Die 20 größten und bekanntesten Seen Japans

Die 20 größten und bekanntesten Seen Japans

Die Spanne reicht vom 670 Quadratkilometer großen Biwa-See bis zum 0,5 Quadratkilometer kleinen Shōji-See am Fuji.

Japan hat Hunderte von Seen, aber nur wenige heben sich durch Größe, Tiefe oder Einfluss auf das Leben der Menschen wirklich hervor. Zu verstehen, welche Seen herausstechen, hilft Reisenden ebenso wie allen, die sich für Natur, Geschichte oder regionale Entwicklung interessieren.

Vorgestellt werden 20 Seen, die zu den größten oder bekanntesten Japans zählen, mit offiziellen Daten zu Fläche und Tiefe, den Namen in Kanji und praktischen sowie historischen Informationen.

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Wie viele Seen gibt es in Japan?

Genaue Zahlen hängen von der Zählweise ab. Das japanische Umweltministerium hat in seiner Naturerhebung 480 größere natürliche Seen untersucht; die vielen kleinen Berg- und Kraterseen kommen hinzu. Etwa 20 Gewässer sind landesweit bekannt für ihre Fläche, Tiefe, historische oder ökologische Bedeutung. Diese Fülle ist das Ergebnis der vulkanischen Geografie, des feuchten Klimas und der unzähligen natürlichen Senken, die seit Jahrtausenden Wasser zurückhalten.

Zu diesen Seen gehören Biwa, Kasumigaura und Saroma, die zu den bekanntesten des Landes zählen. Viele von ihnen sind wesentliche Quellen für Trinkwasser, Bewässerung, Fischerei, Tourismus und Hochwasserschutz. Andere, wie die Seen am Fuji, sind weltweit berühmt für ihre Landschaften und ihre Verbindung mit der japanischen Kultur.

1. Biwa-See (琵琶湖)

Der Biwa-See (琵琶湖) ist mit rund 670 km² der größte und älteste See Japans; sein Alter wird auf rund vier Millionen Jahre geschätzt. Er liegt in der Präfektur Shiga und versorgt etwa 15 Millionen Menschen, darunter die Regionen um Kyoto und Osaka. Von den 46 heimischen Fischarten sind 16 endemisch, und insgesamt beherbergt der See über 1.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen rund 60 nur hier vorkommen.

Die Umgebung ist dicht besiedelt und bietet Hotels, Wander- und Radwege sowie Museen. Biwa ist seit 1993 ein Ramsar-Gebiet und ein wiederkehrendes Thema in Gedichten und Kunst. An seinen Ufern fanden Archäologen Spuren menschlicher Siedlungen, die bis zu 10.000 Jahre zurückreichen.

Torii im Wasser des Biwa-Sees bei Dämmerung

2. Kasumigaura-See (霞ヶ浦)

Der Kasumigaura (霞ヶ浦) in der Präfektur Ibaraki ist mit 167,6 km² der zweitgrößte See des Landes und erreicht nur eine Tiefe von sieben Metern. Er liefert Wasser für den Reisanbau und die Versorgung der umliegenden Städte und ist ein Zentrum der Fischerei auf Muscheln und Garnelen.

Die Landwirtschaft im Umland belastet den See seit Jahrzehnten mit Nährstoffen; gegen die Eutrophierung laufen seit den 1980er Jahren Umweltprogramme. Rund um den See verläuft eine der bekanntesten Radrouten Japans, die bei Sportlern beliebt ist.

Satellitenaufnahme des Kasumigaura mit seinen verzweigten Buchten an der Pazifikküste

3. Saroma-See (サロマ湖)

Der Saroma-See (サロマ湖) liegt in Hokkaido, ist 151,9 km² groß und bis zu 19,6 Meter tief. Die Brackwasser-Lagune ist mit dem Ochotskischen Meer verbunden und bekannt für die Zucht von Austern und Jakobsmuscheln.

