Was ist das Kyoto-Protokoll?

Ein Klimaabkommen mit Folgen für die ganze Welt.

Naturkatastrophen in Japan, in Asien und weltweit werden nicht einfach verschwinden, nur weil wir sie ignorieren. Genau deshalb versuchen Regierungen seit Jahrzehnten, internationale Abkommen zu schließen, die die globale Erwärmung bremsen sollen. Eines der bekanntesten ist das Kyoto-Protokoll, auch Kyoto-Abkommen genannt.

Das Kyoto-Protokoll ist ein internationales Klimaabkommen, mit dem sich Industrieländer verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Die Idee ist einfach: Weniger Schadstoffe in der Atmosphäre sollen die Folgen der Erderwärmung abmildern und langfristig den Planeten entlasten.

Alles begann nicht erst in Kyoto. Schon 1988 gab es in Toronto wichtige Umweltdebatten. Der entscheidende Vorschlag kam dann 1997 bei einer Konferenz in Kyoto, Japan. Wer den Ort besser einordnen möchte, kann auch unseren Artikel über Kyoto - Kompletter Reiseführer - Kuriositäten und Tourismus lesen.

Das Kyoto-Protokoll als internationales Klimaschutzabkommen

Wer hat das Kyoto-Protokoll unterzeichnet?

Damit das Abkommen wirksam werden konnte, mussten 55 Länder unterschreiben, die zusammen für 55 % der weltweiten Emissionen verantwortlich waren. Die USA lehnten das Protokoll später ab und begründeten das unter anderem mit möglichen Nachteilen für die amerikanische Wirtschaft. In Kraft trat das Kyoto-Protokoll erst am 16. Februar 2005, nachdem Russland im November 2004 beigetreten war.

Fast alle Länder ratifizierten das Protokoll oder unterzeichneten es zumindest. Wer den Unterschied nicht kennt: Mit einer Unterschrift zeigt ein Staat, dass er das Abkommen unterstützen will; mit der Ratifikation bestätigt das Parlament offiziell, dass die Verpflichtungen übernommen werden.

Bis Ende 2009 hatten die meisten Länder das Protokoll ratifiziert, darunter Japan und Brasilien. Die Staaten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Anhang I für entwickelte Länder und Nicht-Anhang-I für Entwicklungsländer. Für einen weiteren Blick auf Japan und seine wirtschaftliche Rolle in der Region lohnt sich auch unser Artikel über Japan und die asiatischen Tiger.

Weltkarte mit Bezug zum Kyoto-Protokoll

Was beinhaltet das Kyoto-Protokoll?

Jedes Land hatte andere Verpflichtungen, doch im Kern ging es darum, die Schadstoffemissionen durch Reformen in Energie und Verkehr deutlich zu senken, auf erneuerbare und nachhaltige Energien zu setzen, umweltschädliche Mechanismen zu begrenzen sowie Methan und andere Gase besser zu kontrollieren.

Damit die Industrieländer die Vorgaben des Protokolls erfüllen konnten, hätten sie ihre Emissionen stark reduzieren müssen. Genau deshalb weigerte sich Präsident George W. Bush, das Abkommen zu unterzeichnen, und bezeichnete es als unfair, weil Entwicklungsländer nicht denselben Anforderungen unterlagen.

Das Abkommen lief 2012 aus, wurde jedoch später bis 2020 verlängert. 2017 gehörte die Freisetzung von CO2 durch die unkontrollierte Abholzung in verschiedenen Ländern, darunter auch im Amazonasgebiet, zu den meistdiskutierten Themen.

Zu den Umsetzungsmechanismen des Protokolls zählen drei Flexibilisierungsinstrumente: gemeinsame Umsetzung (JI) zur Entwicklung von Projekten, Emissionshandel (International Emissions Trading) und der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM), der nachhaltige Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen fördert.

Kyoto und seine historischen Tempel

Weitere Umweltabkommen

Es ist bemerkenswert, wie unterschiedlich Länder auf das Kyoto-Protokoll reagiert haben. Manche haben es schnell übernommen, andere blieben skeptisch. Trotzdem gibt es heute weitere internationale Abkommen, die den Schutz der Umwelt und die Senkung von Emissionen vorantreiben.

Das Kyoto-Protokoll war nur ein Teil einer viel größeren Debatte. Es hatte eine direkte Verbindung zu Japan und beeinflusste später viele andere Gespräche über Klimapolitik, Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Das war meine kompakte und verständliche Einordnung des Kyoto-Protokolls für die Leser der Website. Wenn Ihnen noch andere Umweltabkommen einfallen, die hier fehlen, schreiben Sie sie gern in die Kommentare.

  • Agenda 21;
  • Bonner Konvention;
  • OSPAR-Übereinkommen;
  • Umweltprotokoll des Antarktisvertrags;
  • Stockholmer Konferenz;
  • Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht;
  • Stockholmer Übereinkommen;
  • Annapolis-Protokoll;
  • Montreal-Protokoll;
  • Eco-92.
Kevin Henrique

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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