Ume: die japanische Pflaume, Umeboshi und Umeshu

Eine Frucht, viele Formen und ein Duft, der nach Frühling schmeckt.

Ume [梅] ist die japanische Bezeichnung für Prunus mume, eine asiatische Pflaumenart aus der Familie der Rosengewächse. Der Baum stammt aus Ostasien und Südostasien und wird je nach Kontext auch chinesische Pflaume, japanische Pflaume oder japanische Aprikose genannt.

Die Pflaumenblüte taucht oft in Bildern, Gedichten und traditionellen Zitaten auf. Außerdem wird Ume in vielen Formen verwendet, zum Beispiel für Getränke, Würzmittel, Saucen und auch in der traditionellen Medizin. Besonders verbreitet ist der Verzehr in Japan, China, Südkorea und Vietnam.

Der Baum stammt ursprünglich aus dem Süden Chinas, genauer gesagt aus der Region am Jangtse, und wurde später in andere Länder eingeführt. Seine Blüte am Ende des Winters und zu Beginn des Frühlings gilt als starkes saisonales Symbol. Man findet ihn in Wäldern, an Bachufern, an bewaldeten Hängen und entlang von Pfaden und Bergen.

Ume beginnt meist mitten im Winter zu blühen, in Ostasien oft von Januar bis Ende Februar. Der Baum wird etwa 4 bis 10 Meter hoch und trägt stark duftende Blüten in Weiß, Rosa oder Rot. Die Früchte reifen zu Beginn des Sommers, meist zwischen Juni und Juli.

Anbau von Ume, der japanischen Pflaume
Der Anbau von Ume ist in Ostasien weit verbreitet.

Interessantes über Ume

Die japanische Pflaume ist unter mehreren Namen bekannt. Ein weiterer gebräuchlicher Name ist mei. In Japan werden die Zierformen von Prunus mume oft in Typen wie yabai (wild), hibai (rot) und bungo eingeteilt. Aus den Früchten der Variante Nankoume werden häufig Umeboshi hergestellt.

In Japan und China pflanzt man Ume oft in den Garten, weil der Baum nach altem Glauben Glück bringt und böse Geister vertreibt. Außerdem gilt Ume als nahrhaft, da die Frucht Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe enthält und wenig Fett sowie Kalorien hat.

Aus Ume werden unter anderem Umeboshi und das alkoholische Getränk Umeshu hergestellt. In Japan gibt es außerdem den Glauben, dass Umeboshi zum Frühstück Unglück und Missgeschick fernhalten kann.

In China wird die Frucht auch für medizinische Zwecke verwendet, etwa gegen Bakterien, die Mundprobleme verursachen, und bei Magenbeschwerden wie Gastritis oder Magengeschwüren.

Die Präfektur Wakayama ist in Japan besonders bekannt für Menge und Qualität von Ume und Umeboshi. Die Stadt Minabe gilt als eine der produktivsten Regionen für diese Frucht.

Ume, die japanische Pflaume
Ume ist in Japan tief in Küche und Tradition verwurzelt.

Umeboshi: die gesalzene Pflaume

Umeboshi ist eine eingelegte Pflaume mit saurem und salzigem Geschmack. Es gibt auch Süßigkeiten aus dieser Frucht, oft mit Honig zubereitet, die zu Reis oder Reisbällchen serviert werden. Der Kern bleibt dabei meist erhalten.

Umeboshi kann rund, glatt oder runzlig wie eine Rosine sein. Die Frucht wird geerntet, sobald sie reif ist, und mit etwa 20 % Salz in Fässer gelegt. Nach ungefähr zwei Wochen tritt Flüssigkeit aus, die als Umezu oder Ume-Essig verkauft wird. Zusammen mit Okayu wird Umeboshi in Japan auch häufig als Hausmittel bei Grippebeschwerden genutzt.

Umeboshi, die gesalzene japanische Pflaume
Umeboshi ist sauer, salzig und sehr typisch für die japanische Küche.

Schon seit der Zeit der Samurai wurde Umeboshi eingesetzt, um Erschöpfung nach Kämpfen zu lindern, unter anderem wegen des Salz- und Zitronensäuregehalts. Heute wird es oft wegen Geschmack und Präsentation in Gerichten verwendet und kann auch mit Shochu oder heißem Wasser serviert werden.

In den USA und in Australien wird die Frucht in konservierter Form manchmal als Snack gegessen. In Japan gilt das Essen von Umeboshi für manche sogar als eine Art tägliches kleines Ritual. In Süßwarenläden findet man oft auch Ume Karikari, also knusprig eingelegte und verpackte Ume, oder getrocknetes Umeboshi.

Umeshu: das Getränk aus Ume

Umeshu ist ein Getränk aus Ume. Für die Herstellung wird meistens eine noch grüne Pflaume verwendet. Dazu kommen Zucker und Reisalkohol (Shochu). Die Herstellung findet in Japan meist im Juni statt.

Früher wurde das Getränk als Hausmittel gegen Halsschmerzen genutzt. Heute ist es ein beliebter Likör, den viele Japaner auch selbst zu Hause ansetzen.

Umeshu, das japanische Pflaumengetränk
Umeshu ist süß, aromatisch und sehr beliebt als japanischer Likör.

Rezept

Zutaten:

  • 1 kg Ume
  • 500 g Zucker
  • 2 Liter Shochu
  • Wasser

Zubereitung

Die Ume zunächst acht bis zwölf Stunden in Wasser einweichen, damit der bittere Geschmack etwas nachlässt. Danach das Wasser abgießen und die Pflaumen unter fließendem Wasser waschen. Die grünen Ume zusammen mit Zucker, am besten Kristallzucker, und Shochu in ein gut verschlossenes Glasgefäß geben.

Wenn du Kristallzucker verwendest, solltest du das Glas einmal täglich leicht schütteln. Du kannst auch braunen Zucker im Kokuto-Stil verwenden. Der Behälter muss fest verschlossen sein und an einem dunklen Ort mindestens sechs Monate ruhen. Ideal ist jedoch ein Jahr Wartezeit.

Für das Getränk kann grundsätzlich jeder Alkohol verwendet werden, aber Shochu ist am gebräuchlichsten und wird am meisten empfohlen. Umeshu kann mit Eis, pur, mit Wasser, mit grünem Tee, mit heißem Wasser, mit Soda oder mit Tonic Water getrunken werden.

Hast du Umeboshi oder Umeshu schon einmal probiert oder möchtest du die japanische Pflaume jetzt besser kennenlernen?

Kevin Henrique

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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