Im Winter friert ein Teil des Sees zu und wird für die Eisfischerei genutzt. Die Region ist wenig touristisch erschlossen und zieht gerade deshalb Besucher an, die unberührte Natur, kleine Fischerdörfer und den Alltag Hokkaidos suchen.

4. Inawashiro-See (猪苗代湖)

Der Inawashiro-See (猪苗代湖) in der Präfektur Fukushima ist 103,3 km² groß und bis zu 94,6 Meter tief. Sein klares blaues Wasser brachte ihm den Beinamen „Spiegel des Himmels“ ein.

Neben der Wasserversorgung zieht er Besucher für Wassersport und Wanderungen an. Im Winter rasten hier Schwäne und andere Zugvögel, was den See zu einem beliebten Ziel für Vogelbeobachter macht.

Der spiegelglatte Inawashiro-See mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund

5. Nakaumi-See (中海)

Der Nakaumi (中海) liegt zwischen den Präfekturen Shimane und Tottori, ist 86,2 km² groß und bis zu 17,1 Meter tief. Das Brackwasser stammt aus der Verbindung mit dem Japanischen Meer und beherbergt Aale, Muscheln und zahlreiche Wasservögel.

Über den See führen Brücken, darunter die Eshima-Ohashi, die Matsue und Sakaiminato verbindet. Die Inseln Daikon und Eshima sind für Lavahöhlen, Ginsengfelder und den Päonien-Garten Yushien bekannt.

6. Kussharo-See (屈斜路湖)

Der Kussharo-See (屈斜路湖) in Hokkaido ist 79,3 km² groß und bis zu 117,5 Meter tief. Der Calderasee liegt zwischen Bergen und hat natürliche Thermalquellen direkt am Ufer, etwa am Sandstrand von Sunayu.

Im Winter rasten viele Schwäne an den erwärmten Ufern; Kussharo ist der größte See Japans, der vollständig zufriert. Er eignet sich für Outdoor-Bäder und für Naturtourismus abseits der Hauptstraßen.

7. Shinji-See (宍道湖)

Der Shinji-See (宍道湖) in der Präfektur Shimane bedeckt 79,1 km² und ist nur etwa sechs Meter tief. Das leicht salzige Wasser begünstigt die Fischerei auf Garnelen, Aale und Shijimi-Muscheln, die die lokale Küche prägen; bei den Shijimi-Muscheln gehört der See zu den wichtigsten Fanggründen Japans.

Berühmt ist der See für seinen Sonnenuntergang über der kleinen Insel Yomegashima. Sein Ufer ist von Parks und Erholungsflächen gesäumt, die Einheimische und Touristen nutzen.

Sonnenuntergang über dem Shinji-See mit der Insel Yomegashima

8. Shikotsu-See (支笏湖)

Der Shikotsu-See (支笏湖) in Hokkaido ist 78,4 km² groß und bis zu 363 Meter tief. Der Calderasee zählt zu den klarsten Gewässern Japans und ist nach dem Tazawa-See der zweittiefste See des Landes.

Er liegt im Shikotsu-Tōya-Nationalpark, ist bei Tauchern, Kajakfahrern und Wanderern beliebt und ist im Winter Schauplatz des Hyōtō-Eisfestivals. Wegen seiner Tiefe friert der See selbst im strengen Hokkaido-Winter selten vollständig zu.

9. Tōya-See (洞爺湖)

Der Tōya-See (洞爺湖) in Hokkaido ist 70,7 km² groß und bis zu 179,9 Meter tief. Er entstand in einer vulkanischen Caldera, hat eine Zentralinsel (Nakajima) und liegt in einer geothermal aktiven Region mit mehreren Onsen.

Der See ist ein Ziel für Wanderungen und Bootsausflüge und bekannt für sein Langzeit-Feuerwerk, das von Ende April bis Oktober läuft. 2008 war Tōya Austragungsort des G8-Gipfels.

