In Texten über Japan bleiben viele Wörter stehen, weil der Satz sonst aus der Erklärung nicht mehr herauskäme. Dieses Glossar sammelt solche Begriffe aus Alltag, Küche, Religion, Etikette und Geschichte und gibt die Bedeutung, die beim Weiterlesen reicht.
Die Einträge sind kurz und alphabetisch. Dieselbe Lautung kann zwei Wörter sein: hashi sind die Stäbchen 箸 und auch die Brücke 橋. Suffixe an Orten und Namen stehen vor der Liste, weil sie an fast jedem Schild hängen. Die Auswahl folgt den Wörtern, die in Kulturtexten immer wieder auftauchen, und bleibt eine Liste zum Nachschlagen.

Suffixe an Orten und Namen
- -chō: Stadtteil oder Viertel.
- -chōme: Block innerhalb eines Viertels, kleiner als das chō.
- -fu: Präfekturform von Osaka und Kyōto.
- -jō: Schloss, wie in Ōsakajō, dem Schloss von Osaka.
- -juku: Poststation an einer alten Fernstraße, etwa am Tōkaidō oder am Nakasendō.
- -ken: Präfektur. 43 der 47 Präfekturen tragen dieses Suffix. Die übrigen heißen Tōkyō-to, Hokkaidō-dō, Ōsaka-fu und Kyōto-fu.
- -ku: Stadtbezirk, wie Kita-ku.
- -sama: sehr höfliche Anrede, respektvoller als -san.
- -san: übliche höfliche Anrede. Sie gilt für Personen jeden Geschlechts und ist enger als Herr oder Frau.
- -shi: Stadt. Kyōto-shi ist die Stadt Kyōto.
Glossar von A bis Z
- Aburatorigami: Papier, das Hautöl aufsaugt, あぶらとり紙. Zuerst im Umkreis von Kabuki und Geisha verbreitet, heute ein gewöhnliches Pflegeprodukt.
- Aburidashi: Schrift, die erst beim Erwärmen sichtbar wird. In Ninja-Geschichten wird sie als Geheimtinte erzählt.
- Aikidō: eine moderne Kampfkunst, die den Angriff umlenkt, statt ihn mit einem Schlag zu beantworten.
- Aimai: unklar, mehrdeutig. 曖昧 beschreibt eine Aussage, die absichtlich offen bleibt.
- Ainu: die indigene Bevölkerung im Norden Japans, vor allem auf Hokkaidō, historisch auch auf Sachalin und den Kurilen.
- Akari: Leuchten aus Japanpapier.
- Akiba: Kurzform von Akihabara, dem Elektronik- und Spiele-Viertel in Tokio.
- Akiya: leerstehende Häuser. Ihre Zahl wächst vor allem auf dem Land, wo die Bevölkerung altert und Jüngere in die Städte ziehen.
- Amakudari: wörtlich Abstieg aus dem Himmel. Hohe Beamte wechseln nach dem Dienst in Unternehmen, die sie vorher beaufsichtigt haben.
- Amazake: süßes Getränk aus Reis und Kōji. Die Variante mit Reiskōji ist üblicherweise ohne Alkohol. Eine zweite, aus Sakekasu, kann einen kleinen Alkoholrest haben.
- ANA: All Nippon Airways, eine der großen japanischen Fluggesellschaften.
- Anime: im Japanischen die Kurzform des englischen animation und dort Animation überhaupt. Außerhalb Japans meint das Wort meist japanische Zeichentrickfilme und -serien.
- Arigata-meiwaku: eine Gefälligkeit, die mehr zur Last wird als sie hilft. Jemand hat ungefragt etwas getan, und der Beschenkte steht nun in der Pflicht.
- Arubaito: Nebenjob. Das Wort kommt vom deutschen Arbeit.
- Asagao: die Prunkwinde, im Deutschen oft als Windenblüte oder Morning Glory geführt.
- Atariya: Betrüger, der einen Unfall oder einen ähnlichen Zwischenfall inszeniert, um Geld zu fordern.
- Ateji: Kanji, die nur wegen ihres Klangs gewählt werden. Der Sinn der einzelnen Zeichen tritt zurück.
- Awamori: starker Reisbrand aus Okinawa.
- Baka: Dummkopf, ein derbes Schimpfwort.
- Bakufu: Zeltregierung. So hieß die Militärregierung der Tokugawa in der Edo-Zeit.
- Bakumatsu: das Ende dieser Regierung, grob die Jahre 1853 bis 1868.
- Bakuto: illegale Glücksspielgruppen der Frühen Neuzeit, ein Strang in der Vorgeschichte der Yakuza.
- Bantō: leitender Angestellter eines Handelshauses, 番頭, zwischen den Eigentümern und den Gehilfen.
- Banzai: ein Ruf, wörtlich zehntausend Jahre.
- Bato-Kannon: eine Form der Kannon mit Pferdekopf, verbunden mit dem Schutz von Pferden.
- Benten: Benzaiten, eine der sieben Glücksgottheiten.
- Bigaku: Ästhetik, 美学, die Lehre vom Schönen.
- Biru-bochi: Bestattungsanlage in einem Gebäude, eine städtische Form des Friedhofs.
- Biwa: birnenförmige Laute mit vier Saiten.
- Bonenkai: Betriebsfeier zum Jahresende. Das Wort setzt sich aus vergessen und Feier zusammen: das Jahr hinter sich lassen, oft bei reichlich Alkohol.
