Es wird allgemein angenommen, dass das japanische Wort Jutsu (術) aus Mangawerken wie Naruto stammt, aber das Wort hat einen viel älteren Ursprung und trägt mehr Bedeutungen, als man sich vorstellen kann.
Es ist ein Wort, das im Japanischen wirklich benutzt wird – in der Klinik, im Dōjō und erst danach im Anime. Der Haken sitzt oft in der Umschrift: Wer „Jitsu“ liest, landet leicht bei einem anderen Zeichen.

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Bedeutungen des Wortes Jutsu
Die erste Bedeutung ist genau die, die wir im Anime Naruto [ナルト] sehen: Technik, Kunst, Bewegung, Fähigkeit, Können. Es bezieht sich auf etwas, das man erwirbt und mit der Zeit ausführt.
Bevor wir fortfahren: Japaner lesen 術 als じゅつ. In der üblichen Umschrift wird daraus jutsu. Manche schreiben jyutsu, weil じゅ weicher klingt als ein deutsches „ju“ – dieselbe Silbe, nur eine andere Lateinschreibung. Hören Sie sich den Ausschnitt aus Fate/stay night Unlimited Blade Works an:

護身術 (goshinjutsu) heißt wörtlich die Kunst, den eigenen Körper zu schützen – Selbstverteidigung. Dasselbe 術 hängt an Wörtern, die mit Kishimotos Ninjas nichts zu tun haben:
- 技術 (gijutsu): Technik, Technologie
- 芸術 (geijutsu): Kunst, die schönen Künste
- 手術 (shujutsu): Operation, chirurgischer Eingriff
- 柔術 (jūjutsu): die „sanfte Kunst“, aus der Jiu-Jitsu und Ju-Jutsu kommen
技 (waza oder gi) wird oft ebenfalls mit „Technik“ übersetzt, meint aber den einzelnen Griff oder die einzelne Bewegung. 術 ist eher das System, die Kunst als Ganzes. 学問 (gakumon) – Studium, Gelehrsamkeit – gehört gar nicht in diese Familie; das Zeichen 術 steckt dort nicht drin.
Das heißt, wie bereits erwähnt: Jutsu trägt die Idee von etwas, das man erwirbt und ausführen kann.

Jutsu bedeutet Methode
Eine weitere übliche Bedeutung für dieses Wort ist der Begriff Methode. Das heißt: die Art und Weise, etwas zu tun, das Mittel, mit dem etwas getan wird. Zur Veranschaulichung ein paar japanische Wörter, die sich auf diese Bedeutung beziehen.
- 方法 (hōhō): Methode, Prozess, Art, Weise, Mittel, Technik.
- 手だて (tedate): Mittel, Art, Methode. Dasselbe Zeichen 術 kann auch so gelesen werden.

Jutsu bedeutet Plan
Abgesehen davon, dass es Technik, Methode und Art und Weise trägt, kann das Wort Jutsu auch das Konzept von Plan und Strategie beinhalten, um etwas auszuführen.
Zur Veranschaulichung ein paar japanische Wörter, die diese Bedeutung tragen.
- 策略 (sakuryaku): Schema, Taktik, Trick, Strategie.
- 謀 (hakarigoto): Plan, Strategie.
- 企み (takurami): planen, entwerfen.

Jutsu bedeutet Heimlichkeit
Dieses Wort kann auch in der Bedeutung von Heimlichkeit auftauchen. Der Kontext sitzt dann meist bei Ninjas.
Auf Japanisch heißt es: 忍者などが用いる忍び込むための方法 – Methoden, die Ninjas und ähnliche Figuren nutzen, um sich einzuschleichen, leise anzuschleichen, zu stehlen.
- 忍びの術 (shinobi no jutsu): ein eher seltenes Substantiv für Heimlichkeitstechniken – und hier steckt zum Beispiel das Ninjutsu.
- 忍術 (ninjutsu): wörtlich Ninja-Technik, also Kampf, Heimlichkeit, Diebstahl, Sabotage, Spionage und, in alten Beschreibungen, auch Attentate.
Wer die historische Seite will, findet sie im Text über Ninjutsu, die Kunst der Ninja. Das 術 dort ist dasselbe Zeichen – nur ohne Chakra.

Phänomene, die das Bekannte herausfordern
Das Wort Jutsu wird auch verwendet, um Handlungen zu beschreiben, die das alltägliche Wissen herausfordern, etwa Hellsehen.
Ein paar japanische Wörter, die Jutsu nutzen, um solche Phänomene auszudrücken:
- 魔術 (majutsu): Hexerei, Zauberei, schwarze Magie, Zauberkunst.
- 透視の術 (tōshi no jutsu): Hellsehen.
- 呪術 (jujutsu): Fluchtechnik – ein anderes Wort als 柔術, trotz ähnlicher Umschrift.
Ja, auch 忍術 kann diesen mystischen Sinn tragen, weil Anime-Werke wie Naruto das Wort für Kräfte nutzen, die über einen normalen Körper hinausgehen.
Jutsu, Jitsu und Dō
Im Deutschen steht auf der Vereinstür oft Ju-Jutsu, in der Halle daneben Jiu-Jitsu. Beides zielt auf 柔術. Die Schreibung mit „Jitsu“ ist eine ältere Umschrift, die sich in Europa festgesetzt hat; die heutige Hepburn-Form lautet jūjutsu. Der Deutsche Ju-Jutsu-Verband übersetzt Jutsu schlicht als „Kunst oder Kunstgriff“.
Verwirrend wird es, weil es ein zweites Wort gibt: 実 (jitsu) heißt Wahrheit, Wirklichkeit, Substanz. Wer ninjitsu schreibt, mischt die Lateinschreibung – nicht die japanische Lesung.
Daneben steht 道 (dō), der Weg. Judo, Kendō, Karatedō tragen dieses Zeichen. 術 beschreibt eher das technische System, 道 eher den Weg, den man über Jahre geht. In den japanischen Kampfkünsten sind die beiden Suffixe heute oft näher, als die Lehrbücher tun: Ein Kenjutsu ohne Haltung bleibt leer, ein Kendō ohne Technik bleibt Gerede. Der Sensei unterrichtet beides, auch wenn nur eines im Namen steht.
Jutsu in Naruto
Das Wort wurde gerade durch das Werk von Masashi Kishimoto populär. In Naruto fällt der Begriff ständig und wird auch erklärt – aber anders als zuvor: Dort ist Jutsu etwas Mystischeres, eine Kraft, die man nach außen trägt.
Kishimoto war kreativ bei der Art, wie Figuren dasselbe Suffix nutzen. Für jeden Stil gibt es eine andere Definition. Die drei großen Körbe heißen so:
- 忍術 (ninjutsu): Ninja-Techniken, oft mit Handzeichen und Chakra – vom Schattenklon bis zum Rasengan.
- 幻術 (genjutsu): Illusionstechniken. Ein Charakter fesselt den Gegner in Sinnestäuschungen; das 幻 steht für Trugbild.
- 体術 (taijutsu): Faust, Bein, Körper. Das erste Kanji 体 bedeutet Körper. Mit anderen Worten: eine Technik, die den eigenen Leib benutzt, oft ohne Handzeichen.
Wer die Namen und Sprüche der Serie auseinandernehmen will, kann bei den japanischen Sätzen aus Naruto weitermachen – oder bei Dattebayo, dem Satz, den Naruto an fast alles hängt.
Kennen Sie ein anderes Alltagswort mit 術? 手術 zählt. Schreiben Sie es in die Kommentare.
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