Die besten Apps zum Japanischlernen auf Android und iOS

Welche Apps dir den Alltag beim Japanischlernen wirklich erleichtern.

Wer Japanisch lernt, kommt am Smartphone kaum vorbei. Es gibt inzwischen eine riesige Auswahl an Apps für Android und iOS, die beim Vokabellernen, beim Üben von Kanji und beim Hören von Dialogen helfen. In diesem Artikel stelle ich die Apps vor, die sich im Alltag am meisten bewährt haben, vom Karteikarten-Tool bis zum japanischen Wörterbuch.

Die meisten dieser Apps sind kostenlos nutzbar, einige bieten kostenpflichtige Erweiterungen. Welche du am Ende regelmäßig öffnest, hängt von deinem Lernstil ab. Die folgende Liste ist deshalb als Überblick gedacht, nicht als starre Rangfolge.

Japanisch lernen über den Browser

Bevor wir zu den Apps kommen, ein kurzer Hinweis: Wer lieber am großen Bildschirm lernt, findet auf Suki Desu einen Japanischkurs, der komplett im Browser läuft. Die Lektionen kombinieren klassische Grammatik mit kulturellen Themen wie Anime, Manga und Alltagssituationen in Japan.

So lässt sich Japanisch auf dem Computer, Tablet oder Handy lernen, ohne zusätzliche App installieren zu müssen. Wer beides kombinieren möchte, kann die Browser-Lektionen als Ergänzung zu den mobilen Apps unten nutzen.

Apps zum Auswendiglernen und für Karteikarten

Diese Apps helfen dir, Vokabeln, Kanji und Sätze in den Langzeitgedächtnis zu bringen. Sie funktionieren nach dem Prinzip der verteilten Wiederholung und zeigen dir Karten genau dann, wenn du sie brauchst.

Anki und ähnliche Apps

Android, iOS, Windows, Web

Anki ist eines der bekanntesten Programme für verteilte Wiederholung. Du kannst die App am Computer oder am Smartphone nutzen oder eine andere App, die sich mit der Anki-Cloud verbindet, um deine eigenen Kartensammlungen zu synchronisieren.

Viele nutzen Anki, um neue Wörter zu lernen. Ich empfehle aber, die App vor allem zum Wiederholen von Inhalten zu verwenden, die du schon kennst oder die zu deinem aktuellen Niveau passen. Das System berechnet selbst, wann eine Karte fällig ist, und spart dir viel unnötiges Pauken.

Auf iOS ist die offizielle AnkiApp kostenpflichtig. Es gibt aber Alternativen wie AnkiMobile, Quizlet oder andere Karteikarten-Apps mit ähnlichem Prinzip, die teilweise günstiger oder kostenlos sind.

Lernkarten in einer App zur verteilten Wiederholung auf einem Smartphone-Bildschirm
Verteilte Wiederholung hilft, Vokabeln langfristig im Gedächtnis zu behalten.

Memrise

iOS, Android, Web

Memrise unterstützt inzwischen viele Sprachen und bietet einen Japanischkurs, der mit Videoaufnahmen von Muttersprachlern arbeitet. Das Auswendiglernsystem ist solide, es gibt eine kostenlose Version und eine Pro-Version mit zusätzlichen Inhalten.

Japanese Kanji Study

Android

Diese App konzentriert sich ganz auf das Kanji-Lernen. Sie enthält über 6.000 Kanji, gut organisiert nach JLPT-Niveau, mit Übungen zu Lesung, Bedeutung und Schreibweise. Die Oberfläche ist auf Englisch, eignet sich aber auch für deutschsprachige Nutzer, die sich an englischen Spracheinstellungen nicht stören.

WaniKani

Web, iOS und Android über Drittanbieter-Apps

WaniKani ist ein Webdienst, der sich auf das Lernen von Kanji und Vokabeln spezialisiert hat. Das System bringt dir pro Level eine feste Menge Kanji und zugehörige Lesungen bei, gesteuert über einen intelligenten Wiederholungsplan. Die meisten nutzen WaniKani am Browser, es gibt aber offizielle und inoffizielle Apps für unterwegs.

Bunpro

Web, iOS, Android

Bunpro ist die passende Ergänzung zu WaniKani, wenn es um Grammatik geht. Die App sammelt japanische Grammatikpunkte, erklärt sie knapp und lässt dich Sätze bilden. So übst du nicht nur einzelne Wörter, sondern lernst, sie richtig zu kombinieren.

Kostenlose Apps für den Japanischunterricht

Neben den Karteikarten-Tools gibt es Apps, die richtige Minikurse anbieten. Sie eignen sich gut für den Einstieg oder als Abwechslung zum klassischen Lehrbuch.