- Bonkei: Miniaturlandschaft auf einem Tablett, aus Erde, Moos und kleinen Formen gebaut.
- Bonseki: Landschaft aus Sand und Steinen auf einem Tablett. Verwandt mit Bonkei, aber ein eigenes Verfahren.
- Bonsai: die Kunst, einen Baum in der Schale klein und alt aussehen zu lassen.
- Bōryokudan: Gewaltgruppe. So nennen Behörden die Gruppen, die umgangssprachlich Yakuza heißen.
- Bōsōzoku: Motorradbanden, auffällig durch laute Auspuffe und Umbauten.
- Bugyō: Magistrat, den die Tokugawa einsetzten.
- Buke: die Kriegerhäuser, also der Stand der Bushi. Der schlichte Wohnstil dieser Häuser heißt erst buke-zukuri.
- Bushi: Angehöriger des Kriegerstandes.
- Bushidō: Weg des Kriegers. Als festes Wort wurde es vor allem in der Moderne geläufig, unter anderem durch Nitobe Inazō.
- Butsudan: buddhistischer Altar im Haus.
- C-Mail: früherer Kurznachrichtendienst des Anbieters au.
- Chanoyu: die Teezeremonie als ästhetische Übung. Sadō, der Weg des Tees, bezeichnet dieselbe Praxis von der Disziplin her.
- Chikuwa: Rolle aus Fischpaste, gedämpft oder gegrillt. Der Name, Bambusring, erinnert an die Stange, um die man die Masse früher formte.
- Chin-suru: etwas in der Mikrowelle erwärmen. Der Name kommt vom Piepton des Geräts.
- Chinmoku: Schweigen.
- Chōchin: faltbare Papierlaternen an Tempeln, Läden und Festständen.
- Chōjū-giga: Bildrollen der Heian-Zeit, auf denen Tiere sich wie Menschen benehmen. Sie werden oft als früher Vorläufer des Manga genannt.
- Chonmage: der Haarknoten der Samurai, heute noch bei Sumō-Ringern zu sehen.
- Chōzuya: Wasserbecken am Schrein, an dem man Hände und Mund reinigt. Auch temizuya genannt.
- CV: im Abspann die Stimme einer Figur, aus character voice.
- Daikoku: Daikokuten, einer der sieben Glücksgötter.
- Daikon: großer weißer Rettich.
- Daimyō: Landesherr einer Domäne in der Edo-Zeit.
- Danchi: öffentliche Wohnblöcke der Nachkriegszeit.
- Dango: Klöße aus Reismehl, oft zu dreien auf einem Spieß. Dangō mit langem o, 談合, ist ein anderes Wort und meint abgesprochene Angebote.
- Dōjin: ein Kreis von Leuten mit demselben Interesse.
- Dōjinshi: Hefte, die solche Kreise selbst verlegen, häufig zu Anime und Manga.
- Dōjō: Übungsraum einer Kampfkunst.
- Dōkyūsei: Klassenkameraden.
- Dokyun: abwertendes Medienetikett für Jugendliche aus armen Verhältnissen, abgeleitet von documentary.
- Donabe: irdener Topf mit Deckel, für Eintopf und Nabe am Tisch.
- Doro: Schlamm, 泥. Die Straße heißt dōro, 道路.
- Dōryō: Kollegen.
- Ebisu: einer der sieben Glücksgötter, verbunden mit Fischfang und Handel.
- Edokko: Kind von Edo, also jemand, der im alten Stadtkern des heutigen Tokio geboren ist.
- Ema: kleine Holztafel, auf die man einen Wunsch schreibt und sie am Schrein aufhängt.
- Engawa: hölzerner Umgang um das traditionelle Haus, halb Flur und halb Veranda.
- Engimono: Glücksbringer.
- Enjo kōsai: bezahlte Verabredung. Der Ausdruck der 1990er Jahre diente oft als Umschreibung für sexuelle Kontakte zwischen Schülerinnen und älteren Männern.
- Enka: sentimentale Schlagersängerform des 20. Jahrhunderts. Das Volkslied heißt min'yō und ist eine andere Gattung.
- Enryo: Zurückhaltung, das eigene Bedürfnis zurückstellen.
- Ero-kawaii: zugleich erotisch und niedlich.
- Freeter: jemand, der von Teilzeit- und Gelegenheitsjobs lebt. Das Wort mischt das englische free mit dem deutschen Arbeiter.
- Fude: Pinsel für Tusche und Kalligrafie.
- Fūfu: Ehepaar.
- Fugu: Kugelfisch. Bestimmte Teile sind giftig, zubereitete Gerichte gelten als Delikatesse.
- Fuhai: Korruption, 腐敗.
- Fujisan: der Berg Fuji, der höchste Japans. Die ausgewiesene Höhe bleibt 3776 Meter. Nach der im Dezember 2024 veröffentlichten Messung liegt der Vermessungspunkt darunter bei 3775,56 Metern.
- Fukushin: Vertrauter, jemand aus dem engsten Kreis, 腹心.
- Fundoshi: Lendenschurz der traditionellen Männerkleidung und der Festträger.
- Furigana: kleine Kana neben den Kanji, als Lesehilfe.
- Fūrin: Windspiel, im Sommer an der Dachkante.
- Furo: das Bad, die Wanne. Das Waschen geschieht davor.
- Fusuma: undurchsichtige Schiebetüren aus Papier auf einem Holzgitter.
- Futon: Bettzeug, das abends auf dem Boden ausgerollt und morgens weggeräumt wird.
