Es gibt zwei japanische Wörter, die in der Öffentlichkeit als tabu gelten: マンコ (manko) und チンコ (chinko). Bei einer gesellschaftlichen Gelegenheit sollte man sie nicht aussprechen.
Auf Deutsch bedeuten sie „Muschi“ und „Schwanz“. Die Geschlechtsorgane beim Namen zu nennen gilt in Japan als grobe Peinlichkeit, besonders bei den weiblichen. Japaner sagen stattdessen あそこ (asoko), wörtlich „dort“, und jeder versteht, was gemeint ist.

Die Wirkung dieses Tabus reicht bis in die Kunst: Die japanische Künstlerin Megumi Igarashi, besser bekannt als Rokudenashiko (frei übersetzt etwa „Tunichtgut“), wurde 2014 festgenommen, weil sie die 3D-Scandaten ihrer Vulva an Unterstützer ihrer Crowdfunding-Kampagne geschickt hatte. Für das Projekt hatte sie ein Kajak in Form ihres Geschlechts gebaut; wer mehr als 3.000 Yen spendete, erhielt den Datensatz. 2016 sprach ein Gericht sie im Fall des Kajaks frei, verurteilte sie wegen der Verbreitung der Daten aber zu einer Geldstrafe von 400.000 Yen, damals rund 3.000 Euro. Ihre Werkreihe „Decoman“ ist ein Wortspiel mit マンコ (manko).
Vorsicht ist auch bei japanischen Frauennamen geboten: Viele von ihnen enden auf „ko“. Wer gerade Japanisch lernt, sollte aufpassen, dass ihm bei einem Namen nicht versehentlich マンコ oder チンコ herausrutscht.
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Die Bedeutung von Manko im Japanischen
„Manko“ (まんこ) ist ein vulgärer Ausdruck für die weiblichen Geschlechtsorgane. Das Wort gehört ausschließlich in die Umgangssprache, in medizinischen Zusammenhängen kommt es nicht vor, und es wird als härter empfunden als die Variante おまんこ (omanko). In respektvollen oder formellen Gesprächen sind neutralere Begriffe die bessere Wahl.
Einige verwandte Begriffe sind:
- 女性器 (joseiki) - neutraler und höflicher Begriff für die weiblichen Geschlechtsorgane.
- 女性の生殖器 (josei no seishokuki) - medizinische und formelle Bezeichnung der weiblichen Geschlechtsorgane.
- おまんこ (omanko) - etwas weichere Variante mit dem Höflichkeitspräfix お, die in manchen Situationen trotzdem als vulgär gilt.
- 肉襞 (nikuhida) - wörtlich „Fleischfalte“, ein vulgärer Slangausdruck.
- 肉壷 (nikutsubo) - wörtlich „Fleischtopf“, ebenfalls vulgärer Slang.
Die Bedeutung von Chinko im Japanischen
„Chinko“ (ちんこ) ist ein umgangssprachliches und vulgäres Wort für den Penis. Es ist seit dem späten 18. Jahrhundert belegt und geht vermutlich auf ちん (chin) und das Suffix -ko zurück. Ursprünglich war die Bezeichnung ein Euphemismus, ähnlich wie あそこ (asoko) für „dort“.
Auch für den männlichen Bereich gibt es sachlichere Alternativen:
- 男性の生殖器 (dansei no seishokuki) - medizinische und formelle Bezeichnung der männlichen Geschlechtsorgane.
- 陰茎 (inkei) - medizinischer Ausdruck für den Penis.
- ちんちん (chinchin) - umgangssprachlich, wirkt kindlich und gilt als weniger vulgär als „chinko“.
- おちんちん (ochinchin) - weichere Variante mit dem Höflichkeitspräfix お; bleibt eine umgangssprachliche Bezeichnung.
Vulgarität: Tabu und Massenphänomen

Der Widerspruch ist offensichtlich: Japan gilt als gesellschaftlich konservativ, und zugleich ist das Land ein riesiger Markt für Erotik. Bis 2019 lagen pornografische Magazine in den meisten Convenience Stores offen zwischen anderen Zeitschriften, oft auf niedrigen Regalen. Als die Rugby-Weltmeisterschaft 2019 und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio näher rückten, kündigten 7-Eleven und Lawson an, den Verkauf dieser Hefte einzustellen; der Anteil am Umsatz lag ohnehin unter einem Prozent.
Das Angebot bleibt groß, von Adult-Videos bis zu erotischen Manga des Genres hentai. Wie unterschiedlich die Grenzen gezogen werden, zeigt auch der Blick auf das Thema Inzest in Japan.
So bleibt die Vulgarität ein Tabu und ein Konsumgut zugleich. Kraftausdrücke sind im japanischen Alltag deutlich seltener als im Deutschen, und manko oder chinko gehören zu den Wörtern, die man auch dann nicht benutzt, wenn man sie kennt.
Für den Alltag reicht eine kleine Auswahl: あそこ (asoko, „dort“), 女性器 (joseiki) oder 男性の生殖器 (dansei no seishokuki). Wer die beiden Tabuwörter kennt und trotzdem zu diesen Begriffen greift, kommt in Japan ohne Peinlichkeit durch den Alltag.






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