PayPay: So funktioniert die App-Zahlung in Japan

Wie die QR-Code-App von SoftBank und Yahoo den Alltag in Japan verändert hat.

Obwohl Japan in fast allen Lebensbereichen hochdigitalisiert ist, wirkt das Land beim Bezahlen erstaunlich konservativ. Bargeld und Yen-Münzen sind im Alltag noch immer wichtig, doch in den letzten Jahren hat sich eine App durchgesetzt, die das Bezahlen mit dem Smartphone auch in Japan massentauglich gemacht hat: PayPay [ペイペイ].

PayPay ist ein mobiler Zahlungsdienst, der von PayPay Co., Ltd. betrieben wird, einem Gemeinschaftsunternehmen von SoftBank und Yahoo Japan. In Geschäften, die die App akzeptieren, hältst du einfach dein Smartphone an die Kasse und bezahlst, ohne einen Yen aus der Tasche zu ziehen.

Im Gegensatz zum mobilen Suica, der auf einem speziellen NFC-Chip im Handy basiert (sogenanntes Osaifu-Keitai, auf Deutsch etwa „Brieftaschen-Handy“), funktioniert PayPay ganz ohne diese Funktion. Stattdessen zeigt die App einen QR-Code oder Barcode an, der an der Kasse gescannt wird. Das macht die Nutzung deutlich einfacher, weil praktisch jedes moderne Smartphone mitspielt.

Das Prinzip erinnert an brasilianische Systeme wie Mercado Pago oder an die QR-Codes von LINE, die du in vielen kleinen Läden und vor allem in Onsen siehst: kurz den Code scannen, Betrag bestätigen, fertig.

PS: Nicht verwechseln: Die japanische PayPay-App hat nichts mit dem portugiesischen Zahlungsanbieter paypay.pt zu tun, der in Europa aktiv ist. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Unternehmen.

Symbolbild für bargeldloses Bezahlen in Japan
Bargeldloses Bezahlen in Japan

Was sind die Vorteile von PayPay?

Neben dem Bezahlen an der Kasse kannst du mit PayPay auch ganz einfach Geld an Freunde und Familie schicken, die ebenfalls die App nutzen. Praktisch, wenn du nach einem Abendessen im Izakaya oder einer Karaoke-Runde die Rechnung teilen willst, ohne Kleingeld zu suchen.

Du kannst sogar einzelne Yen-Beträge senden, fast wie eine Banküberweisung. Für diese Transaktionen fallen keine Gebühren an, und es gibt keine Begrenzung der Anzahl der Überweisungen.

Zusätzlich sammelst du bei jeder Zahlung Punkte auf der T-Point-Karte [T ポイントカード] und bekommst regelmäßig Cashback-Aktionen sowie Rabatte. Das macht die App attraktiv und hält die Nutzer bei der Stange.

Es gibt ähnliche Dienste in Japan, aber PayPay ist bequemer, weil die App in den meisten Geschäften akzeptiert wird. Wer in Japan lebt oder regelmäßig dort unterwegs ist, kommt an PayPay kaum vorbei. Worauf wartest du, um die App herunterzuladen?

PayPay-App-Logo auf einem Smartphone-Bildschirm
Markenlogo der PayPay-App

Wie verwendet man PayPay?

Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten:

  1. Lade die App „PayPay" aus dem App Store (iOS) oder Google Play (Android) herunter.
  2. Öffne die App und registriere dich mit deiner Handynummer und einem Passwort.
  3. Du erhältst eine SMS mit einem Bestätigungscode.
  4. Gib den Code in der App ein, um dein Konto zu aktivieren.
  5. Dein persönlicher Barcode erscheint direkt auf dem Startbildschirm, und du kannst sofort bezahlen.

Alternativ kannst du dich auch mit deiner Yahoo! JAPAN-ID anmelden. Tippe dazu auf dem Startbildschirm auf „Neue Registrierung mit Yahoo!“, um zur Anmeldung weitergeleitet zu werden.

Um Geld auf dein PayPay-Konto zu laden, hast du mehrere Möglichkeiten: eine Kreditkarte hinterlegen, an einem Seven-Bank-Automaten Bargeld einzahlen oder dein Bankkonto über Yahoo! Wallet verknüpfen.

PayPay benötigt mindestens 500 Yen Startguthaben, damit du loslegen kannst. Für eine Überweisung oder Zahlung tippst du einfach den Betrag ein und scannst den Barcode der anderen Person oder des Geschäfts.

Beim Bezahlen an der Kasse hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du scannst den QR-Code des Ladens, gibst den Betrag ein und wartest auf die Bestätigung durch das Personal, oder du zeigst deinen eigenen Barcode vor, den die Kassiererin mit ihrem Scanner liest.

Bei jeder Transaktion kannst du wählen, ob du dein App-Guthaben, Yahoo!-Geld oder eine hinterlegte Kreditkarte verwenden willst. Worauf wartest du, um diese App in Japan auszuprobieren?

Als Tourist brauchst du allerdings eine japanische Mobilfunknummer, um dich zu registrieren. Selbst mit einer funktionierenden Nummer sind Grundkenntnisse der japanischen Sprache sehr hilfreich, weil die App-Oberfläche und die SMS-Bestätigungen auf Japanisch sind.

Smartphone zeigt die PayPay-Oberfläche mit Kontoerstellung und Aufladeoptionen
Kontoerstellung und Guthaben hinzufügen

Wo kann man PayPay verwenden?

Um ein Geschäft in deiner Nähe zu finden, tippst du auf der Startseite der App auf „Liste der Geschäfte im ganzen Land". Auf einer Karte werden dir dann alle Akzeptanzstellen rund um deinen aktuellen Standort als Icons angezeigt.

Du kannst PayPay in allen großen Konbini wie 7-Eleven, FamilyMart, Lawson und Ministop nutzen. Geschäfte, die die App akzeptieren, tragen in der Regel das PayPay-Logo am Eingang oder an der Kasse. Besonders verbreitet ist PayPay unter anderem in:

  • Konbini;
  • Supermärkten;
  • Apotheken;
  • Buchhandlungen;
  • Bekleidungsgeschäften;
  • Kaufhäusern und Warenhäusern;
  • Freizeiteinrichtungen;
  • Hotels und Reisebüros;
  • Restaurants und Izakaya;
  • Lieferservices und Händlern vor Ort;
  • Elektrofachgeschäften.

Da jeder Laden PayPay als Bezahloption anbieten kann, wächst das Netzwerk ständig. Eine vollständige, tagesaktuelle Liste findest du auf der offiziellen PayPay-Website unter paypay.ne.jp/shop.

Japanische Geschäfte mit PayPay-Aufklebern an Schaufenstern und Kassen
Geschäfte, die PayPay akzeptieren

Weitere beliebte Alternativen in Japan sind Rakuten Pay und LINE Pay. Beide bieten ebenfalls eine breite Akzeptanz, die Verknüpfung mit einer Karte und verschiedene Bonusprogramme. Vielleicht schauen wir uns in einem späteren Artikel diese Optionen einmal genauer an.

Hast du PayPay in Japan schon einmal genutzt? Wie war deine Erfahrung? Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit Freunden, die nach Japan reisen, und hinterlasse uns einen Kommentar mit deinen Tipps. Bis zum nächsten Mal!

PayPay im Alltag: Erklärvideo auf Japanisch
Vergleich: PayPay und andere mobile Bezahl-Apps in Japan
Kevin Henrique

Über den Autor: Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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