- Gagaku: alte Hofmusik, mit Tanz und mit Instrumenten, die sonst kaum noch erklingen.
- Gaisensha: Lautsprecherwagen. Parteien und politische Gruppen fahren damit durch die Straßen und spielen ihre Parolen ab.
- Gals: Gyaru, eine auffällige Stadtmode, vor allem unter jungen Frauen.
- Gaman: aushalten, eine Härte hinnehmen, ohne sie nach außen zu kehren.
- Ganguro: Mode der 1990er mit stark gebräunter Haut und hellem Makeup.
- Garakei: die älteren japanischen Klapphandys. Das Wort setzt Galápagos und keitai zusammen und spielt auf Geräte an, die sich vom Weltmarkt abkoppelten.
- Geinōjin: Star aus Fernsehen, Musik oder Bühne, 芸能人.
- Gengō: Äraname. Taishō, Shōwa, Heisei und Reiwa bezeichnen Regierungszeiten, neben dem Eigennamen des Kaisers.
- Genkan: der abgesenkte Eingang, in dem die Schuhe ausgezogen werden.
- Geta: Holzsandalen mit zwei Stegen.
- Giri: soziale Pflicht. Giri-ninjō stellt diese Pflicht dem menschlichen Gefühl gegenüber.
- Go: Brettspiel mit schwarzen und weißen Steinen. Im Japanischen heißt es igo.
- Gokaidō: die fünf Hauptstraßen der Edo-Zeit: Tōkaidō, Nakasendō, Kōshū Kaidō, Ōshū Kaidō und Nikkō Kaidō. Das waren Poststraßen, keine Autobahnen.
- Gokudō: die Unterwelt, das Milieu der Yakuza.
- Gomagi: Holztäfelchen mit einer Bitte, die im Goma-Feuerritual verbrannt werden. Das Ritual gehört zum esoterischen Buddhismus.
- Green Car: die erste Klasse in vielen Zügen der JR-Gesellschaften.
- Gundam: die Mecha-Serie, die seit 1979 einen eigenen Zweig der japanischen Popkultur bildet.
- Hachimaki: Stirnband, bei Festen, bei der Arbeit und als Zeichen von Entschlossenheit.
- Hagoita: Holzschläger für Hanetsuki, das federballähnliche Spiel zu Neujahr.
- Haiku: kurzes Gedicht aus 5, 7 und 5 Moren. Eine More ist eine Zeiteinheit der japanischen Sprache. Mit einer deutschen Silbe fällt sie nur teilweise zusammen.
- Hakimono: Schuhwerk, darunter Tabi, Geta, Setta und Zōri.
- Hakkō ichiu: Slogan der frühen Shōwa-Zeit, wörtlich die acht Ecken der Welt unter einem Dach. Er wurde militärisch aufgeladen.
- Han: Lehen eines Daimyō in der Edo-Zeit.
- Hanami: Blütenschau. Gemeint ist fast immer die Kirschblüte, mit Decke unter den Bäumen.
- Hanko: persönliches Siegel, bis heute auf Formularen neben oder anstelle der Unterschrift.
- Hanten: kurze wattierte Jacke, 半纏.
- Hantō: Halbinsel.
- Haori: kurze Jacke über dem Kimono.
- Haragei: Verständigung, ohne dass der entscheidende Satz ausgesprochen wird. Wörtlich die Kunst des Bauches.
- Haramaki: Bauchwärmer aus Stoff.
- Hashi (箸): Essstäbchen.
- Hashi (橋): Brücke. Dieselbe Lautung, andere Zeichen und eine andere Bedeutung.
- Hihōkan: Sexmuseum.
- Hikari: eine Zuggattung des Shinkansen, zwischen den langsameren Kodama und den schnellsten Nozomi.
- Hikikomori: langer Rückzug aus Schule, Arbeit und sozialem Leben, oft in der eigenen Wohnung.
- Hōji: buddhistische Gedenkfeier für einen Verstorbenen.
- Hori-kotatsu: Kotatsu über einer Grube im Tatami-Boden, sodass die Beine nach unten hängen.
- Hosutesu: Hostess, eine Frau, die in einem Club männliche Gäste unterhält.
- Hosuto: Host, ein Mann, der in einem Club weibliche Gäste unterhält.
- Hotei: einer der sieben Glücksgötter, mit bloßem Bauch und Sack, aus dem chinesischen Budai.
- Hotto: heißer Kaffee, aus dem englischen hot. Ein Standard im alten Kissaten.
- i-mode: Internetdienst von NTT Docomo für Handys, gestartet im Februar 1999. Docomo hat ihn zusammen mit dem 3G-Dienst FOMA am 31. März 2026 eingestellt.
- Ichirizuka: Erdhügel als Meilenstein an den alten Straßen. Ein ri entspricht etwa 3,9 Kilometern.
- Ijime: Mobbing, vor allem unter Schülern.
- Ikebana: die Kunst, Schnittblumen und Zweige zu stellen.
- Ikigai: das, was den eigenen Tag lebenswert macht. Die Formel vom einzigen Lebenssinn engt das Wort ein.
- Ikki: ein Getränk in einem Zug leeren, 一気.
- Ikuji: die Betreuung von Kindern, 育児.
- Inemuri: Schlaf an einem Ort, an dem man anwesend sein soll, etwa im Zug oder in der Vorlesung.
- Irezumi: Tätowierung, oft die großflächige japanische.
- Irori: Feuerstelle, die in den Boden des Hauses eingelassen ist.
