Kimi no na wa (君の名は。) war 2016 zweifellos einer der meistdiskutierten Animefilme Japans. Der Film von Makoto Shinkai spielte über 25 Milliarden Yen an den Kinokassen ein, erreichte Platz 1 auf Myanimelist und wurde für die Kategorie Bester Animierter Spielfilm auf der Shortlist für den Oscar geführt. Wer den Film einmal gesehen hat, vergisst die Bilder nicht so schnell – und genau diese Bilder haben reale Vorbilder, die du selbst besuchen kannst.
In diesem Artikel haben wir Fotos der Orte zusammengestellt, die als Vorlage für den Film dienten, damit du Filmszene und Original direkt vergleichen kannst. Wenn du die Handlung von Makoto Shinkais Werk noch nicht kennst, hier eine kurze Zusammenfassung:
Synopse: Die Geschichte spielt einen Monat, nachdem ein Komet zum ersten Mal seit tausend Jahren in Japan eingeschlagen ist. Mitsuha, eine Oberschülerin, die auf dem Land lebt, möchte in die Stadt, weil sie das Leben auf dem Land satt hat. Taki hingegen ist ein Oberschüler in Tokio, jobbt nebenbei in einem italienischen Restaurant und interessiert sich für Architektur und bildende Kunst. Eines Tages träumt Mitsuha davon, ein junger Mann zu sein. Auf der anderen Seite träumt Taki davon, eine Oberschülerin auf dem Land zu sein.
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Video der Drehorte
Das Team unseres Online-Japanprogramms hatte vor einiger Zeit die Gelegenheit, Tokio zu besuchen, und drehte ein Vergleichsvideo mit den echten Schauplätzen von Kimi no na wa. Ich selbst habe den Film damals mit der Kursgruppe im Kino gesehen, daher verbinde ich damit gute Erinnerungen. Jahre später konnte das Team die Orte endlich selbst besuchen – schade, dass ich nicht mit dabei war.
Das Vergleichsvideo findest du auf . Wer den Film noch nicht kennt, kann sich vorher den ansehen.
Über den Film
Kimi no na wa ist ein 2016 veröffentlichter japanischer Animationsfilm unter der Regie von Makoto Shinkai und produziert von CoMix Wave Films. Der Originaltitel 君の名は。 bedeutet wörtlich „Dein Name“ und wurde international unter dem Titel Your Name. bekannt. In Japan startete der Film am 26. August 2016, in Deutschland kam er am 14. April 2017 in die Kinos.
Der Film verbindet eine übernatürliche Body-Swap-Geschichte mit einer sehnsuchtsvollen Suche und brach damals mehrere Rekorde: Er wurde der umsatzstärkste Animefilm überhaupt, der erste nicht-Miyazaki-Animationsfilm, der in Japan die 20-Milliarden-Yen-Marke überschritt, und der weltweit meistverkaufte Animefilm nach Die Geisterwelt des Kitano. Bei der Oscarverleihung 2017 schaffte er es auf die Shortlist für die Kategorie Bester Animierter Spielfilm, den Preis gewann am Ende Zoomania.
Suwa-See in Nagano
Im Film gibt es keine echte Stadt namens Itomori. Die Vorlagen für die Kulisse liegen in Wirklichkeit in den Präfekturen Gifu und Nagano – und vor allem an einem See, der zu den ikonischsten Bildern des Films gehört.

Auf dem Bild oben siehst du einen der wichtigsten Schauplätze des Animes: den See, der in der fiktiven Stadt Itomori eine zentrale Rolle spielt, vor allem in der berühmten Kometenszene. In der Realität handelt es sich um den Suwa-See (諏訪湖) in der Stadt Suwa in der Präfektur Nagano. Der See ist der größte See Naganos und besonders im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel; im Winter kannst du am Ufer die sogenannte omiwatari (御神渡り) beobachten – Eisschollen, die sich am Ufer auftürmen und in der shintoistischen Tradition als Spuren der Götter gelten.
Suwa erreichst du vom Bahnhof Shinjuku in Tokio in etwa zweieinhalb Stunden mit dem Limited Express Azusa der JR East. Vom Bahnhof Suwa sind es nur wenige Minuten mit dem Bus oder dem Taxi bis zum Ufer.
Tokio-Drehorte
Neben den ländlichen Szenen spielt ein großer Teil des Films in Tokio. Mehrere bekannte Orte dienten als direkte Vorlage – manche wirst du bei einem Spaziergang durch Shinjuku oder Yoyogi sofort wiedererkennen.