10. Hamana-See (浜名湖)

Der Hamana-See (浜名湖) in der Präfektur Shizuoka ist 65 km² groß und bis zu 13 Meter tief. Beim Erdbeben von 1498 brach die Nehrung, und der See verband sich mit dem Pazifik; seither ist sein Wasser brackig.

Der See ist ein Zentrum der Aalzucht und der Muschelfischerei und bildet die Grundlage der lokalen Wirtschaft. Seine Strände und Gewässer werden für Wassersport, Fischerei und Erholung intensiv genutzt.

Kabine der Kanzanji-Seilbahn über dem Hamana-See

11. Ogawara-See (小川原湖)

Der Ogawara-See (小川原湖) in der Präfektur Aomori bedeckt 63,2 km² und ist bis zu 25 Meter tief. Er liefert Wasser für Bewässerung und Versorgung und ist ein wichtiger Fanggrund für Stinte, Eisfische, Grundeln und Shijimi-Muscheln.

Naturlehrpfade führen am Ufer entlang, und im Winter rasten hier Wasservögel; das Umweltministerium zählt den See zu den 500 wichtigsten Feuchtgebieten Japans. Wegen seiner Wassertiefe diente er japanischen Marinefliegern einst als Übungsgebiet für den Angriff auf Pearl Harbor.

12. Towada-See (十和田湖)

Der Towada-See (十和田湖) liegt zwischen den Präfekturen Aomori und Akita, ist 61,1 km² groß und bis zu 327 Meter tief. Der Calderasee ist von steilen Hängen und Wäldern umgeben, die sich im Herbst rot und gelb färben.

Ausflugsboote starten im Ort Yasumiya, und die Herbstfärbung zieht Besucher aus ganz Japan an. Um den See rankt sich die Drei-Seen-Legende, in der sich der Mönch Nanso-bō in einen Drachen verwandelt und zum Schutzgeist des Towada wird.

13. Notoro-See (能取湖)

Der Notoro-See (能取湖) in Hokkaido bedeckt 58 km² und ist bis zu 23 Meter tief. Im September färben dichte Bestände des Quellers (japanisch Sango-sō) ganze Uferabschnitte rot.

Der See ist ein wichtiges Fischereigebiet für Jakobsmuscheln, Lachs und Garnelen und ein Rastplatz für Zugvögel. Kleine Fischergemeinden leben hier vom Fang und vom Muschelsammeln.

14. Tazawa-See (田沢湖)

Der Tazawa-See (田沢湖) in der Präfektur Akita ist mit 423,4 Metern der tiefste See Japans, obwohl er nur 25,9 km² groß ist. Das Wasser ist ungewöhnlich klar und zugleich sauer: Der endemische Kunimasu-Lachs verschwand hier in den 1940er Jahren und wurde erst 2010 in einem der Fuji-Seen wiederentdeckt.

An den Ufern gibt es Wanderwege, Tauchplätze und die bronzene Statue der Prinzessin Tatsuko. Die Legende erzählt von einer jungen Frau, die sich ewige Schönheit wünschte und zur Drachenherrin des Sees wurde.

15. Suwa-See (諏訪湖)

Der Suwa-See (諏訪湖) in der Präfektur Nagano bedeckt 13,3 km² und ist nur 7,2 Meter tief. Berühmt ist das Phänomen Omiwatari: Auf dem zugefrorenen See türmen sich meterlange Eisrücken auf; der Legende nach sind es die Spuren des Gottes Takeminakata, der über das Eis zu seiner Gemahlin Yasakatome wandert.

Im Sommer wird der See für Wassersport und Feste genutzt. Im Winter läuft auf dem Eis der Schlittschuhsport, und in den Eisöffnungen wird auf Stinte geangelt. Die Stadt Suwa ist zudem für ihre Thermalquellen bekannt.

