Pocky (ポッキー, pokkī) ist der dünne japanische Keksstab, der mit Schokolade oder einer anderen Creme überzogen ist – und das knackige „pokkin“, wenn man ihn bricht, steckt sogar im Namen. Seit den 1960er-Jahren kommt er aus dem Haus Ezaki Glico und ist längst mehr als nur ein Supermarkt-Snack: Geschmacksflut, Geschenkbox, Anime-Detail und, für viele Europäer, die Verwandtschaft mit dem Stäbchen, das hier oft Mikado heißt.
Der Griff ohne Schokolade am unteren Ende war von Anfang an Absicht: man isst sauber, teilt leicht und kauft die schmale Packung wie eine kleine Sucht. Unten findest du Geschichte, Name, den Unterschied zu Pretz und Pepero, den Pocky-Tag am 11.11. und eine lange Geschmacksliste – plus den europäischen Mikado-Blick, den man in deutschen Regalen braucht.
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Die Geschichte von Pocky
Alles begann 1922, als Ezaki Glico Co., Ltd. das Karamell Glico auf den Markt brachte. Jahrzehnte später folgte der Schokoladenstab: In Japan gilt die Einführung des heute bekannten Pocky-Stäbchens weithin für 1966; frühere Quellen nennen auch 1965 und den Vorgängernamen Chocoteck. Seither gehört das Produkt zum Alltag vieler Generationen.
Der Legende nach kam die Idee von Yoshiaki Koma, einem Glico-Mitarbeiter, der einen Keksstab in Schokolade tauchte, um überschüssige Schokolade aus einer anderen Produktionslinie zu nutzen – und dabei den unüberzogenen „Griff“ am Ende ließ. Was als Experiment begann, wurde einer der bekanntesten Snacks Japans.
Heute ist Pocky in großen Teilen Asiens und in vielen weiteren Märkten präsent. In Europa trifft man die japanischen Originalsorten vor allem in Asia-Shops und Spezialläden; im klassischen Supermarkt steht oft die lizenzierte europäische Linie unter dem Namen Mikado.

Was bedeutet der Name Pocky?
Der Name leitet sich vom japanischen Lautwort pokkin (ポッキン) ab – dem Geräusch, wenn das Stäbchen knackt. Wer japanische Onomatopöien sammelt, findet in diesem Detail einen typischen Glico-Witz: das Produkt klingt so, wie es sich anfühlt. Mehr zu solchen Wörtern gibt es in unserem Überblick zu japanischen Onomatopöien.
Eine Unternehmens-Zeitleiste von Glico findest du auf der offiziellen Seite zur Firmengeschichte.
Pocky und Mikado in Europa
In Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern wird das Konzept oft unter dem Markennamen Mikado verkauft – lizenziert in Verbindung mit Ezaki Glico und lange mit dem europäischen Kekshaus LU / Mondelēz verknüpft. Der Name erinnert an das Geschicklichkeitsspiel mit dünnen Stäbchen und an den japanischen Tennō („Mikado“).
Wichtiger Unterschied im Regal: europäisches Mikado deckt meist wenige Klassiker ab (Milchschokolade, zartbitter, manchmal weiß), während japanisches Pocky mit Dutzenden Sorten, Regionaleditionen und saisonalen Kollektionen experimentiert. Wer Matcha, Milchtee oder limitierte Fruchtvarianten sucht, greift eher zu Importware – und zahlt oft den Importpreis.
Glico Pretz – der salzige Stab
Pretz ist der salzige Verwandte aus demselben Haus: ein unüberzogener Keksstab, knusprig und herzhaft statt süß-cremig. Pretz kam bereits 1962 auf den Markt und gilt als Vorläufer-Idee für den Stab-Snack. Typische Geschmacksrichtungen sind etwa Zwiebel, Käse, Tomate, Pizza oder Wasabi – ideal, wenn man nach Schokolade keinen Appetit mehr hat, aber die Stäbchen-Form mag.

Was ist der Unterschied zwischen Pocky und Pepero?
Pocky und Pepero sehen sich zum Verwechseln ähnlich: dünne Stäbe mit Schoko- oder Cremeüberzug. Der entscheidende Unterschied liegt bei Hersteller und Herkunft: Pocky kommt von Glico (Japan), Pepero von Lotte (Südkorea). Rezept, Textur und Marketing weichen leicht ab; Pepero hat in Korea einen eigenen Feiertag- und Geschenkkultur-Kontext, so wie Pocky in Japan den 11.11. besetzt.
In der Praxis wählen viele Fans nach Verfügbarkeit und Lieblingssorte, nicht nach Nationalstolz – aber wer die Marken auseinanderhalten will, schaut aufs Logo und die Herkunftsangabe auf der Packung.

Interessantes über Pocky
Pocky-Tag: Am 11. November (11/11) erinnert das Datum an vier Stäbchen. Glico feiert den Tag seit Ende der 1990er-Jahre und nutzt ihn zum Teilen, Schenken und Feiern der Marke – in Japan und zunehmend auch international.
Exklusive Sorten: Neben Klassikern wie Schokolade und Erdbeere gibt es Regional- und Saisonalsorten, etwa Süßkartoffel, Blaubeerjoghurt oder Milchtee – oft nur in Japan oder in Importshops.
Pocky-Game: Zwei Personen halten dasselbe Stäbchen mit den Lippen und knabbern sich entgegen. Es ist ein spielerischer Klassiker unter Jugendlichen und in der Popkultur; Einverständnis und Grenzen bleiben natürlich Sache der Beteiligten.
Weltrekord-Mosaik: Ezaki Glico ließ in der Nihonbashi Mitsui Hall in Tokio ein riesiges Mosaik aus Keksstäbchen legen – nach Firmenangaben rund 50,92 m² mit über einer Million Stäbchen und vielen Helferinnen und Helfern über zwei Tage.
Haustier-Linie: Unter Namen wie „Pocky for Pets“ gab es bei Glico auch Stäbchen-Snacks mit Zutaten, die für Hunde und Katzen gedacht sind (zum Beispiel mit Huhn oder Lachs) – nicht zum Verwechseln mit der menschlichen Schoko-Linie.
Ikonisches Design: Die schmale, bunte Schachtel mit dem laufenden Glico-Männchen ist so wiedererkennbar, dass sie in Anime, Filmen und Souvenir-Kultur immer wieder auftaucht.

Liste der Pocky-Geschmacksrichtungen
Die Palette wechselt ständig. Hier eine Auswahl bekannter und wiederkehrender Sorten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn limitierte Editionen kommen und gehen:
- Milchschokolade
- Erdbeere
- Matcha (grüner Tee)
- Cookies and Cream
- Weiße Schokolade
- Erdnuss
- Karamell
- Himbeere
- Tiramisu
- Banane
- Kondensmilch
- Melone
- Milchtee
- Bitterschokolade
- Kokosnuss
- Doppelschokolade
- Heidelbeere / Blaubeere
- Ananas
- Orange
- Pfirsich
- Traube
- Vanille
- Haselnuss
- Käsekuchen
- Erdnussbutter
- Zitrone
- Schwarzer Sesam
- Ingwer
- Grüner Apfel
- Wassermelone
Wer tiefer in die Welt japanischer Süßigkeiten eintauchen will, findet Kontext auch in unserem Überblick zu japanischen Süßigkeiten und bei Klassikern wie Dango.
Ob als Mikado im Supermarkt oder als bunte Importbox: Pocky bleibt ein Stück japanischer Snack-Kultur, das man teilen, sammeln und – wenn der 11.11. kommt – mit Absicht knacken kann.
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