Wenn Sie sich fragen, warum japanische Technik im Alltag so oft auftaucht, lohnt sich der Blick auf einzelne Geräte. Manche stehen heute in der Küche oder auf dem Handy. Andere blieben ein Versuch.
Sieben Beispiele reichen dafür: ein Holzdisplay, der Taschenrechner, humanoide Roboter, der Reiskocher, Karaoke, das Emoji und die blaue Leuchtdiode.
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1. Hölzerne Schaltzentrale fürs Haus
Haben Sie sich jemals vorgestellt, dass ein Holzbrett Ihnen das Wetter für den nächsten Abend zeigt? Genau das macht das mui-Board der Firma mui Lab aus Kyoto. Es sieht aus wie ein Stück Holz an der Wand. Tippt man darauf, erscheinen Uhrzeit und Wetter, und es lässt sich mit Licht oder Lautsprechern im Haus verbinden. Kurze Mitteilungen gehören ebenfalls dazu.
2018 stellte mui Lab das Board auf Kickstarter vor. Verkauft wird es bis heute. Außerhalb Japans ist es ein Nischenprodukt geblieben, anders als der Reiskocher oder das Emoji. Die meiste Zeit bleibt es eine stille Holzfläche. Die Anzeige kommt nur, wenn jemand sie braucht.
2. Taschenrechner
Erinnern Sie sich, wann Sie das letzte Mal etwas von Hand ausgerechnet haben? Für den schnellen Alltag reicht heute das Handy. Der Weg dorthin führte über den Taschenrechner, und beim Format, das wirklich in die Jackentasche passt, war eine Firma aus Tokio vorn.
Schon vor diesen Geräten rechneten viele in Japan mit dem Soroban, dem japanischen Abakus. Die ersten elektronischen Rechner standen auf dem Schreibtisch und waren schwer. Auch Modelle, die sich schon Taschenrechner nannten, passten oft nicht in die Tasche, obwohl der Name das versprach.

Im Januar 1971 verkaufte die Business Computer Corporation in Tokio den Busicom LE-120A, auch HANDY-LE genannt. Er war 24 Millimeter dünn, zeigte zwölf Stellen mit Leuchtdioden und lief mit vier Batterien. Das Heinz-Nixdorf-MuseumsForum bezeichnet ihn als ersten echten handlichen Taschenrechner. Der Preis lag bei 89.800 Yen. Ältere elektronische Rechner, auch aus Japan, blieben Tischgeräte.
3. Humanoide Roboter
Roboter mit menschlichem Gesicht kamen in Japan früh aus dem Labor in eine Ausstellungshalle. 2003 zeigte die Firma Kokoro auf der Internationalen Roboterausstellung in Tokio den Actroid, entwickelt mit der Universität Osaka. Er konnte blinzeln und sprechen. Das Nachfolgemodell Repliee Q1 hob 2004 zusätzlich den Brustkorb, als würde es atmen. Laufen konnten diese frühen Actroide nicht. Die Steuerung saß weitgehend außerhalb des Körpers.

2015 eröffnete in Sasebo, Präfektur Nagasaki, das Henn-na Hotel und warb mit einer Belegschaft aus Robotern. An der Rezeption standen unter anderem Dinosaurierfiguren. Anfang 2019 legte das Haus mehr als die Hälfte von 243 Robotern still. Die Gepäckroboter kamen nur in etwa zwei Dutzend der über hundert Zimmer, und der Zimmerassistent Churi weckte Gäste mitten in der Nacht, weil er Schnarchen für eine Frage hielt. Hideo Sawada, dem die Kette gehört, sagte später, man merke im Betrieb, wo Roboter nicht gebraucht werden und Gäste nur nerven. Ein Greifarm fürs Gepäck blieb. Die Hoffnung, Roboter würden bald den Empfang allein übernehmen, hat dieses Hotel nicht eingelöst.
4. Elektrischer Reiskocher
Ein Reiskocher wirkt auf den ersten Blick klein. In der Küche ist er oft das Gerät, das wirklich jeden Tag läuft. Toshiba brachte am 10. Dezember 1955 den automatischen Reiskocher ER-4 auf den Markt. Er kochte den Reis etwa 20 Minuten und schaltete sich dann selbst ab, ohne dass jemand den Topf im Blick behalten musste. Der Aufbau ist bis heute leicht zu erklären: ein Innentopf, eine Wärmequelle und ein Thermostat. Der ER-4 kostete 3.200 Yen, damals ungefähr ein Drittel eines durchschnittlichen Monatslohns.
Warum lohnt sich so ein Topf? Der Reis bleibt warm, ohne dass jemand daneben steht. Wir alle kennen den Moment, in dem der Reis klebrig oder trocken wird. Ein guter Kocher hält Wärme und Feuchtigkeit im Gefäß und verhindert, dass der Reis bei zu starker Hitze anbrennt. Die Schüssel lässt sich auswaschen, ohne einen angebrannten Boden zu schrubben. Die Varianten danach beschreibt der Text über den japanischen Reiskocher Suihanki.

