?

Manche Leute glauben, Klima, Küche und Gene allein würden erklären, warum eine Frau mit vierzig noch wie Mitte zwanzig wirkt. Das ist nicht immer wahr. Da steckt oft Make-up, eine strenge Routine und eine Menge Produkte dahinter.

Nahaufnahme einer gepflegten Gesichtshaut

Wer die Schönheit halten will, folgt oft einer engen Linie: wenig Fettiges am Tag, Schicht um Schicht Feuchtigkeit, nachts die schwerere Pflege. Den Alltag abseits der Wunderdose haben wir in den 10 Geheimnissen für eine perfekte Haut genauer beschrieben. Hier geht es um die härteren Mittel — und um die skurrilen.

Anti-Falten-Cremes aus Japan

Über Anti-Falten-Cremes zu schreiben ist undankbar. Es gibt Tausende Seren, Öle, Lotionen, Peelings. Was gestern in einer Rangliste stand, ist morgen umbenannt oder verschwunden.

Die bekannten Häuser bleiben: Shiseido (unter anderem Ultimune), DHC, SK-II, POLA, Sofina, Elixir, MUJI mit günstigerer Aging-Care, dazu Apothekenmarken wie Hada Labo oder Melano CC. Das ist keine Bestenliste — nur die Namen, die in japanischen Drogerien und Kaufhäusern immer wieder auftauchen. Schwere Cremes tagsüber lohnen sich selten: Poren, Glanz, Pickel, und die Sonnencreme rutscht schlechter.

Japanerin trägt Pflege auf das Gesicht auf

Die gründliche Creme-Arbeit passiert nachts, nach der Reinigung. Im Schlaf steigt die Hauttemperatur etwas, und das Produkt zieht ruhiger ein. Typisch japanisch ist die Reihenfolge vom Dünnen zum Dicken: Ölreinigung, Schaum, dann Lotion — das wässrige Gesichtswasser —, Essence oder Serum, zum Schluss Emulsion oder Creme. Wer alles auf einmal ins Gesicht kloppt, macht das Gegenteil von dem, was die Texturen können.

Ich glaube persönlich nicht an die meisten Wunderversprechen auf der Tube. Wasser, Schlaf, Sonne meiden, dann erst das teure Fläschchen — diese Reihenfolge halten viele Japanerinnen ehrlicher ein als der Werbespruch.

Schönheitskliniken und Salons

Neben dem Badezimmer gibt es die Klinik. In japanischen Städten liegen Hautpraxen und Aesthetic-Salons oft neben der Apotheke. Manche gehen zur Reinigung, andere zu Behandlungen gegen Falten, Erschlaffung, Poren oder Pigmentflecken. Schon eine einzelne Sitzung kann leicht über 10.000 Yen liegen.

Hände massieren ein Gesicht mit Öl

Gesichtsmassagen mit Öl sind Alltag, nicht Wellness-Urlaub. Manche Salons verkaufen Entspannung, andere verkaufen Straffung. Die Grenze ist fließend, und die klassische Kobido-Gesichtsmassage sitzt genau dazwischen: Fingerarbeit statt Tube. Die Sauna findet man in Onsen und Super-Sento im ganzen Land — wer täglich ins Sentō geht, pflegt die Haut nebenbei, ohne ein Gerät mit Bedienungsanleitung.

Pflaster, Masken und Anti-Falten-Bänder

Jetzt kommt der Teil, der Japan ausmacht, sobald die Creme nicht mehr reicht. Pflaster, Silikonmasken, Aluminiumformen, Bänder, die das Gesicht über Nacht in Position halten sollen. Manche versprechen, Mimikfalten zu verhindern, indem sie die Haut einfach nicht mehr falten lassen.

Japanische Gesichtsmasken und Silikonpflaster gegen Falten

Welche davon ich empfehlen soll, weiß ich nicht. Es gibt zu viele, und der Blick ins Regal ist halb Kuriositätenkabinett, halb Hoffnung. Kogao-Masken sollen das Gesicht schmaler ziehen, Silikonauflagen kleben über Stirn und Mundwinkel, und morgens muss man manches erst einmal erklären.

Mund- und Nasengeräte gegen Falten

Glaubt man den Packungen, formt man Nase und Mund einfach nach. Es gibt Einsätze, die das Lächeln trainieren, andere versprechen eine andere Stimme, wieder andere eine schmalere Nase. Von weitem wirken sie entsetzlich. Ob sie halten, was draufsteht, steht auf einem anderen Blatt. Es gibt sogar Brillen, die als Anti-Falten-Hilfe verkauft werden.

Ungewöhnliche japanische Geräte gegen Mimikfalten

Andere skurrile Geräte gegen das Altern

Neben Masken, Pflastern und Mundstücken stehen Geräte, die eher nach Labor als nach Kosmetiktasche aussehen.

Eines der bekanntesten ist der ReFa Carat, ein platinbeschichteter Roller von MTG. Die Kugeln sollen eine Lymphdrainage nachahmen; im Griff sitzt oft ein Solarpanel, das einen schwachen Mikrostrom erzeugt. Das klingt nach Science-Fiction und steht trotzdem in japanischen Kaufhäusern, nicht nur in Gag-Shops.

Metallroller und Pflegegeräte für das Gesicht

Dann gibt es den Panasonic Nanocare-Gesichtssteamer — das Gerät, das auf dem Nachttisch wie ein kleiner Reiskocher wirkt. Warmer Nano-Dampf, manchmal auch ein Nachtmodus, der Haut und Haare befeuchten soll, während man schläft. Die Modellnamen wechseln; die Idee bleibt: Dampf statt noch einer Tube.

Die meisten Japanerinnen bleiben bei Creme, Lotion und dem einen Termin in der Klinik. Die Mutigen testen das Gerät, das im Dunkeln leise brummt. Falls du so etwas schon einmal benutzt hast, sag Bescheid. Ich will wissen, ob das Gesicht danach wirklich anders aussieht oder nur die Nachttischlampe.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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