LingoDeer

Android, iOS

LingoDeer ist speziell für asiatische Sprachen gebaut, Japanisch steht im Mittelpunkt. Die Lektionen sind klar strukturiert, mit Audio, Grammatik-Erklärungen und kleinen Tests. Viele Inhalte sind kostenlos, der volle Zugriff kostet eine monatliche Gebühr.

Duolingo

Android, iOS, Web

Duolingo ist vermutlich die bekannteste Sprachlern-App überhaupt. Der Japanischkurs ist solide, mit kurzen Einheiten, einem freundlichen Übungsrhythmus und einem Belohnungssystem. Für den Einstieg in Hiragana, Katakana und einfache Sätze reicht Duolingo völlig. Wer tiefer einsteigen will, braucht aber zusätzliche Materialien.

Obenkyo

Android, Windows

Obenkyo war eine der bekanntesten Japanisch-Apps für Android. Sie enthält Übungen, Karteikarten, Quizze und sogar eine Möglichkeit, Kanji direkt auf dem Bildschirm zu zeichnen. Zusätzlich gibt es kurze Grammatik-Erklärungen. Leider ist Obenkyo nicht für iOS verfügbar.

Verschiedene Lern-Apps für Japanisch auf einem Android-Smartphone
Smartphone-Apps decken Vokabeln, Kanji und Grammatik ab.

JA Sensei

Android

JA Sensei bündelt Hiragana, Katakana, Kanji, Vokabeln, Sätze und Grammatik in einer App. Es gibt Audio-Quizze, Multiple-Choice-Tests, Selbsttests und Zeichenübungen, bei denen du Kanji mit dem Finger nachzeichnest. Damit eignet sich die App gut als mobile Ergänzung zum Lehrbuch.

NHK Japanese Lessons

iOS und Android

Die NHK World Japan Lessons-App sammelt die beliebten Audio-Lektionen des japanischen Senders NHK. Über 50 Lektionen auf Japanisch, teils mit englischen Erklärungen, sind verfügbar. Wer trainieren möchte, gesprochenes Japanisch zu verstehen, ist hier richtig.

Japanisch-Podcast-Apps

iOS, Android

Wer Japanisch eher passiv über Hören lernen will, kann auf Japanisch-Podcasts zurückgreifen. Es gibt spezielle Apps für Japanischlerner, in denen Dialoge in langsamem und normalem Tempo angeboten werden. Auch Streamingdienste wie Spotify oder Apple Podcasts haben eine große Auswahl an Sendungen für Japanischlerner. Diese Formate lassen sich gut nebenbei beim Kochen, Pendeln oder Sport hören.

Kostenpflichtige Apps und Abos

Nicht jede gute App bleibt dauerhaft kostenlos. Wer bereit ist, monatlich einen kleinen Betrag zu investieren, bekommt dafür oft mehr Inhalte, mehr Übungen und keine Werbung.

Typische Vertreter sind LingoDeer Premium, die Pro-Version von Memrise, WaniKani und Bunpro. Die Preise liegen meist zwischen 5 und 15 Euro pro Monat, viele Dienste bieten auch günstigere Jahres-Abos an. Wer Japanisch ernsthaft lernen will, kann mit einem Abo schneller Fortschritte machen als mit rein kostenlosen Tools.

Trotzdem lohnt es sich, zuerst die kostenlosen Versionen zu testen. So findest du heraus, ob dir der Lernstil der App überhaupt liegt, bevor du zahlst.

Japanische Wörterbücher für unterwegs

Ein gutes Wörterbuch ist beim Japanischlernen unverzichtbar. Am Smartphone ist es immer dabei und liefert in Sekunden Lesung, Bedeutung und Beispielsätze.

Jisho.org

Web und über Drittanbieter-Apps

Jisho.org ist die bekannteste kostenlose Wörterbuch-Webseite für Japanisch. Du kannst sie direkt im Browser nutzen oder über Apps wie Jisho (Android) und Imiwa? (iOS) auf dem Smartphone. Die Suche funktioniert mit lateinischer Umschrift, Kanji oder Kana, und liefert sehr detaillierte Ergebnisse.

Tenjin

Android

Tenjin ist ein kostenloses, offline nutzbares japanisches Wörterbuch ohne Werbung. Es zeigt Kanji, Lesungen, Beispielsätze und Grammatikpunkte in einer klaren Oberfläche. Wer ein leichtes und schnelles Wörterbuch ohne Schnickschnack sucht, ist hier richtig.

Tango Master

Android, Windows

Tango Master richtet sich an fortgeschrittene Lernende. Du kannst Kanji über Radikale nachschlagen, Aussprache üben und sogar Strichreihenfolgen einsehen. Praktisch ist auch das integrierte Shiritori-Spiel, bei dem du Wörter bildest, die mit dem letzten Buchstaben des vorherigen Wortes beginnen.

