Verwendung von TEMO (ても) auf Japanisch – „auch wenn“

Verwendung von TEMO (ても) auf Japanisch – „auch wenn“

て-Form + も: Konzessiv („auch wenn“) und Erlaubnis (てもいい) mit klaren Beispielen

Du kannst die て-Form schon bauen – und plötzlich hängt da ein も dran. Aus ても (temo) wird dann oft „auch wenn“, „selbst wenn“ oder „egal wie sehr …“ – und der Satz kippt in die Richtung, die man nicht erwartet hat.

Genau diese konzessive Lesart (und die verwandte Frage nach Erlaubnis mit てもいい) steckt hinter den Beispielen unten. Die Bildung bleibt simpel: Verb in der て-Form + も. Je nach Stamm hörst du ても, でも oder っても – die Logik ändert sich nicht.

Inhalt 4

Was ても nach dem Verb leistet

〜ても verbindet eine Bedingung oder eine Handlung mit einem Ergebnis, das trotzdem (oder gerade deshalb unerwartet) gilt. Im Deutschen greifen oft „auch wenn“, „obwohl“, „selbst wenn“ oder mit いくら „so oft / so sehr … auch“.

  • Bildung: Verb in der て-Form + も
  • Bedeutungskern: A gilt oder passiert – B bleibt oder passiert anders, als man erwarten würde
  • Varianten am Stamm: 読んでも (yondemo), 食べても (tabetemo), 行っても (ittemo) – geschrieben und gesprochen je nach て-Form

Die Partikel markiert hier die Einbeziehung („auch das“); zusammen mit der て-Form entsteht der Kontrast zum Folgesatz. Viele Lerner treffen die Konstruktion in der Nähe von JLPT N4/N5 – und später mit いくら〜ても („egal wie sehr“) im Alltag dauernd.

Beispiele: Verb + ても

説明書をいくら読んでもわからない。
Setsumeisho o ikura yonde mo wakaranai.

So oft ich die Anleitung auch lese, ich verstehe sie nicht.

  • 説明書(せつめいしょ):Bedienungsanleitung, Handbuch
  • いくら:wie oft / wie sehr (Verstärkung)
  • 読む(よむ):lesen → 読んで
  • も:auch / selbst
  • わかる:verstehen
海外に住んでいても投票できるの?
Kaigai ni sunde ite mo tōhyō dekiru no?

Kann man wählen, auch wenn man im Ausland wohnt?

  • 海外(かいがい):Ausland
  • 住む(すむ):wohnen, leben → 住んで
  • 投票(とうひょう):Wahl, Abstimmung
  • できる:können
いくら食べても太らないのはなぜ?
Ikura tabetemo futoranai no wa naze?

Warum nehme ich nicht zu, egal wie viel ich esse?

  • いくら:wie oft / wie sehr
  • 食べる(たべる):essen → 食べて
  • 太る(ふとる):zunehmen, dick werden
  • なぜ:warum
親に色々話しても何もわかってくれない。
Oya ni iroiro hanashite mo nani mo wakatte kurenai.

Auch wenn ich den Eltern allerlei erzähle, verstehen sie mich nicht.

  • 親(おや):Eltern / Elternteil
  • 色々(いろいろ):allerlei, verschiedenes
  • 話す(はなす):sprechen, erzählen → 話して
  • 何も(なにも):nichts (mit Negation)
  • わかる:verstehen (+ くれる: „für mich“)
世の中には、頑張っても無駄な人っていますか。
Yo no naka ni wa, ganbatte mo muda na hito tte imasu ka.

Gibt es in der Welt Menschen, bei denen sich Anstrengung trotzdem nicht lohnt?

  • 世の中(よのなか):Welt, Gesellschaft
  • 頑張る(がんばる):sich anstrengen → 頑張って
  • 無駄(むだ):sinnlos, vergeblich
  • 人(ひと):Mensch, Person
  • います:es gibt (belebt)

Mit いくら〜ても legst du den Fokus auf Maß oder Häufigkeit: „egal wie viel / wie oft A – B bleibt“. Ohne いくら bleibt ても oft näher an „auch wenn A, B“.

ても + いい:darf ich …?

Derselbe Baustein steckt in der höflichen (und lockeren) Erlaubnis: 〜てもいい wörtlich etwa „auch wenn ich das tue – ist das gut?“ Daraus werden Fragen und Erlaubnisse des Alltags.

窓を開けてもいいですか。
Mado o akete mo ii desu ka.

Darf ich das Fenster öffnen?

  • 窓(まど):Fenster
  • 開ける(あける):öffnen → 開けて
  • いい:gut, in Ordnung
一人で行ってもいいですか。
Hitori de itte mo ii desu ka.

Darf ich allein gehen?

  • 一人で(ひとりで):allein
  • 行く(いく):gehen → 行って (Romaji: itte, nicht *okonatte*)
  • いい:in Ordnung
お父さん、質問してもいいですか。
Otōsan, shitsumon shite mo ii desu ka.

Papa, darf ich eine Frage stellen?

  • お父さん(おとうさん):Papa, Vater
  • 質問(しつもん):Frage
  • する:tun → して
ここに座ってもよろしいでしょうか。
Koko ni suwatte mo yoroshii deshō ka.

Wäre es in Ordnung, wenn ich mich hier setze? (formeller)

  • ここ:hier
  • 座る(すわる):sich setzen → 座って
  • よろしい:in Ordnung (höflicher als いい)
これ、食べてもいい?
Kore, tabetemo ii?

Darf ich das essen? (locker, unter Freunden)

  • これ:das hier
  • 食べる(たべる):essen → 食べて

In der lockeren Sprache fällt も manchmal weg (〜ていい), und いい wechselt zu よろしい, wenn du höflicher klingen willst. Die Grundidee bleibt: て-Form + (も) + Bewertung „gut / in Ordnung“.

Kurz merken

  • Verb + ても → „auch wenn / selbst wenn / egal wie …“ zum Folgesatz
  • いくら + Verb + ても → Maß oder Häufigkeit verstärken
  • Verb + てもいい(ですか) → Erlaubnis erfragen oder geben
  • Bildung immer über die て-Form; でも und っても sind Varianten am Stamm, keine zweite Grammatik

Wenn du die Sätze laut liest – Japanisch, Romaji und deutsche Linie nacheinander – merkst du den Rhythmus schneller als mit einer reinen Regelkarte. Danach lohnt es sich, eigene Alltagssätze zu bauen: Arbeit, Bahn, WG, App-Handbuch – überall, wo „trotzdem“ und „darf ich?“ im Deutschen sitzen.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

Community

Kommentare

0 Kommentare

In dieser Sprache gibt es noch keine veröffentlichten Kommentare.

Kommentar senden

Diesen Artikel kommentieren

Sicherheitsprüfung wird geladen...

Bitte keine Links, Embeds oder Werbung senden. Kommentare werden vor der Anzeige per Anti-Spam und automatischer Übersetzung geprüft.