Das Bild oben zeigt einige Highlights aus Tokio. In der Präfektur Gifu liegen mit dem Bahnhof Hida-Furukawa und dem Hida-Sannogu-Schrein zwei weitere Vorlagen, die der Film in den Miyamizu-Schrein und die Kleinstadt von Mitsuha verwandelt hat. In Tokio selbst tauchen vor allem diese Orte auf:
Yoyogi und Shinanomachi
Das markante Gebäude von NTT DOCOMO Yoyogi in der Nähe des Bahnhofs Shinjuku taucht im Film deutlich wiedererkennbar auf. Auch der Bahnhof Shinanomachi in Shinjuku ist eine konkrete Vorlage: Hier beginnt und endet ein Großteil von Takis Alltagswegen im Film.
Suga-Schrein und Shinjuku-Kreuzung
Der Suga-Schrein (須賀神社) in Shinjuku ist eine der meistbesuchten Pilgerstätten für Fans: Er dient im Film als Vorlage für den Schrein, an dem sich Mitsuha und Taki am Ende treffen. Direkt vor dem Schrein liegt die berühmte Treppe, die in den letzten Minuten des Films zentral ist. Ein Stück weiter, am Ausgang Ost des Bahnhofs Shinjuku, findest du die berühmte Shinjuku-Kreuzung – sie ist im Hintergrund mehrerer Szenen zu sehen, wenn Taki durch die Stadt läuft.

Wenn du die Drehorte in Tokio an einem Tag abklappern willst, ist die effizienteste Route: Suga-Schrein (morgens, bevor die Hochzeitspaare kommen) – Treppe am Schrein – Bahnhof Shinanomachi (zwei Stationen mit der JR Yamanote-Linie) – NTT-DOCOMO-Yoyogi (fünf Minuten zu Fuß) – Shinjuku-Kreuzung am Abend, wenn die Leuchtreklamen angehen.
Aogashima
Eine besondere Rolle spielt im Film das ländliche Dorf der Protagonistin. Als visuelles Vorbild dient dabei die kleine Vulkaninsel Aogashima – eine Insel in einem Vulkan innerhalb eines Vulkans, etwa 358 Kilometer südlich von Tokio.

Aogashima gehört zu den Izu-Inseln, ist nur etwa 9 Quadratkilometer groß und hat rund 170 ständige Einwohner. Die Insel ist über zwei Wege erreichbar: per Flugzeug ab Haneda nach Hachijojima (etwa 50 Minuten), danach Hubschrauber oder Boot weiter nach Aogashima; oder per Fähre und Kleinboot ab Tokyo Takeshiba Terminal, was deutlich länger dauert. Auf der Insel gibt es einfache Unterkünfte, einen Campingplatz und ein kleines Dorf mit Onsen – Planung im Voraus ist Pflicht, weil es nur wenige Gastgeber und keinen Geldautomaten gibt.
Besuch planen
Wer die Drehorte von Kimi no na wa selbst besuchen will, sollte mit drei bis fünf Tagen rechnen, wenn Tokio, Suwa und eventuell Aogashima auf dem Plan stehen. Praktische Tipps:
- Beste Reisezeit: Frühling (März bis Mai) und Herbst (Oktober bis November) – mildes Wetter, klare Sicht auf den Fuji und keine Hauptsaisonstürme auf den Inseln.
- Reihenfolge: Tokio am Anfang, wenn der Jetlag noch leicht wiegt; Suwa-See am zweiten oder dritten Tag mit Übernachtung in einem traditionellen Ryokan; Aogashima nur, wenn du zusätzlich vier bis fünf Tage und Schwindelfreiheit mitbringst.
- Verkehrsmittel: In Tokio reicht eine Suica- oder Pasmo-Karte plus Japan Rail Pass für die Strecke nach Nagano. Für Aogashima brauchst du Inlandsflug oder Fähre plus Helikoptertransfer.
- Foto-Tipp: Filmszene und Original am selben Ort, gleicher Blickwinkel, wenn möglich am frühen Morgen oder in der goldenen Stunde, damit das Licht mit den Animationen mithält.
- Respekt: Der Suga-Schrein und der Suwa-Schrein sind aktive shintoistische Stätten, keine reinen Touristenspots – also bitte leise verhalten und nicht in heilige Bereiche fotografieren.
Fazit
Kimi no na wa zeigt, wie stark Makoto Shinkai seine reale Umgebung als Vorlage nutzt. Vom Suwa-See über die Shinjuku-Kreuzung bis zur Vulkaninsel Aogashima liegen fast alle ikonischen Filmszenen an Orten, die du mit normalen Öffis erreichen kannst. Wenn du Japan ohnehin auf dem Plan hast, ist die Reise zu den Drehorten eine schöne Möglichkeit, den Film noch einmal mit anderen Augen zu sehen – und vielleicht ein paar Orte zu entdecken, die du ohne ihn nie besucht hättest.
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