- Ishidatami: Steinpflaster der alten Poststraßen.
- J-League: die Profiliga im Fußball, 1993 gegründet. Sie spielt in den Ligen J1 und J2, seit 2014 auch in der J3.
- J-Pop: japanische Popmusik, oft mit Idolen und Gruppen.
- JAF: Japan Automobile Federation, der Automobilclub.
- JAL: Japan Airlines.
- japan: im Englischen, kleingeschrieben, Lack. Das japanische Wort dafür ist urushi. Es ist kein japanisches Substantiv.
- Jidai-geki: historische Filme und Serien, häufig mit Samurai.
- Jika-tabi: Arbeitsschuhe mit geteilter Zehe und Gummisohle.
- Jimmu: der mythische erste Kaiser in den alten Chroniken.
- Jinja: Shintō-Schrein.
- Jitensha: Fahrrad.
- Jizai-kagi: verstellbarer Haken über der Feuerstelle, an dem der Kessel hängt.
- Jizō: Bodhisattva, Schutzfigur für Reisende und für Kinder.
- JNTO: Japan National Tourism Organization, die nationale Tourismusbehörde.
- Joshi kōsei: Schülerin der Oberschule, 女子高生.
- Jōshi-buka: das Verhältnis von Vorgesetztem und Untergebenem, 上司と部下. Jōshi ist der Vorgesetzte, buka der Untergebene.
- Jōyatō: Steinlaterne der Edo-Zeit, die nach Einbruch der Dunkelheit den Weg wies.
- JR: Japan Railways, die Gruppe der Bahngesellschaften nach der Aufteilung der Staatsbahn.
- JTB: ein großes japanisches Reiseunternehmen.
- Juku: Nachhilfeschule, oft am Abend nach dem regulären Unterricht.
- Kagura: Musik und Tanz am Schrein, an Mythen und an die Kami gebunden.
- Kaisha: Unternehmen, Firma.
- Kaishaku: der zweite beim Seppuku, der den Todesstoß setzt.
- Kaisoku: Eilzug, schneller als der Nahverkehrszug und langsamer als der Kyūkō.
- Kaiten-zushi: Sushi, das auf einem Band am Tresen vorbeizieht.
- Kami: Gottheiten und Geister im Shintō. Sie können in Bergen, Bäumen, Steinen und anderen Erscheinungen gedacht werden.
- Kanpō: die japanische Richtung der ostasiatischen Medizin. Sie baut auf chinesischen Vorlagen auf und hat sich in Japan als eigene Praxis entwickelt.
- Kanzashi: Haarnadeln und Haarschmuck zu traditionellen Frisuren, oft in Blumenform.
- Kappa: Wassergeist der Erzählungen, mit Schnabel, Schuppen und einer Mulde auf dem Kopf, die Wasser halten muss.
- Karakuri: mechanische Puppen der Frühen Neuzeit, mit Federn und Zahnrädern.
- Karōshi: Tod durch Überarbeitung.
- Kashiwade: das Klatschen vor dem Kami. An den meisten Schreinen verbeugt man sich zweimal, klatscht zweimal und verbeugt sich noch einmal. Am Izumo Taisha sind vier Klatscher üblich.
- Kashu: Sänger oder Sängerin, 歌手.
- Katori-senkō: Mückenspirale.
- Kayōkyoku: populäre Lieder des 20. Jahrhunderts, das Vorfeld des späteren J-Pop.
- Keigo: die Höflichkeitssprache, mit eigenen Formen für Respekt, Bescheidenheit und distanzierte Höflichkeit.
- Keiretsu: Unternehmensverbund, in dem Firmen über Aktien, Banken und Zulieferung zusammenhängen.
- Keitai: Handy. Die volle Form ist keitai denwa, das tragbare Telefon.
- Kempeitai: die Militärpolizei, in der Meiji-Zeit aufgestellt.
- Ken: Präfektur als Suffix. Siehe die Liste der Ortssuffixe oben.
- Kendama: Geschicklichkeitsspiel aus Holz: ein Ball an der Schnur, den man in Schale, Teller oder Spitze fängt.
- Kendō: Fechten mit Shinai und Rüstung.
- Ki: Lebensenergie und Stimmung, 気. Das Zeichen steckt in vielen Wörtern für Gefühl und Atmosphäre.
- Kiku: Chrysantheme, das Wappen der kaiserlichen Familie.
- Kimo-kawaii: gruselig und niedlich zugleich. Bekannt wurde die Mischung durch den Charakter Gloomy Bear.
- Kimono: das traditionelle gewickelte Gewand, für Männer und für Frauen, mit Obi geschlossen.
- Kisha: Reporter, 記者. Der Kisha-Club ist der abgeschlossene Reporterclub einer Behörde oder eines Unternehmens.
- Kissaten: kleines Kaffeehaus älterer Art, heute oft von Ketten verdrängt.
- Kiyome no shio: ein Kegel aus Salz am Eingang, zur Reinigung der Schwelle.
- Kōan: Ausspruch oder Rätsel, mit dem ein Zen-Lehrer das begriffliche Denken unterbricht.
- Kōdō: der Weg des Dufts, die Kunst, Räucherwerk zu hören, wie man Tee und Blumen als Weg übt.
- Kodokushi: einsamer Tod, 孤独死. Jemand stirbt allein und wird erst später gefunden.
- Kodomo: Kind.
- Kogal: junge Gyaru der 1990er, stark mit Shibuya verbunden.
- Kokki: Nationalflagge.
- Kombu: Seetang für die Brühe Dashi.
