5円 Goen: Die Glücksmünze und das Loch in der Mitte

5円 Goen: Die Glücksmünze und das Loch in der Mitte

Goen, Schicksal und das Loch in der japanischen Münze

Die 5-Yen-Münze – Goen – ist im Alltag wenig wert und trotzdem eine der bekanntesten Münzen Japans. Nicht wegen des Wechselkurses, sondern wegen eines Wortspiels: Wer „go-en“ sagt, kann 五円 (fünf Yen) meinen – oder 御縁 / ご縁, eine ehrenvolle Bezeichnung für Schicksal, Begegnung und Beziehung. Genau deshalb landet die Münze in Schreinen, Geldbörsen und Anhängern.

Auf der Vorderseite wächst Reis aus dem Wasser, um das zentrale Loch sitzt ein Zahnrad. Landwirtschaft, Fischerei und Industrie auf einem winzigen Messingstück – und ein Loch, das die Münze sofort von anderen unterscheidet. In diesem Artikel gehen wir der Aussprache, dem お賽銭 (osaisen), dem Loch und ein paar verwandten Aberglauben nach.

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Warum gilt Goen als Glücksmünze?

Die 5-Yen-Münze gilt als Glücksbringer, weil ihre Aussprache dem Wort 御縁 (Goen) entspricht. Es meint Schicksal, Gelegenheit, Verbindung und Beziehung – oft im Sinn einer günstigen Begegnung, die sich „fügen“ soll. Viele Menschen verbinden die Münze deshalb mit Liebe, Arbeit oder neuen Kontakten, nicht mit „magischem Reichtum“.

Getrennt können die Kanji von 御縁 so gelesen werden:

  • 御 – ehrenhaftes Präfix (auch: höflich, erhaben);
  • 縁 – Affinität, Beziehung, Verbindung; auch Rand oder Grenze.

Das erste Zeichen ist oft ein respektvolles Präfix. Das zweite deutet auf eine Kraft oder Verbindung hin, die zwei Menschen (oder eine Person und ein Ort, eine Gottheit, eine Chance) miteinander in Beziehung setzt. Nur wegen dieser klanglichen Nähe zwischen 5円 und ご縁 greifen Tausende zur Münze, wenn sie um eine gute Verbindung bitten.

Nahaufnahme der japanischen 5-Yen-Münze mit Loch und Reismotiv

Wie wird die 5-Yen-Münze verwendet?

Neben Anhängern, Schnüren und Accessoires taucht die Münze vor allem als お賽銭 (osaisen) auf: die Spende in den Kasten vor einem Shintō-Schrein oder buddhistischen Tempel. Viele wählen bewusst 5 Yen, um mit der Gottheit oder dem Ort eine „gute Verbindung“ (ご縁) zu knüpfen – oder um neue Begegnungen, Geschäfte, Freundschaften oder Liebe zu erbitten.

Manche legen eine 5-Yen-Münze als erste Münze in die Geldbörse. Andere setzen auf die ebenfalls gelochte 50-Yen-Münze und deuten das als „fünffaches“ Glück. Japan ist reich an Aberglauben, die über die Aussprache laufen: Die Zahlen 4 und 9 gelten manchen als ungünstig, weil 四 (shi) an 死 (Tod) und 九 (ku) an 苦 (Leid) erinnern kann.

Ein verwandtes Wortspiel ist die Kit-Kat-Schokolade: „kitto katsu“ klingt wie „du wirst sicher gewinnen“. Deshalb schenken Eltern sie manchmal vor Prüfungen. Solche Klang-Spiele sind Alltagskultur – kein Gesetz und keine Garantie.

Zu den geläufigen お賽銭-Wortspielen gehören unter anderem: 5 Yen als „go-en“ (gute Verbindung), zwei 5-Yen-Münzen (10 Yen) als „kasanegasane go-en“ (wieder und wieder Verbindung), oder 45 Yen als „shijū go-en“ / „shijū goen“ im Sinn von „stets Verbindung“. Gleichzeitig gilt 10 Yen manchen als heikel, weil 十 (tō) an 遠 (fern) erinnert – die Verbindung wäre „weit weg“. Die Jinja Honchō betont klar: Es gibt keinen vorgeschriebenen Betrag. Entscheidend ist die aufrichtige Haltung, nicht das Wortspiel.

Japanische 5-Yen-Münze Goen als Symbol für Schicksal und Verbindung

Warum haben 5- und 50-Yen-Münzen ein Loch?

Viele wundern sich über das Loch in den japanischen Münzen zu 5 und 50 Yen. Selbst in Japan antworten nicht alle mit der gleichen Geschichte – und es gibt tatsächlich mehrere Ebenen.

Gelochte Münzen sind kein japanisches Monopol. Länder wie Norwegen, China oder Dänemark haben oder hatten Münzen mit Loch. Die moderne 5-Yen-Münze aus Messing (Kupfer-Zink) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt: Erste Prägungen 1948 ohne das heutige Design; ab 1949 kam die Version mit zentralem Loch. Ein praktischer Grund war Materialersparnis. Die 50-Yen-Münze erhielt später ebenfalls ein Loch, unter anderem zur besseren Unterscheidung von ähnlich großen Stücken und zur leichteren taktilen Erkennung – für sehbehinderte Menschen ein spürbarer Vorteil.

Historisch geht das Loch in Ostasien weiter zurück: Über Jahrhunderte gab es chinesische und japanische Münzen mit viereckigem Loch in der Mitte, auch in der Edo-Zeit (1603–1868). Der Kreis konnte das „Runde“ des Himmels andeuten, das Viereck die Erde; praktisch ließen sich Münzen auf Schnüren oder am Gürtel bündeln, und beim Guss half die Öffnung beim Trennen der Rohlinge. Die heutige runde Öffnung der 5-Yen-Münze ist also Teil einer langen Tradition – und zugleich eine Nachkriegsentscheidung der Prägepraxis.

Auf der aktuellen Vorderseite stehen Reis, Wasser und Zahnrad für Landwirtschaft, Fischerei und Industrie. Die Münze ist eine der wenigen im Umlauf, die ohne arabische Ziffern auskommt: Betrag und Jahr erscheinen in japanischer Schrift.

Die Gold-5-Yen-Münzen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind eine andere Geschichte – teure Sammlungsstücke, nicht die Messing-Goen im Portemonnaie. Wer „seit 1870“ hört, meint oft die lange Denomination „5 Yen“, nicht das Design mit Loch von 1949.

Welche dänische Münze hat kein Loch in der Mitte?

Warum taucht Dänemark in einem Text über 5 Yen auf? Weil gelochte Münzen neugierig machen – und weil Leserinnen und Leser oft vergleichen: Wer hat ein Loch, wer nicht?

Die Währung Dänemarks ist die dänische Krone (DKK), unterteilt in 100 Øre. Im Umlauf waren bzw. sind unter anderem Münzen zu 1, 2 und 5 Kronen mit Loch; höhere Kronen-Nennwerte und die Øre-Stücke wirken ohne diese Öffnung anders. Wer fragt „welche dänische Münze hat kein Loch?“, sucht also oft die Stücke jenseits der klassischen gelochten Kronen – nicht eine einzige „Geheim-Münze“, sondern die Serie ohne Mittelöffnung.

Ob Japan oder Dänemark: Das Loch ist Technik, Geschichte und Alltagserkennung – und bei Goen zusätzlich ein Klang, der Menschen an ご縁 erinnert. Ob die Münze wirklich „Glück bringt“, bleibt Glaube und Kultur. Dass sie Begegnungen, Schreine und Wortspiele verbindet, ist greifbar genug.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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