Lernspiele für zwischendurch

Spiele motivieren und sorgen für Abwechslung, wenn das klassische Karteikarten-Pauken zu langweilig wird.

Karuta Kanji

Android, iOS

Karuta Kanji funktioniert wie das traditionelle japanische Karuta-Spiel. Du siehst ein Wort in Hiragana und musst die passende Karte mit der Kanji-Schreibweise finden. In der App sind die 181 Kanji der JLPT-N4-Stufe enthalten, kombiniert in 245 Wörtern. So übst du Lesung und Schreibweise fast nebenbei.

Japanese Dungeon: Learn J-Word

Android, iOS

Dieses Spiel führt dich durch kleine Dungeons, in denen du Vokabeln einsammelst und gegen Monster antrittst. Gut für alle, die Vokabellernen mit Rollenspiel-Elementen verbinden möchten.

Kanji Connect

Android, iOS

Bei Kanji Connect verbindest du Kanji zu zusammengesetzten Wörtern. Das Spiel eignet sich, um Lesungen und Bedeutungen von Kanji-Kombinationen zu üben, mit steigendem Schwierigkeitsgrad.

Weitere nützliche Apps für Android und iOS

Zum Abschluss eine Liste mit Apps, die in keine der oberen Kategorien passen, aber trotzdem einen Blick wert sind:

  • Kanji-Stroke-Order-Apps Vollständig kostenlose Apps, die dir die korrekte Strichreihenfolge von Kanji zeigen, mit Animationen und Übungen. Sehr nützlich, wenn du lernst, Kanji sauber zu schreiben.
  • NHK Audio-Kurse Mehrere Apps bündeln die NHK-Lektionen als Audio-Dateien, ideal für unterwegs.
  • Imiwa? Beliebtes japanisches und englisches Wörterbuch für iOS, mit Offline-Modus.
  • Nihongo - Japanese Dictionary Solides englisches Wörterbuch im Apple Store, nützlich, wenn du ohnehin Englisch lernst.
  • Simple Furigana Eine App, die Furigana über Webseiten und Texte legt, praktisch zum Üben mit echten japanischen Inhalten.
  • Manabu Academy Eine verspielte Lern-App mit Lektionen zu Hiragana, Katakana und einfachen Sätzen.
  • JClass Lern-App mit Quiz, Medaillen-System und Inhalten nach JLPT-Niveau.
  • HelloTalk Messenger-App, in der du mit Muttersprachlern chatten und Sprachen tauschen kannst. Perfekt, um das Gelernte im Alltag anzuwenden.

Tipps zum Lernen mit Apps

Apps sind bequem, reichen aber selten als einziges Lernmittel. Ein paar Hinweise aus der Praxis:

  • Lieber wenige Apps regelmäßig nutzen. Drei oder vier Apps, die du täglich öffnest, bringen mehr als zwanzig, die du nur einmal installierst.
  • Kombiniere Karteikarten mit Input. Anki oder WaniKani helfen beim passiven Wissen, Anime, Manga, YouTube oder japanische Podcasts liefern den aktiven Input, also Hören und Lesen in echten Situationen.
  • Achte auf Wiederholungsintervalle. Apps mit verteilter Wiederholung sind langfristig wirksamer als stures Vokabellisten-Auswendiglernen.
  • Setze dir kleine Ziele. Ein Lernplan mit täglich 10 bis 20 Minuten reicht oft, um über Monate hinweg sichtbare Fortschritte zu machen.
  • Nutze Offline-Funktionen. Wer im Flugzeug, in der U-Bahn oder im Ausland lernt, ist froh über Apps, die ohne Internet funktionieren.

Wozu Apps allein nicht reichen

Apps sind ein praktisches Werkzeug, aber sie ersetzen keinen strukturierten Unterricht und keinen echten Sprachkontakt. Wer wirklich fließend Japanisch sprechen will, braucht zusätzlich:

  • Aktives Sprechen. Sprachtandems über HelloTalk, Tandem oder ähnliche Apps, oder idealerweise regelmäßige Konversationsstunden mit Muttersprachlern.
  • Input in echten Situationen. Japanische Serien, Nachrichten, YouTube-Kanäle oder leichte Lektüren wie Yoshiko und die Kanji-Yashiki zeigen dir, wie die Sprache tatsächlich verwendet wird.
  • Eine Lernstruktur. Wer Module aus einem Lehrbuch wie Genki oder Minna no Nihongo mit Apps kombiniert, behält die Grammatik im Blick und wird nicht zum reinen Vokabelsammler.

Wer Apps regelmäßig nutzt, mit etwas Input kombiniert und ab und zu mit anderen auf Japanisch spricht, wird überrascht sein, wie schnell Fortschritte sichtbar werden. Die hier vorgestellten Apps helfen dir, den Einstieg zu finden oder deine Routine zu ergänzen.

Kevin Henrique

Über den Autor: Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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