- Kone: Beziehungen, Vitamin B. Kurzform des englischen connection.
- Kōshū Kaidō: eine der fünf Hauptstraßen, von Edo nach Shimo-Suwa.
- Koshitsu: ein separates Zimmer, 個室, etwa in einem Restaurant oder Izakaya, das man für eine Gruppe reserviert. Kyōshitsu, 教室, ist mit anderer Schreibung das Klassenzimmer.
- Kōsatsu-ba: amtliche Anschlagtafel der Edo-Zeit, an der Verordnungen aushingen.
- Kotatsu: niedriger Tisch mit einer Decke und einer Wärmequelle darunter.
- Kote-e: farbiges Relief aus Putz, vor allem an Speichern, auch an Häusern und Tempeln.
- Koto: Wölbrettzither. Die heute übliche Form hat 13 Saiten.
- Kunai-chō: das Kaiserliche Hofamt.
- Kura: Speicher mit dicken, oft weiß verputzten Wänden.
- Kusari-doi: Regenkette an der Dachtraufe, anstelle eines Fallrohrs.
- Kuyakusho: Bezirksamt, 区役所, die Verwaltung eines ku.
- Kyōgen: kurze, oft komische Stücke, die zum Nō gehören und zwischen den ernsten Spielen stehen.
- Kyōiku mama: Mutter, die den Schulweg des Kindes stark steuert. Der Ausdruck ist abwertend.
- Kyūdō: Bogenschießen als Übungsweg, mit Betonung auf Haltung und Ablauf.
- Kyūkō: Expresszug im Nah- und Fernverkehr unterhalb des Shinkansen.
- Kyūsu: Teekanne, deren Griff seitlich im rechten Winkel zur Tülle sitzt.
- LDP: Liberal Democratic Party, auf Deutsch die Liberaldemokratische Partei. Japanisch heißt sie Jimintō. Sie stellte über lange Strecken der Nachkriegszeit die Regierung.
- Live House: kleiner Club für Live-Musik.
- Lost Decade: das verlorene Jahrzehnt, die 1990er Jahre nach dem Platzen der Bubble Economy.
- Love Hotel: Hotel, das Zimmer stundenweise an Paare vermietet.
- Machiya: Bürgerhaus der Stadt, oft schmal, mit Laden zur Straße und Wohnräumen dahinter.
- Majime: ernst, pflichtbewusst.
- Mama-san: Wirtin einer Bar oder eines Clubs.
- Mamba: Untergruppe der Ganguro, auch yamamba genannt, mit noch auffälligerem Makeup.
- Mamushi: die japanische Mamushi, eine Giftschlange.
- Maneki-neko: winkende Katze aus Keramik, als Glücksbringer im Laden.
- Manga: japanische Comics, gelesen von Kindern und von Erwachsenen.
- Manji: das Zeichen 卍. Auf japanischen Karten markiert es einen buddhistischen Tempel. Das Symbol ist wesentlich älter als das Parteiabzeichen der NS-Zeit.
- Manzai: Komikerduo. Ein Partner spielt den Vernünftigen, der andere den Törichten. Die Form ist stark mit Osaka verbunden.
- Matcha: zu Pulver vermahlener Grüntee, aufgeschlagen mit dem Bambusbesen.
- Matsukazari: Neujahrsschmuck aus Kiefernzweigen. Am Tor steht oft zusätzlich das Kadomatsu aus Kiefer und Bambus.
- Meido kissa: Maid Café, in dem das Personal in Dienstmädchen-Kostüm bedient.
- Namiki: Baumreihe, eine Allee. An den alten Straßen spendeten solche Reihen Schatten.
- Naruto: die Wirbel in der Meerenge von Naruto zwischen Awaji und Shikoku, und die Hafenstadt auf Shikoku, die danach heißt. Denselben Namen trägt der Manga von Kishimoto Masashi.
- Natsubate: Erschöpfung in der Sommerhitze, 夏バテ.
- Neko: Katze. In der Szene-Sprache bezeichnet dasselbe Wort die passive Rolle.
- Nemawashi: das vorherige Abstimmen, bevor eine Entscheidung offiziell fällt. Wörtlich das Freilegen der Wurzeln vor dem Umpflanzen.
- Nengajō: Neujahrskarten, die zum Jahreswechsel eintreffen sollen.
- Netsuke: kleiner Knebel am Gürtel, an dem man eine Dose oder ein Beutelchen befestigte.
- NHK: der öffentlich-rechtliche Rundfunk für Hörfunk und Fernsehen.
- Nihonjinron: Texte über eine angebliche japanische Einzigartigkeit. Die Debatte wurde seit den 1960er Jahren sehr breit.
- Nikkō Kaidō: die historische Straße von Edo nach Nikkō.
- Ningyō: Puppe.
- Nō: maskiertes Theater mit langsamem Gang und Chor. Die heute bekannte Form hat sich seit dem 14. Jahrhundert herausgebildet.
- Noren: kurzer Vorhang in der Tür. Hängt er, ist das Geschäft offen.
- NTT: Nippon Telegraph and Telephone. Der Mobilfunk der Gruppe läuft unter NTT Docomo.
- Nyūshi: Aufnahmeprüfung, vor allem an Oberschulen und Universitäten.
- O-chūgen: Geschenke im Hochsommer, als Dank für eine erwiesene Hilfe.
- O-jōsan: junge Frau aus gutem Haus. Der Ton ist oft konservativ gemeint.
