Zazen ist eine der bekanntesten Formen der Zen-Meditation. Das Ziel ist einfach gesagt: sitzen, offen bleiben und Gedanken nicht festhalten. Gerade diese Einfachheit macht die Praxis oft schwerer, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Zazen ist die Hauptform der zen-buddhistischen Meditation. Dabei bedeutet za [座] sitzen; zen [禅] verweist auf einen Zustand tiefer und stiller Meditation. Mit Worten lässt sich Zazen nur grob erklären - wirklich verstehen tut man es erst beim Üben.
Die Praxis besteht darin, sich in einer bequemen Haltung mit aufgerichtetem Rücken zu setzen - oft für bis zu 40 Minuten, unterbrochen von Kinhin, der Gehmeditation.

Wie man Zazen praktiziert
Am besten übt man Zazen an einem ruhigen, sauberen Ort ohne Störungen. Der Raum sollte weder zu dunkel noch zu hell sein. Man kann allein üben, aber in der Gruppe fällt es vielen leichter, die Ruhe zu halten.
Zen-Buddhisten verwenden oft ein Bild von Manjushri Bodhisattva oder vom Buddha selbst. Man sollte diese Meditation nicht üben, wenn man müde, betrunken, hungrig oder mit vollem Magen ist.

Die Kleidung sollte bequem, sauber und möglichst schlicht sein. Man stellt ein Zabuton vor eine Wand und legt darauf ein Zafu - also die Kissen, die bei der Haltung helfen.
Man setzt sich so, dass die Basis der Wirbelsäule in der Mitte des Zafu liegt und etwa die Hälfte des Kissens hinter dem Körper bleibt. Nach dem Überkreuzen der Beine ruhen die Knie fest auf dem Zabuton.
Beobachte alles um dich herum. Lass Gedanken und Gefühle kommen und gehen, ohne sie kontrollieren oder unterdrücken zu wollen. Die Atmung bleibt ruhig, mit kurzen Einatmungen und langen Ausatmungen.

Während des Zazen bilden die Hände eine Ellipse, die das Universum in uns und uns im Universum symbolisiert. Mit den Handflächen nach oben legt man die Finger der linken Hand auf die Finger der rechten Hand. Das nennt sich Hokkaijoin.
Kinhin ist Zazen in Bewegung, also beim Gehen. Es dauert meist etwa zehn Minuten und wird im Zazen-Raum praktiziert. Es hilft, die Zirkulation anzuregen und danach wieder in die Sitzmeditation zurückzufinden.
Wenn du tiefer einsteigen willst
Wer Zazen mit anderen japanischen Körperhaltungen vergleichen möchte, kann auch einen Blick auf Seiza werfen. Und wenn dich der religiöse Hintergrund interessiert, hilft auch Buddhismus in Japan weiter. Zusammen geben die beiden Artikel mehr Kontext dafür, wo Zazen kulturell einzuordnen ist.
Am Ende geht es bei Zazen nicht um Leistung, sondern um Präsenz. Wenn Haltung und Atmung ruhiger werden, beruhigt sich der Geist oft von selbst.
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