Die Lolita-Mode ist ein japanischer Modestil, der in den späten 1970er Jahren entstand und in den 1990er Jahren über die Visual-Kei-Szene einem größeren Publikum bekannt wurde. Typisch sind knielange, glockenförmige Röcke mit Petticoat, Blusen, Kniestrümpfe, Schleifen und Spitzen. Die Vorbilder liegen in der viktorianischen Mode, im Rokoko und in der Kinderkleidung vergangener Jahrhunderte.
Dieser Artikel gehört zu einer Reihe über die Begriffe Lolita, Loli und Lolicon. Der Überblick über Loli und Lolicon ist unten verlinkt:
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Die Bedeutung und Herkunft des Wortes Lolita
Lolita bezeichnet einen japanischen Modestil, bei dem die Kleidung an Puppenkleider erinnert und von der Kawaii-Kultur geprägt ist. Oft schwingt darin Nostalgie nach vergangenen Zeiten und historischen Epochen mit, ob viktorianisch, Rokoko oder schlicht die eigene Kindheit.
Wie der Gyaru-Stil, eine andere beliebte Modeströmung in Japan, gliedert sich die Lolita-Mode in verschiedene Substile und Kategorien. Wer sie trägt, wird umgangssprachlich manchmal Loli genannt; das Wort meint in der Regel aber minderjährige Mädchen, die sexuell dargestellt werden oder als sexuell attraktiv gelten.

Die Lolita-Mode begann in den späten 1970er Jahren, als Marken wie Pink House, Milk und das spätere Angelic Pretty erste Kleider in diesem Stil verkauften. Breite Bekanntheit erlangte sie in den 1990er Jahren. In Japan sind Lolitas auf der Straße leicht zu erkennen, an ihren Accessoires, Kleidern und ihrer Haltung. Die Mode hat sich auch im Westen verbreitet, doch der Begriff Lolita weckt dort oft falsche Vorstellungen von den Trägerinnen.
Diese falsche Vorstellung geht auf Vladimir Nabokovs Roman Lolita von 1955 zurück. Die Titelfigur Dolores Haze ist zu Beginn zwölf Jahre alt und wird von Humbert Humbert begehrt, dem Erzähler des Romans, der Mädchen dieses Alters Nymphetten nennt. Das Bild der frühreifen Verführerin, das der Name Lolita heute oft hervorruft, ist gegenüber dem Roman stark verkürzt.
Die meisten japanischen und westlichen Mädchen und Frauen, die Lolita-Mode tragen, tun das, weil sie sie niedlich finden. Viele halten die Kleidung nicht für sexuell und reagieren irritiert, wenn ihnen genau das unterstellt wird. Tatsächlich ist sie meist deutlich zurückhaltender als gängige Alltagsmode.

Was ist der Unterschied zwischen Lolita und Loli?
Der Hauptunterschied zwischen Lolita und Loli liegt darin, dass Lolita für die Lolita-Mode steht, einen japanischen Modestil mit viktorianischen und Rokoko-Einflüssen, während Loli die Kurzform von Lolicon ist und sich auf ein Genre japanischer Medien bezieht, in dem junge Mädchen oder mädchenhaft wirkende Figuren vorkommen.
Loli bezieht sich vor allem auf Figuren, die in Aussehen, Größe, Persönlichkeit oder Verhalten wie Kinder wirken. Auch Kleidung kann dazugehören, gemeint ist aber der Wunsch, jung auszusehen.
Der Begriff Lolita steht dagegen für den Modestil, die Kleidung und die Kultur und ist im echten Leben präsenter. Auch im Alltag gibt es Lolis, in Animes tauchen sie aber häufiger auf. Beide können ähnliche Kleidung tragen, die Unterschiede sind dennoch erkennbar.
Wenn Sie mehr über die Unterschiede wissen möchten, lesen Sie den Artikel über Loli und Lolicon, der am Anfang dieser Seite verlinkt ist. Verwechseln Sie Lolita nicht mit Loli: Loli kann wegen der Sexualisierung von Kindern negativ besetzt sein, Lolita ist dagegen nur ein Modestil.
Die Lolita-Kultur kennenlernen
Lolita ist ein Stil und eine Mode, geht aber über die Kleidung hinaus und umfasst auch eine Haltung, also eine eigene Kultur. Natürlich folgen nicht alle Lolitas einem kindlichen Auftreten und übernehmen nur die Mode.
Wer den Stil nicht kennt, hält ihn manchmal für erotisch oder vulgär; Lolitas selbst folgen einem festen Standard bei Schnitten und Proportionen. Sie achten auf Bescheidenheit und Eleganz und wollen in manchen Modellen kindlich wirken, mit bauschigen, knielangen Röcken, Spitzen, Schleifen und Rüschen.
Viele Lolitas gehen regelmäßig zum Karaoke, machen Picknicks, treffen sich zum Tee oder besuchen Cafés und Konditoreien.

