5 bedrohte Tierarten der japanischen Fauna

5 bedrohte Tierarten der japanischen Fauna

Bestand, Schutz und Erholung – fünf Fälle, die nicht dieselbe Geschichte erzählen

Obwohl die ersten Bilder Japans uns an große urbane Zentren wie Tokio und Osaka erinnern, besitzt das Land eine vielfältige Fauna, die für viele Japaner von großer Bedeutung ist – Arten, an denen sich Schutzprogramme, Inseln und sogar Origami festmachen.

Leider gelten zahlreiche dieser Arten als bedroht, und in der modernen Geschichte Japans sind bereits mehrere ausgestorben. Jagd, zerstörte Flüsse und Straßenverkehr spielen dabei unterschiedliche Rollen. „Bedroht“ heißt heute nicht mehr bei jeder Art dasselbe.

Trotz ausgestorbener und gefährdeter Arten gibt es etwa 130 Arten von Landsäugetieren, über 600 Vogelarten, etwa 73 Reptilienarten und über 3.000 verschiedene Fischarten. Viele davon findet man außerhalb Japans kaum. Fünf Fälle zeigen, wie weit Bestand, Schutz und Erholung auseinanderliegen können.

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Kurzschwanzalbatros

Die Albatrosse sind große Vögel aus der Familie Diomedeidae, Seevögel, die extrem an das Leben auf hoher See angepasst sind und außerhalb der Brutzeit kaum an Land kommen. Sie sind monogam und neigen dazu, große Kolonien ihrer Art zu bilden.

Sie sind hervorragende Schwimmer, da sie alle Zehen nach vorne gerichtet haben und durch eine Schwimmhaut verbunden sind, die auch bei Landungen und Starts auf dem Wasser hilft. Albatrosse besitzen eine Salzdrüse, die überschüssiges Natriumchlorid aus dem Blut entfernt, sowie thermische Schutzmechanismen.

Kurzschwanzalbatros im Flug über dem Pazifik

Die Art, um die es in Japan geht, ist der Kurzschwanzalbatros (Phoebastria albatrus), auf Japanisch Ahōdori (アホウドリ). Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde er wegen seiner Federn massenhaft gejagt; nach einer Zählung von 1949 galt er als ausgestorben, bis 1951 wieder rund zehn Vögel auf Torishima in den Izu-Inseln gefunden wurden. 1993 nahm Japan den Ahōdori in die Liste seltener Wildtiere auf, die durch das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten geschützt werden.

Laut älteren Schätzungen lag die Population um 1990 bei etwa 1.200 Vögeln; 2010 zählte man rund 2.570 auf Torishima. Eine Brutüberwachung des Yamashina-Instituts für Ornithologie im Februar und März 2026 schätzte denselben Bestand auf 11.067 Vögel, darunter 1.591 Küken. Die Art gilt in Japan weiter als gefährdet, nicht mehr als unmittelbar vor dem Verschwinden – der Brutplatz auf der Vulkaninsel bleibt ein Risiko, deshalb läuft seit den 2000er Jahren der Versuch, eine zweite Kolonie auf Mukojima in den Ogasawara-Inseln zu festigen.

Blauwal

Der Blauwal ist das größte Säugetier des Planeten: Er kann unglaubliche 180 Tonnen wiegen und eine Länge von etwa 30 Metern erreichen. Da alles an ihm groß ist, reicht es nicht, seine Nahrung nur zu nennen – ein einzelner erwachsener Blauwal kann fast 4 Tonnen Krill pro Tag verzehren.

Obwohl wir sie nicht hören können, gehört der Gesang der Blauwale zu den lautesten Tönen, die ein Tier erzeugt. Sie kommunizieren miteinander mit Stöhnen und einer Reihe von niederfrequenten Pulsen. Unter idealen Bedingungen kann ein Blauwal den Gesang eines anderen in Entfernungen von bis zu 1.600 km hören.

Er ist kein Endemit Japans. Er steht in dieser Liste, weil die industrielle Jagd im 20. Jahrhundert – auch mit japanischer Beteiligung – seine Bestände fast zerschlagen hat. Der Niedergang beschleunigte sich, nachdem 1864 das norwegische Schiff Svend Foyn mit Harpunen ausgerüstet wurde, die eigens für die Jagd auf große Wale gedacht waren.

Wal im offenen Meer, seitlich aufgenommen

In den folgenden Jahrzehnten beteiligten sich unter anderem Norwegen, die USA, Großbritannien und Japan an der industriellen Jagd; Hunderttausende Blauwale wurden getötet, bevor die Art in den 1960er Jahren wirksam geschützt wurde. Weltweit schätzt man den Bestand heute auf etwa 10.000 bis 25.000 Tiere – nicht auf drei- oder viertausend.

Japan jagt derzeit keine Blauwale. Seit dem Austritt aus der Internationalen Walfangkommission 2019 betreibt das Land wieder kommerziellen Walfang in eigenen Gewässern, vor allem auf Zwerg-, Bryde-, Sei- und seit 2024 auch Finnwale. Die alte Begründung mit „Forschung“ gehört zur Vorgeschichte; die aktuelle Debatte dreht sich um Quoten und um Arten, die noch immer als gefährdet gelten.

