Japanisch lernen mit Anime und Doramas: Ist das möglich?

Wie Anime und Doramas beim Japanischlernen helfen können.

Die Zahl der Menschen, die weltweit Tausende von Stunden mit Anime und Doramas verbringen, ist groß. Doch nur ein kleiner Teil von ihnen lernt dabei auch die Grundlagen des Japanischen. Viele schauen die Folgen mit Untertiteln, kennen aber kaum mehr als einzelne Wörter wie Kawaii oder Senpai. Wenn dir diese Begriffe noch nichts sagen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Bedeutung von Kawaii und Senpai und Kouhai.

Wenn du vorhast, Japanisch mit Anime und Doramas zu lernen, brauchst du vor allem Geduld. Es wird kein leichter Weg und die Erfolgsquote ist eher klein. In diesem Artikel schauen wir uns ein paar Tipps an, mit denen du deinen Wortschatz erweitern und Vokabeln gezielter lernen kannst.

Schalte die Untertitel aus

Wenn du wirklich Japanisch mit Anime und Doramas lernen willst, helfen dir Untertitel zunächst kaum. Solange du auf dem Bildschirm alles auf Deutsch oder Portugiesisch liest, konzentriert sich dein Gehirn fast automatisch auf den Text, weil das die einfachste Verständnishilfe ist.

Natürlich musst du Untertitel nicht sofort abschalten, wenn du einen Anime zum ersten Mal einfach nur genießen willst. Ohne ein Grundniveau an Japanisch würdest du sonst kaum etwas verstehen. Aber viele schauen ihre Lieblingsserien später noch einmal. Genau dann lohnt es sich, dieselben Folgen ohne Untertitel anzusehen.

Japanisch lernen mit Anime und Doramas

Nutze japanische Untertitel

Vorhin ging es darum, Untertitel wegzulassen. Hier kommt der nächste Schritt: Verwende japanische Untertitel. So trainierst du Lesen und Schreiben zugleich. Dafür solltest du natürlich Hiragana, Katakana und ein wenig Kanji kennen.

Wenn du den japanischen Untertitel mitliest, fällt es dir außerdem leichter, die Bedeutung und die Struktur eines Satzes zu erkennen. Mit der Zeit lernst du so auch die vielen Wörter auseinanderzuhalten, die in der Sprache vorkommen.

Eine nützliche Seite für japanische Untertitel ist:

https://kitsunekko.net/

Du kannst Untertitel auch direkt in Dateien wie .ass oder .srt mit einem einfachen Texteditor öffnen. So findest du Dialoge und Sätze aus dem Anime, kannst sie übersetzen, kopieren und gezielt lernen.

Hab Geduld

Wenn du glaubst, dass du Japanisch einfach Episode für Episode lernen kannst, liegst du falsch. Du wirst oft an einer Folge hängen bleiben, bis du alles verstanden und wirklich gelernt hast.

Das muss nicht frustrierend sein. Wichtig ist nur, dass du dir die Zeit nimmst, offene Fragen sofort zu klären. Wenn du einen Satz oder ein Wort nicht verstanden hast, geh zurück, such nach der Bedeutung und schau dir die Stelle noch einmal an. Oft hörst du Wörter zu schnell oder verwechselst ein Wort mit einem anderen.

Versuche außerdem, die Untertitel aktiv mitzulesen und die Sätze nachzusprechen, die die Figuren sagen. Jeder lernt anders, also baue dir deinen eigenen Rhythmus auf. Hauptsache, du bleibst geduldig und lernst sauber.

Japanisch lernen mit Anime und Doramas

Vergiss die Lieder nicht

Auch die Openings und Endings von Anime können sehr hilfreich sein. Wenn du sowieso gerne Karaoke singst, umso besser. Beim Singen benutzt du einen anderen Teil des Gehirns, und es fällt dir leichter, den Text in Hiragana mitzuverfolgen, als nur still zu lesen. Wenn du dir Liedtexte ohnehin gut merken kannst, nutze das, um die Wörter und ihre Bedeutungen zu prüfen. Für den Anfang sind Opening- und Ending-Songs oft ein guter Einstieg.

Wir empfehlen auch zu lesen: KANA: Der ultimative Leitfaden für Hiragana und Katakana

Der einfachste Weg

Wenn du nicht in Japan lebst und wenig Kontakt mit Japanern hast, sind Anime und Doramas ein guter Weg, um japanische Dialoge zu hören. Es gibt keinen besseren Weg, Sprache zu lernen, als sie in echten Gesprächen zu erleben und selbst zu benutzen. Trotzdem solltest du vorher viel Hiragana, Katakana und Kanji lernen und deinen Wortschatz etwas ausbauen, damit du den Dialogen besser folgen kannst.

Eine noch einfachere Möglichkeit, Dialoge zu üben, sind Visual Novels. Im Vergleich zu Anime bieten sie meist ruhigere Gespräche, bereits vorhandene Untertitel und genug Zeit, um Bedeutungen nachzuschlagen. Am Ende ersetzt aber nichts das Lesen eines guten japanischen Buchs oder das Üben von Gesprächen mit Freunden. Und Manga sollten wir natürlich auch nicht vergessen.

Kevin Henrique

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

Community

Kommentare

0 Kommentare

In dieser Sprache gibt es noch keine veröffentlichten Kommentare.

Kommentar senden

Diesen Artikel kommentieren

Sicherheitsprüfung wird geladen...

Bitte keine Links, Embeds oder Werbung senden. Kommentare werden vor der Anzeige per Anti-Spam und automatischer Übersetzung geprüft.