- O-miyage: Mitbringsel von einer Reise, für Kollegen, Familie und Nachbarn.
- O-seibo: Geschenke zum Jahresende, das winterliche Gegenstück zum chūgen.
- O-shibori: feuchtes Tuch, das man vor dem Essen gereicht bekommt.
- O-tsumami: kleine Gerichte zum Alkohol.
- Obi: der Gürtel, der den Kimono schließt. Bei festlicher Kleidung ist er breit und steif.
- Ohaguro: das Schwärzen der Zähne, in der Edo-Zeit eine Mode unter verheirateten Frauen.
- Oibara: Seppuku nach dem Tod des Herrn, auch junshi genannt.
- Ojigi: die Verbeugung. Eshaku ist die flache Alltagsform um etwa 15 Grad, keirei die förmlichere um etwa 30 Grad. Saikeirei ist die tiefste Verbeugung im Stehen. Etiketteanleitungen geben dafür oft etwa 45 Grad an.
- OL: Office Lady, Angestellte im Büro. Die Abkürzung ist im Japanischen fest.
- Omakase: dem Koch oder der Bedienung die Auswahl überlassen.
- Omikuji: Los mit einer Orakelantwort, gezogen am Schrein oder Tempel.
- Omizuko: auch mizuko, 水子. So werden Kinder genannt, die vor oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Das Gedenken heißt mizuko kuyō.
- Omotenashi: Gastlichkeit, die den Gast liest und vorbereitet, ohne unterwürfig zu werden.
- Oni: Dämon der Erzählungen und der Setsubun-Riten, mit Hörnern und Keule.
- Onigiri: Reisball, oft in Nori gewickelt, mit einer Füllung wie Umeboshi oder Fisch.
- Onnagata: männlicher Darsteller von Frauenrollen im Kabuki.
- Ōshū Kaidō: die nördliche der fünf Hauptstraßen, von Edo nach Shirakawa im heutigen Fukushima.
- Otaku: intensiver Fan, etwa von Manga, Anime oder Spielen. Im Japanischen ist das Wort oft abwertend. Im Ausland nutzen es viele als Selbstbezeichnung.
- Owan: Suppenschale mit Deckel.
- Ozen: niedriges Speisetablett für eine Person.
- Ozōni: Suppe mit Mochi zu Neujahr. Zōni ist dieselbe Suppe. Das o- ist die höfliche Vorsilbe.
- Paris-Syndrom: Bezeichnung für einen Kulturschock, den einige japanische Besucher in Paris beschrieben haben.
- Pasu: Fahrschein oder Pass, aus dem englischen pass.
- Pocchiri: Schmuckschließe am Obi einer Maiko, oft mit Steinen besetzt.
- Puchipura: kleiner Preis, aus petit und price. So heißen günstige Kosmetik und Accessoires.
- Q-chan: Spitzname der Läuferin Takahashi Naoko, Olympiasiegerin im Marathon der Frauen 2000 in Sydney.
- Rakugo: erzählte Komik. Ein Erzähler sitzt auf der Bühne und spielt alle Figuren allein.
- Remocon: Fernbedienung, aus remote control.
- Retoro: retro, als Stilwort.
- Risutora: Umstrukturierung, aus restructuring. In der Praxis meint es oft Stellenabbau.
- Robatayaki: rustikale Grillküche. Der Gast sitzt am Tresen, das Feuer ist offen.
- Rōnin: Samurai ohne Herrn. Heute auch Schüler, die ein Jahr pausieren und die Aufnahmeprüfung wiederholen.
- Rotenburo: Bad im Freien, 露天風呂.
- Ryōshūsho: Quittung, etwa vom Taxi, Hotel oder Restaurant.
- Ryōtei: teures japanisches Restaurant mit separaten Räumen.
- Sadō: der Weg des Tees. Siehe auch Chanoyu.
- Saikeirei: die tiefste Verbeugung im Stehen. Siehe Ojigi.
- Sakoku: Abschließungspolitik der Edo-Zeit. Sie begrenzte den Außenhandel und die Kontakte mit dem Ausland.
- Sakura: Kirschblüte, und auch der Baum selbst.
- Salaryman: männlicher Büroangestellter eines Unternehmens, fest im japanischen Wortschatz.
- Samue: Arbeitskleidung aus Jacke und weiter Hose, aus dem Zen-Umfeld in den Alltag gewandert.
- Samurai: der Kriegerstand. Das Wort gehört zu saburau, dienen. 1876 verbot die Haitōrei das öffentliche Tragen der Schwerter. Die Standesrechte waren in den Jahren davor schon abgebaut worden.
- San-pee: 3P, Umgangssprache für Sex zu dritt.
- SDF: Self-Defense Forces. Japanisch heißen die Streitkräfte Jieitai.
- Seichi junrei: Besuch eines bedeutenden Ortes. Fans nutzen das Wort für Reisen zu Schauplätzen aus Anime und Manga.
- Sekuhara: sexuelle Belästigung, aus sexual harassment.
- Senpai: wer in Schule, Verein oder Betrieb früher angefangen hat als man selbst. Sempai ist eine ältere Umschrift desselben Wortes.
- Senryū: humorvolles Gedicht in der Morenfolge des Haiku, ohne die Bindung an eine Jahreszeit.
- Sensei: Lehrer, Meister, auch Anrede für Ärzte und andere Lehrende.
- Sensu: Faltfächer.
- Seppuku: ritueller Freitod durch den Bauchschnitt. Umgangssprachlich heißt derselbe Vorgang Harakiri.