5. Karaoke
1971 baute der Musiker Daisuke Inoue in Kobe eine Maschine, die Begleitmusik abspielte. Seine Band hatte in Clubs die Instrumente geliefert, und die Gäste wollten mitsingen, auch wenn die Musiker nicht auf der Bühne standen. Aus Kassette, Verstärker und Mikrofon wurde Karaoke: ein Orchester ohne Sänger. Kara bedeutet leer, oke ist die Kurzform von Orchester.
Inoue meldete kein Patent an und wurde mit der Maschine nicht reich. 1999 nahm Time ihn unter die einflussreichsten Asiaten des Jahrhunderts auf. Karaoke blieb in Bars, später in eigenen Räumen, und reiste aus Japan hinaus. Den Weg von den Clubs bis zu den Karaoke-Boxen beschreibt der Text über Karaoke in Japan.
6. Emoji
Emoji sind Bildzeichen. Das Wort setzt sich aus e, Bild, und moji, Schriftzeichen, zusammen. 1999 entwarf Shigetaka Kurita für NTT DoCoMo einen Satz von 176 Zeichen. Jedes passte in ein Raster von 12 mal 12 Pixeln und sollte kurze Nachrichten ergänzen, vom Wetter bis zum Gesicht. 2016 nahm das Museum of Modern Art in New York diesen Satz in die Sammlung auf.
Schon 1997 zeigte das Handy SkyWalker DP-211SW von J-Phone rund 90 einfarbige Bildzeichen, darunter den Kothaufen. Über gemeinsame Standards kam vor allem Kuritas farbiger Satz auf fast jede Tastatur. Heute stehen mehrere tausend Emoji in den Zeichensätzen der Handys. Was einzelne Zeichen in japanischen Chats bedeuten, steht im Text über Emoji und ihre Bedeutung.

7. Blaue LED
Rote und grüne Leuchtdioden gab es längst. Ohne ein helles Blau ließ sich daraus kein weißes Licht mischen. Anfang der 1990er-Jahre gelang das Isamu Akasaki und Hiroshi Amano an der Universität Nagoya und Shuji Nakamura bei Nichia Chemicals, einer kleinen Firma in Tokushima. Nakamura, 1954 in Ikata geboren, entwickelte die hellen blauen Dioden dort. Die Nobelstiftung führt ihn heute als amerikanischen Staatsbürger und Professor in Santa Barbara.
Der Nobelpreis für Physik kam am 7. Oktober 2014, etwa zwanzig Jahre nach den ersten hellen blauen Dioden. Ausgezeichnet wurde die Erfindung, weil sich damit sparsame weiße Lampen bauen lassen. Eine LED-Lampe wird weniger heiß als eine Glühbirne und braucht für dieselbe Helligkeit weniger Strom. Die Leuchten halten außerdem deutlich länger. Deshalb steckt dieses Licht heute in Wohnungen, Bildschirmen und Taschenlampen.
Was davon geblieben ist
Was davon in anderen Ländern ankam, erledigte jeweils eine kleine Aufgabe, vom Reis auf dem Herd bis zum Licht ohne Glühdraht. Das Hotel in Sasebo hat eine andere Grenze gezeigt. Ein Teil der Roboter machte dort mehr Arbeit, als er abnahm. Das Brett aus Kyoto bleibt ein Vorschlag fürs Wohnzimmer, eine Holzfläche, die meistens aus ist.
Wer eines dieser Geräte ausprobieren will, fängt am ehesten bei dem an, das ein konkretes Problem im eigenen Haus schon hat. Der Reiskocher ist dafür oft der klarste Test.






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