Japanisch lernen mit Netflix

Japanisch lernen mit Netflix

Welcher Dienst sich zum Mitlesen eignet, wo Funimation geblieben ist und was ein VPN am Netflix-Katalog ändert.

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Beide Zeilen auf dem Bildschirm

Viele, die Japanisch lernen, lassen beim Schauen die Untertitel in der eigenen Sprache an. Das hilft, einen Satz zu erkennen und zu merken, wo gesprochener Ton und Schrift auseinanderliegen. Die praktische Frage bleibt: Gehen beide Sprachen gleichzeitig?

Im Netflix-Player öffnest du Audio und Untertitel und wählst eine Spur. Japanisch oder Deutsch, je nachdem, was der Titel anbietet. Welche Sprachen überhaupt da sind, hängt von der Folge, von der Sprache deines Profils, vom Gerät und vom Land des Kontos ab. Zwei Untertitelsprachen übereinander zeigt dieses Menü nicht.

Dafür gibt es eine Browser-Erweiterung. Der Tipp gilt für viele Sprachen. Du installierst sie am Computer, öffnest die Netflix-Website und arbeitest an dem Material, das du ohnehin schaust.

Wahrscheinlich gibt es mehr als ein Werkzeug, das Netflix zum Lernen umbaut. Hier geht es um die Erweiterung, die lange Language Learning with Netflix hieß und heute Language Reactor heißt. Dioco bietet sie im Chrome Web Store an, und in der Beschreibung steht der alte Name in Klammern. Im Store stehen Version 5.1.8 vom 1. Juli 2026 und die Angabe von zwei Millionen Nutzern.

Auf der Netflix-Website legt sie eine zweite Untertitelzeile unter das Bild, ein Wörterbuch beim Klick auf ein Wort und eine Steuerung, die nach einer Zeile pausieren kann. Sie läuft in Google Chrome auf Desktop und Laptop mit Windows und macOS.

Schaust du mit japanischer Tonspur, bleibt die japanische Zeile in Kanji und Kana. Darüber kann eine Lesung stehen, die Aussprache in lateinischen Buchstaben, wie beim Romaji. Die zweite Zeile ist die Sprache, die du zum Verstehen einstellst. Auf einem deutschen Konto ist das oft Deutsch. Im Bild zu diesem Text ist es Englisch: die Küchenszene hält bei 卵が10個もあるからさ an, die Lesung steht darüber, die englische Bedeutung darunter, und rechts steht die Untertitelliste. Auto-Pause wartet, bis du die Leertaste drückst.

Küchenszene auf Netflix, angehalten: unter dem Bild die Zeile 卵が10個もあるからさ mit Lesung darüber und englischer Übersetzung darunter, rechts die Untertitelliste.

Genau dafür taugt die Ansicht, wenn du Karteikarten baust. Du nimmst einen kurzen Satz, den du gerade gehört hast, und legst die japanische Zeile in Anki oder ein ähnliches Programm. Die Erweiterung ersetzt das Wiederholen nicht. Sie hält den Satz fest, solange die Folge noch offen ist.

Was du dir auf Netflix ansehen kannst

Wir haben auf Suki Desu schon zwei Listen, die bei der Auswahl helfen. Für Anime ist das die Liste mit den besten Animes auf Netflix. Für Serien mit Schauspielern sind es die 15 japanischen Doramas auf Netflix. Such dir eine Folge, bei der im Menü wirklich japanisches Audio liegt, und schau zuerst ein paar Minuten mit der zweiten Zeile, bevor du die Staffel durchlaufen lässt.

Japanische Untertitel liegen nicht bei jedem Titel. Auf Geräten von vor 2014 unterstützt die Netflix-App Japanisch als Untertitel oft nicht, und auch manches neuere Gerät lässt die Spur aus. Fehlt sie, prüfst du die Lizenz des Titels, die Sprache des Profils und das Wiedergabegerät.

Animelon als andere Möglichkeit

Animelon wurde als Website gebaut, auf der die Untertitel beim Anime auf Japanisch, Englisch oder in romanisierter Form mitlaufen. Die Seite soll beim Japanischlernen mit Anime helfen. Du kannst die Untertitelart wechseln, Englisch ausblenden, eine Zeile in Hiragana setzen oder sie komplett in Katakana zeigen. Einen Satz legst du in die Schleife und wiederholst ihn, bis er sitzt. Mit Konto gibt es Vokabeltests. Wer Wörter mit einem Popup wie Rikaikun oder Rikaichamp nachschlägt, Jisho daneben offen hat und die Sätze in Anki sammelt, holt aus so einer Zeile mehr heraus.

Animelon bezeichnet sich als nicht-kommerzielles Lernprojekt und schreibt, die Anime gehörten den Studios. Ob eine Folge im Player wirklich startet, ist unsicher. Dieselbe Schleife, ein Satz, japanische Schrift, Nachschlagen, machst du auf Netflix mit Language Reactor, an Titeln aus deinem eigenen Konto.

Netflix, Crunchyroll oder Prime Video

Anders als in den 90ern und am Anfang der 2000er laufen neue Anime selten noch im frei empfangbaren Fernsehen. Die Lizenzen liegen bei den Streamingdiensten, und wer die neue Staffel sehen will, braucht meist ein Abo. Netflix, Crunchyroll und Prime Video sind die drei Namen, die dabei ständig fallen. Website und App von Funimation wurden am 2. April 2024 geschlossen. Der Katalog läuft bei Crunchyroll weiter.

Zum Lernen an einzelnen Sätzen bleibt Netflix im Browser der Dienst, für den Language Reactor gebaut ist. Du brauchst eine Folge mit japanischer Tonspur und schaust im Menü, ob japanische oder deutsche Untertitel beiliegen.

Crunchyroll ist der Dienst, auf dem der Funimation-Katalog nach der Schließung weiterläuft. Language Reactor beschreibt im Store Netflix und YouTube. Diese Erweiterung deckt den Player von Crunchyroll nicht ab.

Prime Video steht in der Frage, weil dort ebenfalls japanische Serien liegen. Language Reactor meint den Netflix-Player im Browser, deshalb bleibt Prime bei dieser doppelten Zeile außen vor.

Ein VPN verschiebt den Standort, den Netflix sieht. Angezeigt werden dann vor allem Titel mit weltweiter Lizenz, und für das Angebot in deinem Land soll das VPN aus sein. Live-Events und das Abo mit Werbung laufen darüber nicht. So erreichst du den japanischen Katalog nicht verlässlich.

Wenn du an Sätzen arbeiten willst, bleib im Browser: japanische Tonspur, eine Stützsprache unter dem Bild, ein kurzer Satz in der Pause, dann die Karte. Die Staffel, die früher bei Funimation lag, suchst du bei Crunchyroll, und dort ohne diese Erweiterung.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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