- Seiza: der formelle Kniesitz auf den Fersen, 正座.
- Shachihoko: Figur auf Burgdächern, mit Tigerkopf und Fischleib, als Schutz gegen Feuer gedacht.
- Shaku: flaches Holz, das Shintō-Priester wie ein Szepter in der Hand halten.
- Shakuhachi: Bambusflöte mit fünf Löchern, aus der Zen-Praxis in die Musik gewandert.
- Shamisen: dreisaitiges Instrument, 三味線, verwandt mit dem chinesischen Sanxian.
- Shibari: Fesselkunst mit Seilen.
- Shibui: herbe, zurückhaltende Schönheit.
- Shichifukujin: die sieben Glücksgötter.
- Shiken: Prüfung. Shiken-jigoku, die Prüfungshölle, meint den Druck der Aufnahmeprüfungen.
- Shinjinrui: neue Menschenart. So nannten Medien in den 1980er Jahren eine konsumorientierte Jugend.
- Shina: abwertendes, heute tabuisiertes Wort für China.
- Shinbutsu bunri: die Trennung von Buddhismus und Shintō zu Beginn der Meiji-Zeit. Der Staat behandelte den Buddhismus als eingeführt und den Shintō als einheimisch.
- Shinnenkai: Feier zum Jahresanfang im Betrieb, das Gegenstück zum Bonenkai.
- Shintō: der Kami-Kult, mit Schreinen, Reinigung und Festen am Ort.
- Shitagi dorobō: Diebstahl von Unterwäsche von der Wäscheleine.
- Shitamachi: die alten unteren Stadtviertel von Tokio, östlich des Schlossgeländes, 下町.
- Shodō: Kalligrafie, wörtlich der Weg des Schreibens.
- Shōgi: japanisches Schach. Die Figuren gehören einem selbst, sobald man sie schlägt, und dürfen wieder eingesetzt werden. Westliches Schach heißt chesu.
- Shōgun: militärischer Herrscher, vom Kaiser formal eingesetzt.
- Shogunat: die Militärregierung. Japanisch heißt sie Bakufu. Das Tokugawa-Shogunat dauerte von 1603 bis 1867.
- Shōji: Schiebewände aus lichtdurchlässigem Papier.
- Shugendō: Bergaskese, in der sich Shintō und Buddhismus mischen.
- Shūji: Schreibübung, Kalligrafie als Schulfach.
- Shukubō: Übernachtung in einem Tempel, mit Abendgebet und einfacher Küche.
- Soapland: Badehaus, in dem sexuelle Dienstleistungen angeboten werden.
- Sonnō jōi: Verehrt den Kaiser, vertreibt die Barbaren. Eine Parole der Bakumatsu-Zeit.
- Soroban: der japanische Abakus.
- Soto: außen, die Öffentlichkeit und die Fremdgruppe. Das Gegenstück ist uchi.
- Sōbetsukai: Abschiedsfeier für einen Kollegen, der versetzt wird oder geht.
- Sumaho: Smartphone, Kurzform von smartphone, スマホ.
- Sumi-e: Tuschmalerei.
- Sumiyaki: Grillen über Holzkohle.
- Suribachi: keramischer Mörser mit Rillen. Der Stößel heißt Surikogi.
- Tabako: Zigarette, aus dem portugiesischen tabaco.
- Tabi: Socken mit geteilter Zehe, dazu gedacht, in Geta oder Zōri getragen zu werden.
- Tachi: ein Schwert, das mit der Schneide nach unten an der Hüfte hängt, 太刀. In der Szene-Sprache bezeichnet dasselbe Lautbild die aktive Rolle.
- Taiko: große Fasstrommel, auch der Name für das Trommelspiel selbst.
- Taketombo: Bambuslibelle, ein Spielzeug, das sich beim Drehen zwischen den Händen in die Luft hebt.
- Tako: ein Flugdrachen, 凧. Der Oktopus ist ebenfalls tako, mit den Zeichen 蛸.
- Tanka: Gedicht aus 5, 7, 5, 7 und 7 Moren.
- Tanshin funin: Versetzung an einen anderen Arbeitsort, ohne dass die Familie mitzieht.
- Tansu: Kommode, oft aus Paulownienholz, mit beschlagenen Schubladen.
- Tanuki: der japanische Marderhund. Als Keramikfigur steht er mit dickem Bauch vor Läden und Gaststätten. Deutsche Texte nennen ihn oft Waschbär.
- Tawashi: Scheuerbürste, etwa aus Palmfasern, wie die kamenoko tawashi.
- Teiki-ken: Zeitkarte für Bahn oder Bus.
- Teineigo: die distanziert höfliche Sprachebene innerhalb des Keigo.
- Teishoku: festes Menü, oft mit Reis, Misosuppe, eingelegtem Gemüse und einem Hauptgericht.
- Tekireiki: das Alter, das als passend für die Heirat gilt. Der Maßstab hat sich verschoben und bleibt ein soziales Urteil.
- Tengu: Berggeist mit langer Nase und rotem Gesicht, störrisch und mit überlegenem Wissen dargestellt. Eine Herleitung vom indischen Garuda wird diskutiert.
- Tenugui: dünnes Baumwolltuch, im Bad, bei Festen und als Stirnband.
- Terakoya: Schreib- und Leseschulen der Edo-Zeit, häufig an Tempeln.
- Teshoku: Handkerzenhalter.
