Dōmo (どうも): Bedeutung und Verwendung auf Japanisch

Dōmo (どうも): Bedeutung und Verwendung auf Japanisch

Wann どうも als Dank, Gruß, Verstärkung oder Ausdruck von Unsicherheit passt.

Am Eingang eines Geschäfts, nach einer kleinen Gefälligkeit oder mitten in einem Satz wie どうも分からない: dōmo [どうも] taucht in sehr verschiedenen Momenten auf. Gerade deshalb wirkt es zunächst widersprüchlich. Ist es nun ein Dank, ein Gruß oder ein Wort für ein unbestimmtes Gefühl?

Eine einzige deutsche Übersetzung gibt es nicht. Der Zusammenhang, der Tonfall und die Wörter daneben entscheiden. Wer die Form dōmo und dōmo arigatō auseinanderhält, versteht viele Alltagssituationen sofort besser. In diesem Artikel steht dōmo auch als dōmo mit langem ō; mehr dazu findest du bei der Romanisierung der japanischen Sprache.

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Was bedeutet dōmo [どうも]?

どうも ist ein vielseitiges Adverb und kann auch allein als kurze Redewendung stehen. Wörterbücher führen unter anderem Bedeutungen wie „irgendwie“, „einfach“, „wirklich“ und „danke“. Das heißt nicht, dass alle Übersetzungen gleichzeitig passen: Die Umgebung des Wortes gibt die Richtung vor.

In einer festen Dankesformel verstärkt dōmo den Dank. In einem Satz mit einer negativen oder unsicheren Aussage klingt es eher nach „irgendwie“ oder „einfach nicht“. Es kann außerdem eine Entschuldigung verstärken. Deshalb ist es hilfreicher, auf die ganze Wendung zu schauen als nach einer starren Eins-zu-eins-Übersetzung zu suchen.

どうも allein klingt oft wie ein kurzes, lockeres „Danke“ oder ein knapper Gruß. Mit anderen Wörtern kann es dagegen „wirklich“, „irgendwie“ oder „vielmals“ ausdrücken.

Die Schreibweisen doumo und dōmo bezeichnen dieselbe Aussprache. Das lange ō macht den gedehnten Vokal sichtbar; im Japanischen wird das Wort als どうも geschrieben.

Wann wird dōmo verwendet?

Als kurzer Dank

Allein gesagt ist どうも。 meist ein kurzer, lockerer Dank. Das passt etwa nach einer kleinen Hilfe, wenn jemand eine Tür aufhält oder dir etwas reicht. Gegenüber Freunden, Bekannten oder in einer entspannten Alltagssituation klingt es natürlich; für einen wichtigen formellen Anlass ist die vollständige Wendung sicherer.

Mit arigatō wird der Dank deutlicher: dōmo arigatō bedeutet etwa „vielen Dank“, und dōmo arigatō gozaimasu ist eine höflichere Form. Wenn du verschiedene Arten kennst, auf Japanisch Danke zu sagen, kannst du die passende Stufe leichter wählen.

Die Wendung dōmo arigatō gozaimasu ist also nicht bloß ein längeres dōmo: Das nachfolgende arigatō gozaimasu trägt die Höflichkeit, während dōmo den Dank verstärkt.

Als lockerer Gruß oder knappe Reaktion

Unter Menschen, die sich kennen, kann ein knappes dōmo auch wie ein ungezwungenes „Hallo“ wirken. Nach einer Begegnung im Flur, in einem kleinen Laden oder beim schnellen Wiedersehen reicht der Tonfall oft aus, um zu zeigen, ob gerade gegrüßt oder gedankt wird.

Körpersprache von Reisenden an einem Bahnhof

Allein sollte dōmo jedoch nicht als Allzweckformel für jede formelle Begrüßung oder Verabschiedung dienen. Bei einer förmlichen Vorstellung, einem Geschäftstermin oder einer ausdrücklichen Entschuldigung sind die vollständigen japanischen Ausdrücke klarer und angemessener.

Zur Verstärkung einer Entschuldigung

Vor einer Entschuldigung kann dōmo die Aussage verstärken. どうもすみません [dōmo sumimasen] lässt sich etwa mit „Entschuldigen Sie vielmals“ wiedergeben. Hier steht dōmo nicht für „Danke“, sondern unterstreicht die Entschuldigung.

Dōmo in Sätzen und Gesprächen

In vollständigen Sätzen erscheint dōmo häufig bei Unsicherheit, einem schwer erklärbaren Eindruck oder einer starken Bewertung. Die folgenden Beispiele zeigen, warum eine einzelne Übersetzung zu kurz greifen würde.

  • この文の意味がどうもよく分からない。
  • Kono bun no imi ga dōmo yoku wakaranai.
  • Irgendwie verstehe ich die Bedeutung dieses Satzes nicht besonders gut.

Hier markiert dōmo keine höfliche Floskel. Es vermittelt eher, dass dem Sprecher der Grund für sein Nichtverstehen nicht ganz klar ist.

  • このごろどうも体の調子がよくないんです。
  • Kono goro dōmo karada no chōshi ga yokunai n desu.
  • Irgendwie geht es mir in letzter Zeit nicht besonders gut.

Auch hier klingt eine diffuse Beobachtung mit: Es geht nicht nur darum, dass es jemandem schlecht geht, sondern darum, dass sich die Ursache nicht eindeutig greifen lässt.

  • どうも理解できない。
  • Dōmo rikai dekinai.
  • Ich kann es einfach nicht verstehen.

Je nach Ton kann dōmo in diesem Satz auch Nachdruck tragen. Die Bedeutung bewegt sich dann zwischen „einfach nicht“ und „wirklich nicht“.

  • あの商人はどうもしつこいよね。
  • Ano shōnin wa dōmo shitsukoi yo ne.
  • Dieser Händler ist wirklich ziemlich aufdringlich, oder?

In diesem Beispiel verstärkt dōmo die Einschätzung. Die genaue deutsche Färbung hängt weiterhin vom Gespräch und der Betonung ab.

Dōmo richtig einordnen

Wenn du どうも hörst, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Rest des Satzes: Steht arigatō daneben, geht es um Dank; folgt sumimasen, verstärkt es eine Entschuldigung. Steht dōmo vor einer Aussage wie wakaranai oder chōshi ga warui, beschreibt es eher einen unklaren Eindruck. Allein bleibt es meist locker und knapp.

Genau diese Beweglichkeit macht dōmo so nützlich und zugleich so leicht missverständlich. Statt es immer nur mit „Danke“ zu übersetzen, hör auf Ton, Situation und die restlichen Wörter. Dann wird aus einem kleinen japanischen Wort keine Stolperfalle mehr, sondern ein hilfreicher Hinweis auf die Stimmung des Gesprächs.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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