Wer im Sommer einen Yukata trägt, ist oft schon zu hören, bevor er zu sehen ist: Geta klappern auf dem Pflaster. Die japanischen Holzsandalen wirken heute wie ein schönes Detail für Feste und traditionelle Kleidung. Ihre Höhe hatte aber zunächst einen ganz praktischen Grund.
Geta [下駄] sind Holzsandalen mit einer erhöhten Sohle. Sie werden vor allem zu leichter Sommerkleidung wie dem Yukata oder Kimono getragen. Zwischen den Zehen liegt ein Stoffriemen, der hanao [鼻緒]. Unter der Sohle sitzen die charakteristischen Holzstege, die ha [歯], also „Zähne“.

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Wozu dienen Geta?
Die erhöhte Sohle hält Fuß und Saum weiter vom Boden fern. Das war besonders nützlich auf nassen oder schmutzigen Wegen: Der Yukata sollte nicht über Pfützen oder Matsch schleifen. Daher ist die Form nicht bloß Mode, sondern eine einfache Lösung für Kleidung, die lang getragen wird.
Die verbreitetste Geta hat zwei Holzstege. Es gibt auch Modelle mit nur einem Steg, die viel Gleichgewicht verlangen. Die Sohle selbst heißt dai [台]. Zusammen mit dem Riemen entsteht eine Sandale, die sich beim Gehen anders anfühlt als ein moderner Schuh: Der Fuß sitzt nicht tief darin, sondern greift die Geta mit den Zehen.
Zu einem Yukata oder anderer informeller Kleidung werden Geta meist ohne Socken getragen. Bei formellerer Kleidung und tabi-Socken sind Zōri-Sandalen oft die passendere Wahl. Zōri sind flacher und wirken insgesamt feiner; Geta fallen durch ihr Holz und ihre erhöhte Konstruktion stärker auf.

Wie trägt man Geta bequem?
Geta müssen nicht wie enge Sandalen sitzen. Die Ferse darf etwas über das hintere Ende der Sohle hinausragen, und der Riemen sollte nicht tief zwischen den Zehen drücken. Wer sie zum ersten Mal trägt, merkt schnell, warum kurze Schritte und ein ruhiger Gang besser funktionieren als hastiges Laufen.
Die Höhe schützt zwar vor Nässe und Schmutz, macht den Untergrund aber auch spürbarer. Auf glattem Boden, Treppen oder bei Regen braucht man deshalb mehr Aufmerksamkeit. Geta sind keine Wanderschuhe; ihr Reiz liegt gerade in ihrem besonderen Rhythmus und in der Verbindung zur Kleidung, zu der sie getragen werden.
Kuriositäten rund um Geta
Karankoron – Geta machen beim Gehen ein helles Klackern. Das lautmalerische japanische Wort karankoron [カランコロン] wird mit diesem Klang verbunden und gehört für viele zu den vertrauten Geräuschen eines Sommerfests.
Okobo und Maiko – Die hohen Holzschuhe, die man bei Maiko, den Geisha-Schülerinnen, sieht, werden häufig okobo, pokkuri oder koppori genannt. Sie unterscheiden sich von der gewöhnlichen zweizähnigen Geta: Ihre hohe Sohle ist eher ein geschlossener Holzblock als eine Sandale mit zwei deutlich sichtbaren Stegen.
Ein gerissener Riemen – Wenn der hanao einer Geta reißt, gilt das in einer japanischen Überlieferung als Unglückszeichen. Praktisch gesehen ist der Riemen auch das Teil, das eine Geta tragbar macht; bei gut gemachten Paaren kann er ersetzt oder repariert werden.
Tetsugeta – Als tetsugeta [鉄下駄] werden besonders schwere Geta aus Eisen bezeichnet. Sie gehören eher zu historischen und ungewöhnlichen Varianten als zum Schuhwerk, das man bei einem Sommerfest trägt.

Arten von Geta
Geta sind kein einheitlicher Schuhtyp. Namen können auf die Höhe, das Wetter, das Material oder den Anlass hinweisen. Die folgende Auswahl macht deutlich, wie unterschiedlich die Holzsandalen ausfallen können:
- Ashida [足駄] – hohe Geta, die besonders bei Regen getragen wurden.
- Hiyori geta [日和下駄] – ein Modell für trockenes Wetter.
- Ipponba [一本歯] oder Tengu geta – Geta mit nur einem mittigen Steg; sie verlangen viel Balance.
- Takageta [高下駄] – hohe Holzsandalen mit langen Stegen.
- Kirigeta [桐下駄] – Geta aus Kiri, dem leichten Holz des Blauglockenbaums.
- Ukon geta [右近下駄] – ein zahnloses Modell mit geschwungener Sohle und ausgehöhltem Fußbereich.
- Yanagigeta [柳下駄] – eine niedrige Variante aus Weidenholz.
- Geta sukēto [下駄スケート] – Geta, die mit Kufen versehen wurden.
Welche Form man sieht, hängt also stark vom Anlass ab. Für einen Yukata im Sommer sind leichte, zweizähnige Geta vertraut. Hohe oder einbeinige Varianten begegnen einem eher in historischen Bildern, auf Bühnen oder als besondere Handwerksstücke. Gerade diese Bandbreite macht die Geta zu mehr als einem Souvenir: Sie zeigen, wie Alltag, Wetter, Kleidung und Stil in Japan zusammenkamen.
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