Gaming-Schule in Japan: E-Sport-Kurs der Tokyo College of Anime

Gaming-Schule in Japan: E-Sport-Kurs der Tokyo College of Anime

Vier Majors, Unterricht auf Japanisch und der Unterschied zur Highschool

In Deutschland landet Gaming oft noch in der Schublade „danach, wenn die Hausaufgaben fertig sind“. In Tokio steht League of Legends seit Jahren auf einem richtigen Stundenplan – neben Eventproduktion und Business Manner. Das Wachstum der E-Sport-Wettbewerbe bringt Menschen aus allen Teilen der Welt dazu, vom Job als Profi-Spieler zu träumen. Titel wie League of Legends, Overwatch, Valorant und Apex Legends füllen Arenen, Streams und Preisgelder. Genau an diesem Punkt setzt die Fachschule an, die ältere Texte noch Tokyo School of Anime nennen. An der Tokyo College of Anime (東京アニメ・声優&eスポーツ専門学校) lernen Sie nicht nur, selbst zu spielen. Die Schule in Edogawa gilt als erste japanische Fachschule, die eine Ausbildung für die E-Sport-Branche aufgelegt hat – 2016, lange bevor Highschools mit Gaming-Campus in den Nachrichten auftauchten. Taktiken und praktisches Spieltraining – schnelle Mauskontrolle, 180-Grad-Drehungen, Streaming – gehören zum Alltag, ebenso Spezialisierungen wie Spielprofi, Geschäft und Promotion, Kommentatoren und Veranstaltungen. Collage: Figurenregal, Overwatch an Monitoren, Team mit Headsets und Schülergruppe Sogar professionelle Spieler kommen zum Unterrichten. Neben der Ausbildung für Spieler zielt der Kurs auch darauf, Matches und Wettbewerbe zu organisieren und zu produzieren.
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Was lernt man in der japanischen Gaming-Schule?

Die Kurse bieten praktische Lektionen in verschiedenen E-Sport-Titeln, etwa FPS, RTS und Kampfspiele, und trainieren so Fähigkeiten, um in der internationalen Arena zu konkurrieren. Es werden auch Grundlagenwissen in Wirtschaft und die Art des in der Branche verwendeten Marketings gelehrt. Sie können lernen, Veranstaltungen zu entwickeln und zu produzieren, indem Sie E-Sport-Events organisieren und bewerben – und so Produzent verwandter Events werden. Die Kurse konzentrieren sich nicht nur auf PC-Spiele, sondern auch auf Titel fürs Smartphone. Spielplanung, Programmierung und weitere Themen sollen helfen, neue E-Sport-Titel zu entwickeln und sie der Welt bekannt zu machen. Wer Videospiele aus Japan im Originalinterface liest oder Japanisch in Spielen eingibt, die keine IME-Unterstützung haben, merkt schnell den Haken: der Unterricht selbst läuft auf Japanisch. E-Sport-Raum mit DXRacer-Stühlen, Wabenwand und Schülerinnen und Schülern am Rechner

Vier Majors im E-Sport-Bereich

Heute gliedert die Schule den Bereich in vier Majors. Wer nur „Profi-Spieler werden“ im Kopf hat, übersieht die anderen drei Wege:
  • プロゲーマー専攻 – Pro-Gamer, drei Jahre: Technik, Strategie und Haltung von Spielern, Coaches und Analysten
  • ゲーム実況&ストリーマー専攻 – Game-Commentary und Streaming, drei Jahre: Stimme, Schnitt, Talk am Mikrofon
  • eスポーツイベント企画・運営専攻 – Eventplanung und -betrieb, drei Jahre: von der Idee bis zur Halle
  • eスポーツマネジメント専攻 – Management, vier Jahre: Teams, Verträge, Betrieb
Unter den Titeln, mit denen aktuell geübt wird, nennt die Schule League of Legends, Valorant, Rainbow Six Siege, PUBG und Apex Legends. Overwatch bleibt im japanischen Alltag sichtbar; aus CS:GO ist in der Szene längst Counter-Strike 2 geworden.

Skills rund ums Spiel

Die älteren Modulnamen klingen nach Englischkurs und Knigge – und genau das bleibt Teil der Ausbildung:
  • Game playing I – Fähigkeiten und Techniken des Trainings professioneller Teams
  • English for Gamers – Englisch-Konversation mit Fokus auf Spielterminologie
  • Communication Skills – grundlegende soziale Interaktion, einschließlich der Kommunikation mit anderen Spielern
  • Game Playing Basic – Regeln, Strategien und Taktiken bekannter E-Sport-Titel, die auf internationaler Ebene funktionieren können
  • Self Managment – Selbstwahrnehmung und Haltung, um in der Arena nicht nur mechanisch zu überleben
  • Business Manner – soziale Verhaltensweisen und Einstellungen für die Arbeit im E-Sport
Autonomie und Professionalität sind entscheidend für die Entwicklung auf dem Weg zum Erfolg. Es wird Unterstützung angeboten, um gute berufliche Gewohnheiten zu entwickeln, eine Anstellung zu finden und sich am Arbeitsplatz angemessen zu verhalten. Die Geräte der Schule sind leistungsstark und werden in echten E-Sport-Wettbewerben eingesetzt. Das klingt nach einem Traum! Collage vom Campus: Profi-Spieler mit Headsets, Tonstudio, Bühne, Bewegungsstudio und Klassenraum

Fachschule, nicht Highschool

Wer auf Deutsch nach einer Gaming-Schule in Japan sucht, landet oft bei zwei verschiedenen Dingen. Die Tokyo College of Anime ist eine senmon gakko, eine staatlich anerkannte Fachschule in Nishikasai, Edogawa, an der Tokio-Metro-Tozai-Linie. Der Unterricht ist auf Japanisch. Daneben gibt es inzwischen Highschools mit E-Sport-Kurs – ein anderes Schulform-Paket, oft mit Mathe und Englisch neben dem Match. Wer sich bewirbt, sollte Majors, Open-Campus-Termine und die aktuelle Gebühr auf der Schulwebsite prüfen. Zahlen ändern sich mit dem Jahrgang; Extra-Posten wie Materialien oder Auslandspraktikum stehen oft extra. Die Schule bildet ausdrücklich auch Caster, Eventstaff und Manager aus, nicht nur den einen Spieler, der auf der Bühne den Pokal hebt.

Weitere Kurse der Tokyo College of Anime

Sie mögen keine Spiele? Die Schule bietet Kurse in der Erstellung und Produktion von Anime, in 2D- und 3D-Zeichnung, in der Synchronisation für Spiele und Anime sowie in Soundeffekten, Musik, Figurendesign, Handlung und Story. Seiyū, VTuber und Illustration sitzen im selben Gebäudekomplex. Intern heißt das Doppelmajor: Fächer außerhalb des eigenen Majors können mitgenommen werden. Für weitere Details zum E-Sport-Kurs empfehlen wir die offizielle Website: https://www.anime.ac.jp/ Haben Sie schon einmal daran gedacht, in der E-Sport-Branche zu arbeiten – als Spieler, oder eher hinter der Bühne? Die Gaming-Schule in Tokio ist kein magischer Shortcut zum Weltmeistertitel. Sie ist ein japanischer Stundenplan für Leute, die das Spiel ernst nehmen und trotzdem einen Plan B auf denselben Campus legen wollen.
Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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