Burakumin [部落民] ist ein japanisches Wort, das sich auf eine soziale Klasse in Japan bezieht, auf etwa 3 % der Japaner, die aufgrund ihrer sozialen Klasse oder Lebensweise stark diskriminiert wurden.
Im Mittelalter waren die burakumin die niedrigste Klasse in der sozialen Hierarchie. Sie arbeiteten in Berufen, die als unrein galten, wie Henker, Gerber, Metzger, Straßenreiniger und Totengräber.
Traditionell lebten sie in spezifischen Ghettos und durften Tempel anderer sozialer Gruppen nicht besuchen. Das Feudalsystem, das als Kastensystem bezeichnet wurde, war ebenfalls erblich, was das soziale Stigma der Gruppe perpetuierte.
Die Grundlage der Diskriminierung der Burakumin ist das shintoistische Reinheitsgebot. Mit der Einführung des Buddhismus in Japan verursachte die Vorstellung der Unreinheit, die mit dem Tod und dem Verz bestimmter Tiere verbunden war, eine noch größere Trennung der Burakumin.
Bedeutung von Kaste – Jede soziale Gruppe oder ein starres System der sozialen Schichtung erblicher Natur.
Inhaltsverzeichnis
Der Ursprung der Burakumin
Es ist nicht genau bekannt, wie die Burakumin entstanden sind, aber Historiker nennen drei verschiedene Versionen, um ihr Entstehen zu erklären:
Die erste besagt, dass sie Nachkommen der Ureinwohner, der primitiven Völker Japans sind, die von den Völkern, die später ins Land kamen, unterworfen wurden. Die zweite besagt, dass es Einwanderer aus den Philippinen und Korea sind.
Und die dritte Version besagt, dass die Burakumin Menschen sind, die vor langer Zeit damit beauftragt waren, Tiere zu töten, zu reinigen und für den Verzehr vorzubereiten. Nach einiger Zeit waren sie auch damit beauftragt, Verstorbene für die Beerdigung vorzubereiten.
Im mittleren 18. Jahrhundert schrieb der Reformator des Shintoismus, Atsutane Hirata, dass die Burakumin unrein und minderwertig seien, getrennt von der Gesellschaft bleiben müssten und daran gehindert werden sollten, in Tempel anderer Kasten einzutreten.
Erst 1871 durften die Burakumin außerhalb der Ghettos wohnen, aber die soziale Diskriminierung blieb bestehen. Bis heute arbeiten viele der Arbeiter in schmutzigen Dienstleistungsberufen wie Mülldeponien und Fabriken für Fleischprodukte sind Burakumin.

Die Nachkommen der Burakumin
Heute ist es nicht so leicht, einen Burakumin zu erkennen wie früher, denn im Tokugawa-Zeitalter zum Beispiel lebten sie in Ghettos und trugen spezifische Kleidung, die sie identifizierte.
Aber heutzutage ist das nicht mehr so, daher weiß man nicht sicher, ob jemand Burakumin ist oder nicht, obwohl sie mit Menschen in Verbindung gebracht werden, die auf Mülldeponien, in Kanalisationen, Kühlhäusern und bei der Leichenpräparation arbeiten, aber auch andere können denselben Job machen.
Die meisten Nachkommen der Burakumin bevorzugen es, ihre Herkunft zu verbergen, um Diskriminierung zu vermeiden. Denn wenn sie ihre Herkunft preisgeben, können sie die Chance verlieren, einen guten Job zu bekommen oder sogar zu heiraten. Und eine Person, die bereits angestellt ist, kann sogar entlassen werden, wenn sie ihre Herkunft offenbart.
Inklusive bis heute kaufen japanische Unternehmen Listen von Privatdetektiven an, die anzeigen, welche Familien Burakumin-Ursprung haben, um zu vermeiden, Menschen aus diesen Familien einzustellen, was es für die Burakumin sehr erschwert, ihre wirtschaftliche und soziale Situation zu ändern.
Es gibt auch Berichte, dass einige japanische Familien diese Listen verwenden, um zu verhindern, dass Nachkommen der Burakumin mit einem Familienmitglied heiraten.
Es ist wichtig zu betonen, dass einige der wichtigsten Künstler der japanischen Geschichte Burakumin sind. Darunter gab es mehrere Künstler und Schöpfer des Theaters noh, sowie kabuki und kyogen.

Ist die Diskriminierung zurückgegangen?
Glücklicherweise nimmt diese Diskriminierung in Japan ab, ein Beweis dafür war das Dekret der japanischen Regierung von 1871, das besagte, dass die Burakumin als normale Bürger betrachtet würden und vor dem Gesetz die gleichen Rechte wie die anderen sozialen Klassen in Japan haben.
Aber es gibt immer noch viele Menschen, die die Burakumin als eine schmutzige und minderwertige Klasse betrachten, und die meisten Nachkommen der Burakumin arbeiten immer noch in Berufen mit geringem Ansehen, wahrscheinlich geerbt von ihren Vorfahren.
Und da jenes Dekret von 1871 ohne finanzielle oder bildungsbezogene Hilfe kam, denken viele Japaner immer noch auf die gleiche Weise, und die Burakumin bleiben Burakumin.
Aber es lohnt sich, noch einmal daran zu erinnern, dass es viele wichtige japanische Künstler gibt, die Nachkommen der Burakumin sind. In der aktuellen Szene gibt es einige, die bekannte Schriftsteller, Unternehmer oder politische Ämter bekleiden.
Zum Beispiel der ehemalige Gouverneur von Osaka und der aktuelle Bürgermeister der Stadt Osaka, Toru Hashimoto, ist ein Burakumin, die Schriftsteller Manabu Miyazaki und Kenji Nakagami ebenfalls, ganz zu schweigen vom Gründer und Präsidenten der Uniqlo, Tadashi Yanai.

Die große Mehrheit der Nachkommen der Burakumin arbeitet jedoch leider immer noch in Berufen mit geringem Ansehen oder tritt sogar in die Welt des Verbrechens ein. Man geht davon aus, dass etwa 70 % der Mitglieder der Yamaguchi-gumi (der größte Yakuza-Clan Japans), burakuminischer Herkunft sind.
Aber es gibt wichtige Bewegungen, die stattfinden, um die Situation der Nachkommen der Burakumin in Japan zu ändern. Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Bewegungen in zwei Lager aufgeteilt: die „Assimilation“, die Verbesserungen der Lebensstandards der buraku-Gemeinschaften und die Integration in den japanischen Mainstream förderte, und die „Nivellierer“, eine Bewegung, die sich darauf konzentrierte, mutmaßliche Täter der Diskriminierung zu konfrontieren und zu kritisieren.


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