Japanischer Kranich

Der japanische Kranich oder Tanchō (丹頂, Mandschurenkranich, Grus japonensis) ist eine Vogelart Ostasiens. In Japan lebt der größte Teil der heimischen Population in den Feuchtgebieten Ost-Hokkaidōs, vor allem rund um Kushiro. Die Vögel können mehrere Jahrzehnte alt werden und bleiben ihrem Partner in der Regel ein Leben lang treu.

Kontinentalpopulationen brüten in Sibirien und ziehen im Herbst nach Süden. Die japanischen Tanchō bleiben dagegen überwiegend in Hokkaidō: Im Frühjahr und Sommer verteilen sie sich in den Mooren, im Winter sammeln sie sich näher an den Dörfern, wo Winterfütterung den Bestand mitgetragen hat. Sie bevorzugen Sumpfgebiete mit Ratten, Fröschen, großen Insekten sowie Samen und Pflanzennahrung. Das Weibchen legt in der Regel zwei Eier; oft überlebt nur ein Küken.

Gefaltete Origami-Kraniche aus buntem Papier

1952 zählte man in Hokkaidō nur noch 33 Tiere. Eine Winterzählung im Januar 2025 bestätigte 1.927 Kraniche – der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen. 2026 stufte das Umweltministerium den Tanchō auf der nationalen Roten Liste von gefährdet auf potenziell gefährdet herab. Er bleibt ein besonderes Naturdenkmal, und ein Teil der Population hängt weiter an der Fütterung; Vogelgrippe und der Verlust von Feuchtgebieten sind nicht verschwunden. In Japan sind die Kraniche durch Legenden und Origami berühmt.

Iriomote-Katze

Die Iriomote-Katze kommt nur auf Iriomote vor, einer kleinen tropischen Berginsel ganz im Süden des Ryūkyū-Archipels, Teil von Okinawa. Der Wissenschaft wurde sie 1965 bekannt; 1967 erschien die fachliche Beschreibung. Schon damals galt sie als vom Aussterben bedroht. Der Bestand wird auf rund 100 Tiere geschätzt – und er bewegt sich seit Jahren in dieser Größenordnung, nicht in Sicherheit.

Es sind vorwiegend nachtaktive Katzen, die auf Bäume klettern und schwimmen können. Auf der kleinen Insel fressen sie nicht nur Kleinsäuger, sondern auch Echsen, Frösche, Vögel, Insekten und sogar Süßwassergarnelen. 1977 wurde sie als besonderes Naturdenkmal ausgewiesen. DNA-Untersuchungen ordnen sie als Unterart der Bengalkatze ein (Prionailurus bengalensis iriomotensis), japanisch Iriomote-yamaneko (イリオモテヤマネコ).

Iriomote-Katze mit geflecktem Fell im Unterholz

Der größte alltägliche Feind ist nicht die illegale Jagd, sondern der Straßenverkehr: Jedes Jahr sterben mehrere Tiere als Verkehrsopfer, bei einem Bestand von etwa hundert Tieren eine empfindliche Lücke. Hinzu kommt der Verlust der tiefliegenden Küstenwälder, in denen die Katze jagt.

Japanischer Riesensalamander

Der japanische Riesensalamander (Andrias japonicus, オオサンショウウオ, Ōsanshōuo) hat mit den kleinen Schwanzlurchen, die man mit Eidechsen verwechseln könnte, wenig gemein. Er ist nach dem chinesischen Riesensalamander die zweitgrößte heute lebende Amphibie: etwa 1,5 Meter lang, mit einem Gewicht von mehreren Dutzend Kilogramm, winzigen Augen und einem Maul, das fast die ganze Kopfbreite einnimmt.

Nachts verlässt er Verstecke in kühlen Gebirgsflüssen auf Honshū, Shikoku und Kyūshū. Früher wurde er gegessen; seit 1952 steht er als besonderes Naturdenkmal unter Schutz. Die Jagd ist nicht mehr das Hauptproblem. Staustufen zerteilen die Flüsse, sodass abgetriebene Tiere nicht mehr zu den Laichplätzen zurückkommen. Eingeschleppte chinesische Riesensalamander haben sich in manchen Flusssystemen mit der japanischen Art vermischt.

Auf der nationalen Roten Liste bleibt Andrias japonicus gefährdet. Schutz heißt hier weniger ein spektakuläres Zählungsplus als unspektakuläre Flussrampen, sauberes Wasser und der Verzicht darauf, importierte Verwandte in dieselben Bäche zu setzen.

Die fünf Arten teilen nicht dasselbe Schicksal. Ahōdori und Tanchō zeigen, dass jahrzehntelanger Schutz Bestände von einem Rest auf Tausende heben kann. Die Iriomote-Katze lebt weiter auf einer Insel und an einer Zahl, die ein paar Autounfälle schon verschieben. Der Riesensalamander hängt an Flüssen, die Japan verbaut hat. Der Blauwal erinnert daran, dass japanische Fauna hier auch heißt: was Flotten in den Weltmeeren angerichtet haben.

Wer nur Tokio und Osaka kennt, sieht davon wenig. Die Fauna sitzt auf Torishima, in Kushiro, auf Iriomote und in Gebirgsbächen – und genau dort entscheidet sich, ob eine Erholung hält oder nur eine bessere Statistik war.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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