Blick über den Suwa-See mit Schwanenbooten am Ufer der Stadt Suwa

Die Fünf Seen des Mount Fuji (富士五湖)

In der Präfektur Yamanashi liegen die Fünf Seen des Mount Fuji: Yamanakako (山中湖), Kawaguchiko (河口湖), Saiko (西湖), Shōjiko (精進湖) und Motosuko (本栖湖). Sie entstanden, als Lavaströme des Fuji Flüsse aufstauten. Die fünf Seen bieten einige der klassischsten und am häufigsten fotografierten Aussichten Japans, besonders in den Monaten, in denen die Spitze des Fuji mit Schnee bedeckt ist.

Die Region gehört zu den meistbesuchten Zielen des Landes. Neben Naturlandschaften bietet sie Camping, Wanderwege, Wassersport, Resorts, Onsen, Radtouren und im Frühjahr die Sakura-Blüte. Jeder See hat sein eigenes Profil und Publikum, doch alle sind gut erschlossen. Wer plant, die fünf Seen zu besuchen, findet im Fujigoko-Guide einen detaillierten Überblick.

Herbstlich gefärbte Bäume am Ufer eines Fuji-Sees, dahinter der schneebedeckte Mount Fuji

16. Yamanaka-See (山中湖)

Der Yamanaka-See (山中湖) in Yamanashi ist mit 6,6 km² der größte der fünf Fuji-Seen. Sein flaches Wasser und die offenen Ufer sind ideal für Fischerei, Windsurfen, Kanufahren und Radtouren.

Die Aussicht auf den Mount Fuji ist der Hauptanziehungspunkt. Im Sommer gibt es Feuerwerksfeste; im Winter friert der See zu, dann wird auf Stinte geangelt und Wasservögel lassen sich beobachten.

Schwäne auf dem Yamanaka-See vor dem schneebedeckten Mount Fuji

17. Kawaguchi-See (河口湖)

Der Kawaguchi-See (河口湖) in Yamanashi ist 5,7 km² groß und bis zu 14,6 Meter tief. Er bietet eine besonders freie Sicht auf den Mount Fuji und ist mit Hotels, Cafés und Museen gut erschlossen.

Bootstouren sind üblich, und von hier starten Wanderwege in Richtung Fuji. Im Herbst färben sich die Wälder am Ufer rot und ziehen zusätzliche Besucher an.

18. Motosu-See (本栖湖)

Der Motosu-See (本栖湖) liegt ebenfalls in Yamanashi und ist 4,7 km² groß sowie 121,6 Meter tief. Sein besonders klares Wasser und das Spiegelbild des Fuji zierten die 1000-Yen-Note der Serie E, die bis 2024 in Umlauf war.

Er ist der tiefste der fünf Fuji-Seen und eignet sich für Tauchsport, Camping und Wassersport; seine Ufer gelten als besonders ursprünglich.

19. Sai-See (西湖)

Der Sai-See (西湖) in Yamanashi bedeckt 2,1 km² und ist bis zu 71,1 Meter tief. Von den fünf Fuji-Seen ist er der ruhigste und wird am wenigsten besucht.

Sportfischen und Camping sind hier üblich. Die umliegenden Wälder bieten im Herbst schöne Wanderwege; im See wurde 2010 der Kunimasu-Lachs wiederentdeckt, der im Tazawa-See als ausgestorben galt.

20. Shōji-See (精進湖)

Der Shōji-See (精進湖), ebenfalls in Yamanashi, ist mit 0,5 km² der kleinste der fünf Fuji-Seen und bis zu 15,2 Meter tief. Obwohl so klein, gilt er als einer der besten Orte, um den Fuji im Wasser gespiegelt zu fotografieren.

Kleine Familiengasthäuser und Picknickplätze umgeben den See; wer den Trubel der anderen Fuji-Seen hinter sich lassen will, findet hier Ruhe.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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