Die verschiedenen Arten von Lolita
Die Lolita-Mode hat mehrere Stile und Substile. Die folgende Liste fasst die wichtigsten zusammen:
Sweet Lolita
Sweet ist das englische Wort für süß und steht für den niedlichsten Stil. Er verwendet Rosa, Pastelltöne und manchmal Braun oder Schwarz, immer mit niedlichen Motiven: Dieser Stil schöpft am stärksten aus der Kindheit, mit Drucken von Süßigkeiten und Tieren.
Classical Lolita
Der klassische Stil erinnert an die ursprüngliche viktorianische und Rokoko-Mode. Die Farben sind gedämpft, Braun und Altrosa sind üblich, das beliebteste Motiv sind Blumenmuster.
Country Lolita
Ein frischerer, zurückhaltenderer Stil für warme Jahreszeiten. Dazu gehören Hüte und Strohtaschen mit Spitzen und Schleifen, Blumen- und Obstmuster oder ein feines Karo wie Gingham.

Hime Lolita
Hime ist japanisch für Prinzessin: Dieser Stil erinnert am ehesten an europäische Prinzessinnen. Obwohl er dem Sweet Lolita ähnelt, besonders bei den Farben, unterscheidet er sich durch Schnitte, Accessoires wie Kronen, Diademe und Perlen und nicht zuletzt durch die Frisur.
Casual Lolita
Hier werden Alltagskleidungsstücke kombiniert: glockenförmige Röcke mit Spitzen, Schleifen und Rüschen, dazu ein T-Shirt im Baby-Look mit niedlichem Aufdruck.
Shiro Lolita
Shiro, japanisch für Weiß: Bei diesem Stil bestehen die Outfits ausschließlich aus weißen Stoffen. Einige ordnen ihn dem Sweet Lolita zu.

Dunkle Lolita-Stile
Unten sehen Sie einige dunklere, düstere und obskurere Lolita-Stile:
Gothic Lolita
Die Mischung aus Gothic- und Lolita-Mode. Die Farben sind dunkel und elegant, vor allem Schwarz. Leuchtende Farben wirken in Kombination mit Schwarz schnell vulgär, deshalb empfehlen sich blasse, schlichte Töne.
Auch wenn die Inspiration aus der Gothic-Mode kommt, sollte das Make-up leicht und natürlich bleiben, ohne übertriebenen schwarzen Lidschatten und sehr dunklen Lippenstift.

Kuro Lolita
Kuro, japanisch für Schwarz, ist das Gegenstück: Hier ist die gesamte Kleidung schwarz. Teilweise wird auch dieser Stil dem Sweet Lolita zugerechnet.
Guro Lolita
Guro ist die Kurzform von grotesque; entsprechend tragen Lolitas dieses Stils Verbände, Kunstblut und ähnliche Requisiten, die an eine kaputte Puppe erinnern.
Punk Lolita
Die Mischung aus Punk- und Lolita-Mode. Häufig kommen Lagen, Karos und Streifen zum Einsatz, zu den Accessoires gehören Schädelmotive und Nieten.
Thematische Lolita-Stile
Deco Lolita
Deco Lolita verbindet den Decora-Stil mit der Lolita-Mode. Zum Einsatz kommen viele bunte Accessoires: Haarspangen, große Schleifen auf dem Kopf, Perücken und farbenfrohe Drucke. Die Grundfarben sind meist pastellig; Zitrus-, Neon- und sehr grelle Töne werden nur sparsam dosiert oder ganz vermieden.

Ero Loli
Der Name Ero Lolita legt Dessous und sehr kurze Röcke nahe; tatsächlich gelten jedoch dieselben Regeln wie für andere Stile. Unter einem Korsett wird immer ein Oberteil getragen, und selbst ein tieferer Ausschnitt endet oberhalb der Brustlinie. Der Saum kann vier oder fünf Finger über dem Knie liegen, entscheidend ist die Dosierung der gezeigten Haut, damit der Look nicht vulgär wirkt.
Sailor Lolita
Dieser Stil greift Matrosenkleidung auf: Matrosenkragen und Krawatten, Matrosenhüte und Streifen. Er ist nicht mit dem japanischen Seifuku zu verwechseln, der Schuluniform im Matrosenstil.
Wa und Qi Loli
Wa Lolita kombiniert japanische Accessoires mit traditioneller Kleidung: Ärmel und Stehkragen erinnern an Kimonos und bilden einen Kontrast zum bauschigen Rock. Qi Lolita folgt demselben Konzept, greift aber auf traditionelle chinesische Kleidung zurück. Beide Stile werden häufiger auf Veranstaltungen getragen als im Alltag.

Die Lolita-Mode ist längst eine eigene Subkultur mit Treffen, Magazinen und spezialisierten Läden, die auch außerhalb Japans gepflegt wird. Wer einsteigen möchte, achtet am besten auf hochwertige Stoffe, Spitzen und Verarbeitung, damit der Look nicht wie ein Kostüm wirkt.






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