Von weitem wirken Tokios Silhouetten wie eine einzige graue Masse – erst aus der Nähe merkt man, wie unterschiedlich die Türme sind. Manche senden Fernsehsignale, andere füllen sich morgens mit Büroangestellten, und ein paar öffnen Aussichtsetagen, die die Stadt wie ein Modell unter dir ausbreiten.
Die meisten dieser Hochhäuser dienen Büros und Handel. Einige lassen Touristen trotzdem auf die Dächer oder in Aussichtshallen. Der Schwerpunkt hier liegt auf Tokio; Japan hat aber noch andere markante Türme – und die Rangliste der höchsten Gebäude hat sich seit den 2010er-Jahren deutlich verschoben.
Bevor wir bei Tokio bleiben, ein besonderer Ort in Osaka: das Umeda Sky Building, einer der unterhaltsamsten Wolkenkratzer, die ich in Osaka besucht habe. Weil der Fokus dieses Textes auf Tokio und einem Überblick liegt, nenne ich es bewusst zuerst.
Die Türme und Wolkenkratzer von Tokio
Tokyo Skytree – der höchste Punkt Tokios und Japans unter den freistehenden Türmen: ein Sendeturm in Sumida mit 634 Metern Höhe, seit 2012 auch eines der höchsten freistehenden Bauwerke der Welt.

Azabudai Hills Mori JP Tower – seit der Eröffnung 2023 das höchste Gebäude Japans (ca. 325 Meter, 64 Stockwerke) im Komplex Azabudai Hills in Minato. Wichtig: Skytree und Tokyo Tower sind Sendetürme/Aussichtstürme; die Mori JP Tower ist ein bewohn- und nutzbares Hochhaus und führt damit die Ranking-Listen der Wolkenkratzer an.
Roppongi Hills Mori Tower – 238 Meter, 54 Stockwerke, eröffnet 2003 im Komplex Roppongi Hills. Lange ein Wahrzeichen des modernen Tokio mit Aussicht und Kulturangeboten – aber längst nicht mehr unter den weltweiten Spitzenreitern der Höhe.
Tokyo Metropolitan Government Building (Tochō) – 243 Meter, 1991 fertiggestellt, 48 Stockwerke. Sitz der Präfekturverwaltung von Tokio in Shinjuku, mit öffentlichen Aussichtsetagen und der typischen Zwillings-Turm-Silhouette.
Sunshine 60 – 240 Meter, 60 Stockwerke, fertiggestellt 1978 in Ikebukuro. Früher eines der höchsten Gebäude Asiens; heute vor allem ein Stück Stadthistorie mit Aussicht und dem Sunshine-City-Komplex drumherum.

- Tokyo Opera City Tower – ca. 234 Meter, 54 Stockwerke, eröffnet 1996/97;
- NTT Docomo Yoyogi Building – in Shibuya, ca. 240 Meter Höhe bei nur 27–28 Stockwerken, mit der bekannten Uhr am Turm;
- Shinjuku Center Building – ca. 223 Meter, 54 Stockwerke, eröffnet 1979;
- Shinjuku Mitsui Building – ca. 225 Meter, 55 Stockwerke, eröffnet 1974;
- Shinjuku Park Tower – ca. 233–235 Meter, 52 Stockwerke, eröffnet 1994;
- St. Luke's Tower – ca. 221 Meter, eröffnet 1994.
Dazu kommen neuere Hochhäuser im Umfeld von Toranomon und Azabudai (u. a. Toranomon Hills), die die Skyline der 2020er-Jahre prägen. Wer nur „klassische“ Shinjuku-Türme kennt, verpasst den heutigen Schwerpunkt der Super-Hochhäuser in Minato und rund um den Bahnhof Tokio.
Tokyo Tower – eines der berühmtesten Wahrzeichen: 333 Meter, rot-weiß, seit 1958. In Mangas, Animes und Doramas oft die visuelle Abkürzung für Tokio – auch wenn er nicht mehr der höchste Turm des Landes ist.

Andere Türme und Wolkenkratzer Japans
Außerhalb Tokios prägen vor allem Osaka und Yokohama die Liste der höchsten Gebäude. Lange war das Abeno Harukas in Osaka (300 m, 2014) das höchste Gebäude Japans – bis die Mori JP Tower in Tokio die Spitze übernahm. Das Yokohama Landmark Tower (296 m, 1993) bleibt ein Klassiker der Hafenstadt.
Die folgende Tabelle ist ein kuratierter Überblick bekannter Türme und Hochhäuser – keine lückenlose Live-Rangliste. Höhen und Reihenfolgen ändern sich mit Neubauten; unter anderem ist der geplante Torch Tower in Tokio als künftiges Rekordhochhaus vorgesehen. Angaben in Metern gerundet; bei manchen Türmen zählen Sendemasten anders als bei reinen Wohn-/Bürohochhäusern.
| Name | Stadt | Stockwerke | Meter (ca.) | Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Tokyo Skytree (Turm) | Tokio | — | 634 | 2012 |
| Tokyo Tower (Turm) | Tokio | — | 333 | 1958 |
| Azabudai Hills Mori JP Tower | Tokio | 64 | 325 | 2023 |
| Abeno Harukas | Osaka | 60 | 300 | 2014 |
| Yokohama Landmark Tower | Yokohama | 70 | 296 | 1993 |
| Toranomon Hills Station Tower | Tokio | 49 | 266 | 2023 |
| Toranomon Hills Mori Tower | Tokio | 52 | 256 | 2014 |
| Osaka Prefectural Gov. Sakishima Bldg. | Osaka | 55 | 256 | 1995 |
| Rinku Gate Tower | Izumisano | 56 | 256 | 1996 |
| Midtown Tower | Tokio | 54 | 248 | 2007 |
| Midland Square | Nagoya | 47 | 247 | 2007 |
| Tokyo Metropolitan Government Bldg. No. 1 | Tokio | 48 | 243 | 1991 |
| NTT Docomo Yoyogi Building | Tokio | 27 | 240 | 2000 |
| Sunshine 60 | Tokio | 60 | 240 | 1978 |
| Roppongi Hills Mori Tower | Tokio | 54 | 238 | 2003 |
| Shinjuku Park Tower | Tokio | 52 | 235 | 1994 |
| Tokyo Opera City Tower | Tokio | 54 | 234 | 1996 |
| Fukuoka Tower (Turm) | Fukuoka | — | 234 | 1989 |
| Shinjuku Mitsui Building | Tokio | 55 | 225 | 1974 |
| Shinjuku Center Building | Tokio | 54 | 223 | 1979 |
| St. Luke's Tower | Tokio | 47 | 221 | 1994 |
| Mode Gakuen Cocoon Tower | Tokio | 50 | 204 | 2008 |
| Umeda Sky Building | Osaka | 40 | 173 | 1993 |
Es gibt unzählige Gebäude zu erkunden, und wir können hier nicht im Detail über jedes sprechen. Schon diese Auswahl zeigt, wie voll Japan mit unterschiedlichen Silhouetten, Aussichten und Stadträumen ist – vom Fernsehturm bis zum Bürokomplex mit Museum im Untergeschoss.
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