Der Grand Ring war das prägende Bauwerk der Expo 2025 in Osaka. Der Holzring umschloss große Teile des Ausstellungsgeländes auf der künstlichen Insel Yumeshima und erfüllte dabei zwei Aufgaben zugleich: Er ordnete die Wege zwischen den Pavillons und bot Schutz vor Sonne, Wind und Regen. Die Expo lief vom 13. April bis 13. Oktober 2025. Wer heute nach dem Grand Ring sucht, sollte deshalb zwischen dem damaligen Ausstellungserlebnis und dem geplanten Erhalt eines Abschnitts unterscheiden.

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Was ist der Grand Ring?
Entworfen wurde der Ring von Sou Fujimoto. Seine Kreisform stand bei der Expo für das Leitmotiv „Unity in Diversity“: Länder und Pavillons lagen nicht einfach nebeneinander, sondern wurden von einer gemeinsamen, begehbaren Struktur gerahmt. Das ist auch der Unterschied zu einem einzelnen Ausstellungspavillon. Der Grand Ring war Infrastruktur, Dach, Aussichtspunkt und Orientierungshilfe in einem.
Die Idee wirkt auf Fotos abstrakt, hatte vor Ort aber einen sehr praktischen Effekt. Unter dem Ring konnten Besucherinnen und Besucher den Weg zwischen den Bereichen des Geländes finden; oben führte der Ring Skywalk über die Expo. So verband die Konstruktion die große Geste eines Wahrzeichens mit einer Aufgabe, die während eines langen Besuchstags tatsächlich nützlich war.
Maße und Rekord
Die Dimensionen erklären, warum der Grand Ring so auffiel. Seine projizierte Baufläche betrug 61.035,55 Quadratmeter. Der innere Durchmesser lag bei ungefähr 615 Metern, der äußere bei ungefähr 675 Metern. Bei einer Breite von rund 30 Metern entstand ein Ring von etwa zwei Kilometern Umfang.
- Höhe des Skywalks: ungefähr 12 Meter
- Höchste Außenkante: ungefähr 20 Meter
- Breite: ungefähr 30 Meter
- Umfang: ungefähr 2 Kilometer
Am 4. März 2025 erkannte Guinness World Records den Grand Ring als „The largest wooden architectural structure“ an. Die Bezeichnung ist genauer als die oft verkürzte Formulierung „größte Holzstruktur der Welt“: Gemeint ist ein architektonisches Bauwerk aus Holz, nicht jede denkbare Konstruktion aus diesem Material.

Holz, Nuki-Verbindungen und moderne Konstruktion
Der Grand Ring wurde nicht als romantische Nachbildung eines Tempels gebaut. Sein Konstruktionsprinzip verband heutige Ingenieurarbeit mit Nuki-Verbindungen. Bei dieser traditionellen japanischen Verbindung wird ein waagerechter Balken durch einen senkrechten Pfosten geführt; sie ist von Schreinen und Tempeln bekannt. Im Ring stand diese Technik neben modernen konstruktiven Lösungen.
Beim Holz setzte das Projekt auf japanische Zeder und japanische Zypresse sowie auf schottische Kiefer. Nach Angaben der Expo stammten rund 70 Prozent des Holzes aus Japan, rund 30 Prozent aus dem Ausland. Holz allein macht ein Bauwerk nicht automatisch umweltfreundlich. Entscheidend sind Herkunft, Transport, Nutzungsdauer und der Umgang mit dem Material nach dem Rückbau. Gerade deshalb gehört die Frage nach dem Verbleib des Rings zu seiner Geschichte.
Die Nuki-Verbindungen waren dabei mehr als ein dekorativer Hinweis auf japanisches Handwerk. Sie machten sichtbar, wie ein sehr großes Bauwerk eine historische Verbindungstechnik aufgreifen kann, ohne deren ursprünglichen Baukontext zu kopieren.

Wie der Ring während der Expo genutzt wurde
Der erhöhte Ring Skywalk war über Rolltreppen und Aufzüge erreichbar. Von dort reichte der Blick über das Expo-Gelände, die Bucht von Osaka und die Stadt. Auf dem Dach lagen bepflanzte Bereiche; darunter entstand ein langer, geschützter Weg entlang der Pavillons. Statt Besuchende immer wieder in einzelne Gebäude zu schicken, führte der Ring sie kontinuierlich durch das Gelände.
Diese Verbindung aus Weg und Aufenthaltsort ist der Kern des Entwurfs. Der Grand Ring war nicht nur dafür da, aus der Ferne fotografiert zu werden. Er verteilte die Menschenmengen, schuf Schatten und machte aus der Strecke zwischen zwei Pavillons einen eigenen Teil des Besuchs.
Was nach der Expo vom Grand Ring bleibt
Mit dem Ende der Expo endete auch die ursprüngliche Nutzung des gesamten Rings. Die Anlage war von Anfang an so geplant, dass sie zurückgebaut werden kann. Nach den veröffentlichten Erhaltungsplänen bleibt ein etwa 200 Meter langer Abschnitt im Nordosten des Geländes bestehen; das Umfeld soll als Park- und Grünfläche entwickelt werden. Damit bleibt nicht der komplette Ring als Denkmal erhalten, sondern ein klar begrenzter Teil.
Für die übrigen Bauteile stand Wiederverwendung im Mittelpunkt. Die Materialstücke sollten über ein Vermittlungsverfahren neuen Projekten zugeführt werden. Das macht den Grand Ring zu einem interessanten Beispiel für eine Frage, die bei großen Weltausstellungen oft zu kurz kommt: Was geschieht mit einem spektakulären Bauwerk, wenn die sechs Monate Ausstellung vorbei sind?

Häufige Fragen zum Grand Ring
Wie groß war der Grand Ring in Osaka?
Der Ring hatte ungefähr zwei Kilometer Umfang, etwa 615 Meter inneren und 675 Meter äußeren Durchmesser. Seine Baufläche betrug 61.035,55 Quadratmeter.
Wer hat den Grand Ring entworfen?
Der Entwurf stammt von Sou Fujimoto Architects. Sou Fujimoto war zudem Masterplaner der Expo 2025 Osaka.
Warum wurde Holz verwendet?
Die Wahl griff japanische Bau- und Verbindungstechniken auf und nutzte überwiegend Holz aus Japan. Verwendet wurden japanische Zeder, japanische Zypresse und schottische Kiefer.
Kann man die Expo 2025 noch besuchen?
Nein. Die Expo endete am 13. Oktober 2025. Informationen aus der Ausstellungszeit zu Tickets, Öffnungszeiten oder dem damaligen Skywalk gelten daher nicht als aktuelle Besuchsplanung.
Fazit
Der Grand Ring verband eine ungewöhnliche Größe mit einer klaren Funktion: Er hielt das weitläufige Expo-Gelände zusammen. Seine Maße, die Nuki-Verbindungen und die Nutzung als Skywalk erklären den Rekord besser als ein bloßes Superlativ. Noch aussagekräftiger ist jedoch sein weiterer Weg: Ein kleiner Teil bleibt am Standort, während andere Bauteile neue Verwendungen finden sollen. So endet die Geschichte des Grand Ring nicht mit dem letzten Tag der Expo.
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