Akira Toriyama: Der Schöpfer von Dragon Ball und mehr

Akira Toriyama: Der Schöpfer von Dragon Ball und mehr

Von Wonder Island bis Dragon Ball: der zurückhaltende Zeichner, seine Spiele und das, was nach 1995 noch kam.

Wenn Sie diesen Mann nicht mit seinem Namen kennen, haben Sie mit Sicherheit bereits eine Figur oder ein Werk gesehen oder zumindest davon gehört, das er geschaffen hat. Akira Toriyama (鳥山明) war der japanische Mangaka hinter Dr. Slump und vor allem hinter Dragon Ball – Serien, die weit über Japan hinaus gelesen, nachgezeichnet und nachgespielt wurden.

Geboren am 5. April 1955 in Kiyosu in der Präfektur Aichi, mied er Interviews, weil er sich selbst nicht als Person sah, die so viel öffentliche Aufmerksamkeit verdient. Der Erfolg kam nicht über Nacht: seine erste 1978 veröffentlichte Geschichte Wonder Island machte kaum von sich reden. Bis März 2024 blieb dieser Rückzug sein Markenzeichen – dann riss die Arbeit mitten in neuen Projekten ab.

Danach wurden mehrere Projekte abgelehnt. 1979 zeigte der One-Shot Gal Keiji Tomato (Tomato Girl Detective) schon mehr Handschrift, und 1980 landete er mit Dr. Slump den Durchbruch, der rasch als Anime weiterlief – später folgte noch The New Dr. Slump.

Porträt von Akira Toriyama, dem Mangaka hinter Dragon Ball

Trotz der relativ schlichten Linienführung entwarf er bald Charaktere für die Videospiel-Serie Dragon Quest und später für das RPG Chrono Trigger sowie Tobal No. 1. 1983 gründete Akira das Bird Studio – der Name spielt auf 鳥 (tori, Vogel) in Toriyama an – und zeichnete im selben Jahr Dragon Boy, den direkten Vorläufer von Dragon Ball.

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Der Erfolg von Dragon Ball

Der Manga Dragon Ball entstand 1984, inspiriert vom klassischen chinesischen Roman Die Reise nach Westen (Xiyouji) und von Kung-Fu-Filmen, vor allem von Jackie Chan. Die Kapitel erschienen von 1984 bis 1995 in 519 Folgen in der Weekly Shōnen Jump und wurden in 42 Bänden gesammelt. Es wurde das bekannteste Werk Toriyamas und erreichte Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt.

Son-Goku in einer Kampfszene aus Dragon Ball Z

Toei Animation adaptierte den Manga in zwei Serien: Dragon Ball und Dragon Ball Z, die zusammen von 1986 bis 1996 in Japan liefen. Es folgten Kinofilme, TV-Specials, Dragon Ball GT (1996–1997), das näher am Manga liegende Remake Dragon Ball Kai und ab 2015 Dragon Ball Super. Kurz vor seinem Tod arbeitete Toriyama noch am Konzept von Dragon Ball Daima.

Seit der Veröffentlichung gehört Dragon Ball zu den meistverkauften Manga-Serien der Welt; oft werden weltweit über 260 Millionen Exemplare genannt. Kritiker lobten die klaren Figuren, den Humor und die Kampfchoreografie. In Deutschland trug die Reihe den Manga-Boom der 2000er mit – und 2004 war Toriyama sogar Ehrengast der Leipziger Buchmesse, einer der seltenen öffentlichen Auftritte. Wer die Sprache der Serie hören will, findet bei uns Phrasen aus Dragon Ball Z auf Japanisch.

Das Leben von Akira außerhalb von Dragon Ball

Nach Dragon Ball folgten kürzere Werke wie Cowa!, Kajika, Neko Majin und Sand Land (2000, später als Film und Spiel neu aufgelegt). 2013 zeichnete er mit Jaco the Galactic Patrolman seinen letzten vollständig eigenen Manga. Nichts erreichte die Reichweite von Dragon Ball, aber der Zeichenstil wanderte weiter in die Spielewelt: 2006 entwarf er die Figuren für das Xbox-360-RPG Blue Dragon, das auch eine Anime-Adaption erhielt.

2006 entstand mit Eiichirō Oda das Crossover Cross Epoch zwischen Dragon Ball und One Piece. 2009 zeichnete Toriyama die Sängerin Ayumi Hamasaki im Gewand von Son-Goku für die Single Rule/Sparkle, den Titelsong von Dragon Ball Evolution.

Er lebte zurückgezogen in Aichi, war seit 1982 mit der Mangaka Nachi Mikami (Yoshimi Katō) verheiratet und hatte zwei Kinder: den Sohn Sasuke und eine Tochter, deren Namen er öffentlich kaum preisgab. Wer den Beruf hinter solchen Serien genauer anschaut, findet bei uns, was ein Mangaka eigentlich macht, und wie man in Japan Autor von Büchern und Mangas wird.

Auswahl von Figuren und Covern aus Werken Akira Toriyamas

Der 1. März 2024

Am 1. März 2024 starb Toriyama im Alter von 68 Jahren an einem akuten Subduralhämatom. Bird Studio und Capsule Corporation Tokyo gaben den Tod am 8. März bekannt; die Trauerfeier hatte bereits im engsten Familienkreis stattgefunden. Das Studio schrieb, er habe noch mehrere Werke mitten in der Entstehung gehabt.

Kurioses über Akira Toriyama und seine Werke

  • Er war ein großer Fan des Schauspielers Jackie Chan; die frühen Dragon-Ball-Kämpfe atmen Kung-Fu-Komödie, nicht nur Turnier-Ernst.
  • Dr. Slump taucht in einigen Episoden von Dragon Ball auf, genau wie Goku in der Neuauflage The New Dr. Slump erscheint.
  • Bei Dragon Ball GT lieferte Toriyama den Titel, frühe Hinweise und Designs – nicht die ganze Serie. Bei Dragon Ball Super schrieb er die Handlungsskizze, Toyotarō zeichnete den Manga.
  • Toriyama war Fan des brasilianischen Rennfahrers Ayrton Senna. 1990 traf er den McLaren-Piloten und zeichnete Dragon-Ball-Figuren am Formel-1-Wagen für die Shōnen Jump.
  • 2004 gab er auf der Leipziger Buchmesse einen Zeichenworkshop; für europäische Fans war das fast so selten wie eine Super-Saiyajin-Verwandlung im Alltag.

Werke von Akira Toriyama

Eine kurze Karte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Wonder Island (1978) und Gal Keiji Tomato (1979)
  • Dr. Slump (1980–1984)
  • Dragon Boy (1983) und Dragon Ball (1984–1995)
  • Cowa!, Kajika, Neko Majin, Sand Land, Jaco the Galactic Patrolman
  • Dragon Ball Super (Handlung, mit Toyotarō)
  • Charakterdesign: Dragon Quest, Chrono Trigger, Tobal No. 1, Blue Dragon

Der Stift ist still. Die Figuren – Arale, Son-Goku, die Monster aus Dragon Quest – laufen weiter.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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