- Tōgyū: Zweikampf zweier Stiere, bei dem die Tiere ihre Kräfte messen. Zu sehen ist das noch auf Okinawa und auf den Oki-Inseln.
- Tōkaidō: die alte Küstenstraße zwischen Kyōto und Edo.
- Tokkuri: kleines Fläschchen für Sake.
- Tōkō kyohi: Schulverweigerung. Futōkō ist der heute üblichere statistische Begriff für dasselbe Feld.
- Tosa: alte Provinz auf Shikoku, heute die Präfektur Kōchi.
- Tsuba: das Stichblatt des Schwerts.
- Tsukiai: geselliges Beisammensein nach der Arbeit, oft mit dem Vorgesetzten und kaum freiwillig.
- Tsukubai: Steinbecken im Garten, an dem man sich vor der Teezeremonie die Hände wäscht.
- Tsuru: der Kranich, Symbol für langes Leben.
- Tsuya: die Totenwache in der Nacht vor der Beerdigung.
- Ubasute: eine Legende, nach der Alte auf einen Berg gebracht und dort zurückgelassen wurden. Belege für eine allgemeine Praxis fehlen.
- Uchi: das eigene Innen, Haus oder Gruppe. Das Gegenstück ist soto.
- Uchikake: Übergewand zur Hochzeit, oft farbig und mit Mustern, getragen über dem weißen Unterkimono.
- Uchimizu: Wasser, das man vor das Haus spritzt, um Staub zu binden und den Boden im Sommer zu kühlen.
- Udon: dicke Nudeln aus Weizen. Die dünneren Buchweizennudeln heißen Soba.
- Ukiyo-e: Bilder der fließenden Welt, Farbholzschnitte der Edo-Zeit.
- Ume: die japanische Aprikose, Prunus mume. Im Deutschen wird die Frucht oft Pflaume genannt.
- Umeboshi: sauer eingelegte Ume, zum Reis gegessen.
- Unten menkyo: Führerschein.
- Usu: großer Mörser, in dem man gedämpften Reis zu Mochi stampft.
- Utai: der Gesang des Nō.
- Wa: Harmonie, und auch eine Vorsilbe für Japanisches, wie in washoku, der japanischen Küche.
- Wabi-sabi: eine ästhetische Haltung, die das Unvollkommene, Vergängliche und Schlichte gelten lässt.
- Wabori: traditionelle japanische Tätowierung und die Leute, die sie tragen.
- Waraji: Sandalen aus geflochtenem Stroh.
- Warikan: die Rechnung teilen, jeder zahlt seinen Teil.
- Wasabi: die scharfe Wurzel Wasabia japonica, frisch zum Sushi gerieben. Die grüne Paste aus der Tube ist oft Meerrettich mit Farbe.
- Washi: Japanpapier aus Bastfasern wie Kōzo, Mitsumata oder Gampi.
- Wasshoi: Ruf beim Tragen eines Schreins auf einem Fest.
- Yabai: brenzlig. In der Umgangssprache auch heftig im positiven Sinn, etwa großartig oder kaum zu fassen.
- Yabusame: Bogenschießen vom Pferd. Die Reiter schießen im Vorbeireiten auf drei feste Ziele.
- Yaki-imo: geröstete Süßkartoffel, im Winter oft vom Wagen verkauft, mit einem eigenen Ruf durch die Straßen.
- Yakitori: Hähnchenstücke vom Grill, auf einem Spieß.
- Yakyū: Baseball.
- Yamato: alter Name für Japan und für die Region um Nara, aus der der frühe Hof kam.
- Yamato-damashii: japanischer Geist. Das Wort trägt eine militaristische Geschichte.
- Yatagarasu: dreibeinige Krähe der Mythen, Helferin des Jimmu.
- Yatai: mobiler Essensstand, am Abend auf der Straße, 屋台.
- Yatate: tragbares Schreibset mit Pinsel und Tusche.
- Yōfu: westlicher Stil. Das Gegenstück ist wafu, japanischer Stil.
- Yokozuna: der höchste Rang im Sumō.
- Yosakoi: Gruppentanz, aus Kōchi gekommen, mit Naruko-Klappern und oft mit neuer Musik.
- Yōshokuya: Restaurant mit westlicher Küche in japanischer Ausprägung.
- Yuinō: die Verlobungsgaben zwischen den Familien.
- Yukan: die Waschung des Toten vor der Bestattung.
- Yukata: leichter Kimono aus Baumwolle, im Sommer und im Badeort.
- Zabuton: flaches Sitzkissen. Za meint sitzen, buton gehört zu futon.
- Zaibatsu: die großen Industriegruppen vor 1945. Keiretsu bezeichnen die Unternehmensverbünde der Nachkriegszeit.
- Zazen: Sitzmeditation im Zen.
- Zen: eine Richtung des Mahayana-Buddhismus, mit Sitzmeditation und mit Arbeit als Übung.
- Zenekon: Generalunternehmer am Bau, aus general contractor.
- Zentai: Ganzkörperanzug, der den Körper einschließlich des Gesichts bedeckt.
- Zōri: flache Sandalen, formeller als die Geta.
- Zōtō: das gegenseitige Schenken zu festen Anlässen, 贈答.
Fehlt ein Wort, lohnt es sich, die höfliche Vorsilbe o- oder ein Ortssuffix wie -shi, -ku und -ken abzuziehen und den Stamm noch einmal zu suchen. Was dann immer noch fehlt, steht in einem Wörterbuch besser als in einer Liste, die nur die Wörter mitnimmt, über die man beim Lesen stolpert.




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