Akanbe oder Akkanbee [あかんべえ, あっかんべー] ist eine japanische Gesichtsgeste, die kindischen Spott ausdrückt — näher an einem deutschen Ätsch als an einer echten Beleidigung. Wer Anime schaut, kennt die Grimasse oft, bevor er den Namen kennt.
Diese Geste wird ausgeführt, indem man das untere Augenlid nach unten zieht, um die rote Innenseite jemandem zu zeigen. Sie gilt als unreife Provokation und wird normalerweise zusammen mit herausgestreckter Zunge gemacht. Genau deshalb sitzt sie auf Schulhöfen, in Manga-Panels und bei Figuren, die gerade gewinnen wollen, ohne laut zu werden.

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Was die Geste genau zeigt
Die Bewegung ist klein: ein Finger am Unterlid, das rötliche Innere des Auges, oft die Zunge. In Japan ist das Necken, Trotz oder ein kindisches „hab dich“ — nicht so grob wie der westliche Mittelfinger, aber auch nicht höflich. Kinder nutzen sie zum Reizen. Bei Erwachsenen wirkt sie bewusst kindisch.
Gesprochen kann Akanbe auch als Zuruf funktionieren: keine Chance, vergiss es, hau ab. Manche begleiten die Geste mit einem gedehnten beee [べえだ].
Ähnliche Necklaute gibt es anderswo, ohne dass sie dasselbe sind. Im Koreanischen ist merong [메롱] vor allem die Zunge plus ein spöttisches Geräusch. Im Französischen erinnert das Ziehen am Lid an mon œil — „mein Auge“, im Sinn von „erzähl mir nichts“. Die japanische Version hängt am sichtbaren Rot: genau das, was den Namen trägt.
Auf der Straße vor einem Unbekannten ist Akanbe die falsche Idee. Unter Freunden oder Kindern bleibt es ein Witz. Wer in Japan respektvoll wirken will, lässt Geste und Zunge weg. Mehr Alltagssprache jenseits dieser einen Fratze steht im Überblick zu japanischen Gesten und Körpersprache.
Ursprung von Akanbe
Der Begriff erschien erstmals in einer Geschichte aus dem Jahr 1909, geschrieben von Katai Tayama [田山花袋], mit dem Titel Inaka Kyōshi [田舎教師, Landlehrer]. In der Geschichte wird die Geste von männlichen Schülern verwendet. Der Autor gibt die Etymologie von akai me [赤い目], was rote Augen bedeutet. Das trifft den Kern: wer das Unterlid zieht, zeigt genau diese rote Fläche.
Geschrieben und gesprochen schwankt die Form:
- あかんべえ / Akanbe
- あっかんべー / Akkanbee
- アッカンベー in Katakana
- べっかんこう / Bekkankō — eine verwandte Form. Bei Natsume Sōseki in Botchan zieht jemand mit dem Zeigefinger genau diese Fratze
Obwohl sich das Wort Akanbe ursprünglich auf das Herausziehen der Innenseite des Auges bezieht, wird es heute sogar verwendet, wenn jemand nur die Zunge herausstreckt. Manche hören in bee das Kindwort bero [べろ] für Zunge — deshalb kann der Name im lockeren Sprachgebrauch auch ohne Lid fallen.

Akanbe in Anime und Manga
In Zeichnungen ist die Geste eine schnelle Abkürzung für Necken, Trotz, Unglauben oder ein kindisches Auftrumpfen. Sie sitzt bei Kindern und bei Erwachsenen, die gerade nicht erwachsen wirken wollen — nicht nur bei Tsundere-Figuren, auch wenn die Kombination oft vorkommt.
Heute taucht der Ausdruck in verschiedenen Animes und Mangas auf. Szenen und Bilder findet man bei Suzumiya Haruhi, in Crayon Shin-chan und in vielen Shōnen-Serien. In Doraemon gibt es den Witz Akanbēder [アカンベーダー], eine Darth-Vader-Parodie mit genau dieser Fratze.
In Smile Pretty Cure! heißen die Wochenmonster Akanbe [アカンベェ] — der Name ist die Geste selbst. In der englischen Fassung Glitter Force wurden sie zu Buffoons. Die frühen Exemplare tragen eine Clownsnase und eine lange Zunge. Das ist ein Wortwitz, kein Zufall des Designs.
Eine andere japanische Augen-Idee, die oft mit Aberglauben statt mit Spott verbunden wird, sind die Sanpaku-Augen.
Kanntest du diese Geste schon unter ihrem Namen — oder hast du sie nur in einer Serie gesehen?
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