Der Herbst heißt auf Japanisch aki (秋). Er gehört zu den vier Jahreszeiten Japans und zeigt je nach Region ein anderes Gesicht: Während sich das Laub in Hokkaidō oft schon im September färbt, erreicht die Saison in vielen Städten weiter südlich ihren Höhepunkt erst im November oder Dezember.
Für viele Reisende ist kōyō (紅葉), das farbige Herbstlaub, ein Grund für eine Reise nach Japan. Der Begriff momiji (紅葉) wird häufig für die roten Ahornblätter verwendet. Entscheidend sind Höhe, Temperatur und Wetter; einen einzigen Termin für das ganze Land gibt es deshalb nicht.

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Wie ist der Herbst in Japan?
Nach dem heißen und feuchten Sommer werden die Tage vielerorts angenehmer. Die Nächte kühlen stärker ab, und der Unterschied zwischen Tag und Nacht hilft den Blättern, ihre gelben, orangefarbenen und roten Töne zu entwickeln. Im Norden beginnt die Färbung früher; auf den südlichen Inseln und in wärmeren Küstenregionen kommt sie später oder fällt weniger deutlich aus.
Der Herbst ist auch Erntezeit. In Läden und auf Märkten erscheinen häufig Kastanien, Kaki, Birnen, Äpfel, Trauben und Mandarinen. Regen und Taifune können besonders zu Beginn der Saison noch Reisepläne beeinflussen. Wer wegen der Blätter reist, sollte die aktuelle Vorhersage für die jeweilige Region prüfen, statt sich nur auf einen festen Monat zu verlassen.

Bräuche und Wörter rund um den Herbst
Tsukimi (月見) bedeutet Mondschau. Die Tradition richtet sich nach dem Mondkalender und ist eng mit dem Herbst verbunden. Dabei werden häufig Dango angeboten und der Vollmond betrachtet.
Die aki no nanakusa (秋の七草), die sieben Herbstpflanzen, gehören zur klassischen Herbstsymbolik. Sie stehen eher für das Betrachten der Saison als für ein Festmahl. In Schulen und Gemeinden finden im Herbst außerdem häufig Sporttage wie undōkai sowie Kulturfeste wie bunkasai statt.

Orte für Herbstlaub in Japan
Kyoto ist für Tempelgärten und Ahornalleen bekannt. Die Hauptsaison liegt dort oft im November, kann sich aber bis in den Dezember ziehen. Wer die bekannten Anlagen besucht, sollte mit großem Andrang rechnen und früh am Tag kommen.
In Tokyo bieten Parks, Gärten aus der Edo-Zeit und die Ginkgobäume der Icho Namiki Avenue herbstliche Spazierwege. Die Universität Tokyo ist ebenfalls für ihre Ginkgoallee bekannt.

Auch Nara verbindet Herbstfarben mit Tempeln, Schreinen und weitläufigen Parks. In Osaka sind die Burg Osaka und der Minoh-Park beliebte Ziele. Für Berglandschaften werden oft Nikkō, Hakone, die Gegend um die Fuji Five Lakes und Kōyasan gewählt.
Kanazawa ist vor allem wegen Kenrokuen bekannt, einem der berühmtesten Landschaftsgärten Japans. Auf Miyajima bei Hiroshima führt der Momijidani-Park durch ein Tal mit Ahornbäumen. Beide Orte sind in der Hochsaison gefragt.

Wann färbt sich das Laub?
Die folgende Übersicht ist eine Orientierung für die typische Reihenfolge der Saison. Sie ersetzt keine aktuelle Laubprognose: Ein warmer Herbst, Regen oder starke Winde können den Höhepunkt verschieben oder verkürzen.
| Region oder Ziel | Typische Zeit |
| Hokkaidō | September bis Oktober |
| Tōhoku | Oktober bis Anfang November |
| Nikkō, Kōyasan und Fuji Five Lakes | Oktober bis Mitte November |
| Tokyo und Hakone | November bis Anfang Dezember |
| Kyoto, Nara und Osaka | Mitte November bis Anfang Dezember |
| Miyajima und Teile von Kyūshū | Ende Oktober bis Anfang Dezember |

Japanische Herbstwörter
| Rōmaji | Japanisch | Deutsch |
| aki | 秋 | Herbst |
| kōyō | 紅葉 | Herbstfärbung, Herbstlaub |
| momiji | 紅葉 | Ahornlaub; rote Herbstblätter |
| rakuyō | 落葉 | fallendes Laub |
| tsukimi | 月見 | Mondschau |
| shūbun | 秋分 | Herbsttagundnachtgleiche |
| suzushii | 涼しい | kühl, angenehm frisch |
| kuri | 栗 | Kastanie |
| kaki | 柿 | Kaki, Persimone |
| kaze | 風 | Wind |
| kisetsu no kawarime | 季節の変わり目 | Jahreszeitenwechsel |

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