Wer in Japan mit Freunden, Kollegen oder neuen Bekannten trinken geht, merkt schnell, dass der Abend oft etwas anders abläuft als in Europa. Izakaya, Nomikai und kleine Rituale wie das gemeinsame Kanpai gehören für viele einfach dazu. Gerade deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Gewohnheiten zu kennen, bevor man sich an den Tisch setzt.
Alkohol ist in Japan nicht nur ein Getränk, sondern oft auch Teil des sozialen Miteinanders. Nach der Arbeit treffen sich viele Gruppen noch auf ein Bier, bei Jahresendfeiern gehört ein gemeinsamer Abend fast schon zum Ablauf, und auch wer selbst nichts trinkt, wird häufig trotzdem mit eingeladen. Das Wichtigste ist nicht, viel zu trinken, sondern die Stimmung der Runde zu verstehen und respektvoll mitzuschwingen.
Inhalt 4
Welche Regeln sollte man beim Trinken in Japan kennen?
Alkohol ist in Japan erst ab 20 erlaubt. Das gilt auch für Reisende. Selbst wenn das Mindestalter im Heimatland niedriger ist, sollte man sich in Japan an die örtliche Regel halten und Alkohol nur bestellen, wenn man alt genug ist.
Plane den Heimweg, bevor der Abend beginnt. In vielen Städten ist die letzte Bahn entscheidend. Wer sie verpasst, landet schnell im Taxi oder bleibt bis zum Morgen unterwegs. Wenn es spät wird, kann ein Kapselhotel die praktischere Lösung sein.
Niemals trinken und fahren. Gerade bei einem Abend in der Gruppe sollte das Auto stehen bleiben. In Japan gelten beim Thema Alkohol am Steuer strenge Regeln, deshalb ist es besser, von Anfang an mit Zug, Taxi oder zu Fuß zu planen.
Respektiere die Privatsphäre anderer Gruppen. Japanische Bars können lebhaft sein, trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass man sich ungefragt an jeden Tisch anhängt. Ein kurzer Gruß an das Personal ist völlig normal, aber fremde Runden lässt man meist in Ruhe.
Getrennt zahlen ist nichts Ungewöhnliches. Das Wort betsu-betsu hört man, wenn jeder seinen Teil übernimmt. In manchen Gruppen lädt zwar eine Person die anderen ein, oft ist es aber einfacher, wenn jede Person direkt ihren Anteil bezahlt.
So läuft eine Trinkrunde mit Freunden oder Kollegen oft ab
In vielen Runden wird zuerst Bier bestellt, selbst wenn später Sake, Wein oder ein Sour auf den Tisch kommen. Das ist keine starre Pflicht, aber ein häufiges Muster, besonders in Izakaya und bei Firmenrunden.
Außerdem schenkt man sich in Japan oft gegenseitig ein. Statt nur auf das eigene Glas zu achten, schaut man auch auf das Glas der anderen. Wenn jemand nachschenkt, ist das meist ein Zeichen von Aufmerksamkeit, nicht von Druck. Wer nichts trinken möchte, kann das höflich sagen oder direkt einen Softdrink bestellen.
Mit dem ersten Schluck wartet man meistens, bis alle etwas vor sich stehen haben. Dann wird gemeinsam Kanpai gesagt. In formelleren Runden halten jüngere oder rangniedrigere Personen ihr Glas oft etwas tiefer als ältere oder höhergestellte Teilnehmer. Das ist ein kleines Detail, zeigt aber Respekt.
Wenn du keinen Alkohol trinkst, musst du dich deshalb nicht ausklinken. In Japan ist es völlig normal, mit Tee, Saft oder Softdrinks dabeizusitzen. Ein gemeinsamer Abend bedeutet nicht automatisch, dass jede Person Alkohol im Glas haben muss.
Begriffe, die man auf Karten und Schildern oft sieht
Ein typischer Begriff ist nomihōdai. Damit ist ein Zeitfenster gemeint, in dem man für einen festen Preis so viel trinken darf, wie im Angebot enthalten ist. Solche Pakete sind in Izakaya, Karaoke-Bars und bei Gruppenabenden ziemlich verbreitet. Es lohnt sich aber immer, auf die Zeitgrenze und die ausgeschlossenen Getränke zu achten.
Zu den Getränken, die du besonders häufig siehst, gehören Bier, Sake, Chūhai und Highball. Wenn du dich genauer für japanische Getränke interessierst, hilft auch unser Artikel über Sake. Neben klassischen Biermarken wie Asahi, Kirin und Sapporo taucht außerdem oft happōshu auf, ein bierähnliches Getränk mit geringerem Malzanteil.
Verwirrend kann auch das Wort pub sein. Nicht jeder Laden, der so heißt, funktioniert wie eine gewöhnliche Kneipe. Manche Orte sind näher an einem Themenlokal oder einem Hostess Club als an einer klassischen Bar. Wer entspannt essen und trinken möchte, ist mit einem normalen Izakaya meist besser beraten.
Was man leicht missversteht
Viele Reisende stellen sich das Trinken in Japan entweder sehr streng oder völlig regellos vor. In Wirklichkeit hängt viel vom Rahmen ab. Eine lockere Runde unter Freunden fühlt sich anders an als ein Abend mit Kollegen, und eine kleine Bar in Osaka läuft nicht genauso wie ein Firmenessen in Tokio.
Deshalb ist Beobachten oft wichtiger als Auswendiglernen. Schau, wie die Runde bestellt, wann angestoßen wird und wie formell der Ton ist. Wenn du höflich bleibst, aufdringliches Verhalten vermeidest und den Heimweg im Blick hast, machst du nur selten etwas falsch.
Wenn du dich tiefer in das Thema einlesen möchtest, findest du bei uns auch eine Wortschatzliste zu Getränken auf Japanisch und einen Überblick über japanische Getränke auf Reisbasis. So wird der nächste Abend in Japan nicht nur entspannter, sondern auch interessanter.
Community
Kommentare
0 Kommentare
In dieser Sprache gibt es noch keine veröffentlichten Kommentare.
Kommentar senden