Ein Hyakuen-Laden entspricht für deutsche Besucher ungefähr dem 1-Euro-Shop: der größte Teil des Sortiments trägt einen festen kleinen Preis. Der Preis heißt 100 Yen. An der Fassade steht 100円ショップ (hyaku-en shoppu), im Alltag auch 百均 (hyakkin).
Die 100 Yen sind der Preis vor Steuer. Die Verbrauchsteuer setzt 10 Prozent darauf, bei vielen Lebensmitteln 8 Prozent: an der Kasse werden daraus meist 110 Yen, bei diesen Lebensmitteln 108 Yen. Eine 100-Yen-Münze deckt den Nettopreis. Am 26. September 2026, bei rund 179 Yen für einen Euro, lag auch der Kassenpreis deutlich darunter.
Sie finden dort Haushaltswaren, Schreibwaren, Geschirr, Küchenwerkzeug, Handtücher, kleine Elektronik, Kosmetikzubehör, Spielzeug und verpackte Lebensmittel. Günstige Getränke und Süßigkeiten hängen oft zu zweit oder zu dritt für dieselben 100 Yen am Haken. Größere Stücke, etwa Werkzeug oder kleine Möbel, tragen ein eigenes Preisschild und kosten in der Regel unter 1000 Yen. Ein großer Teil der Ware kommt aus China und anderen Ländern, in Menge eingekauft, damit der eine Preis hält. Die Regale sind auf den zusätzlichen Griff ausgelegt.

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Die vier großen Ketten
Vier Namen tragen das Format: Daiso (ダイソー), Seria (セリア), Can Do (キャンドゥ) und Watts (ワッツ). Die Läden reichen von einer kleinen Ecke bis zu mehreren Stockwerken im Einkaufszentrum.

Im Geschäftsjahr 2012 kamen die vier Ketten zusammen auf etwa 5500 Filialen und etwa 550 Milliarden Yen Umsatz. Die Daiso Sangyo (大創産業), Sitz in Higashihiroshima, weist ihre Gruppe getrennt aus: Ende Februar 2026 waren es 5891 Läden weltweit, 4784 in Japan und 1107 im Ausland, die Marken DAISO, Standard Products und THREEPPY zusammen.
Daiso ist die größte der vier. In einem großen Haus liegen Küche, Werkzeug, Schreibwaren und Snacks nebeneinander, und viele Leute sagen, dort finde sich fast alles, was ein Haushalt zum Durchkommen braucht. Seit 2004 verkauft Daiso außerdem Stücke zu 200, 300, 400 und 500 Yen, jeweils mit eigenem Schild. Standard Products gibt es seit März 2021, mit schlichter Haushaltsware über dem 100-Yen-Grundpreis.

Can Do wurde im Dezember 1993 gegründet und gehört seit 2022 zur AEON-Gruppe. Die Gänge sind übersichtlich, und das hilft, wenn Sie nur eine Kleinigkeit suchen.

Seria entstand am 20. Oktober 1987, damals noch als Sanyo Agency, und sitzt in Ōgaki in der Präfektur Gifu. Die Kette hat ihren Ruf über Ordnung, ruhigere Farben und Waren für einen etwas wählerischeren Geschmack aufgebaut: Geschirr, Schreibwaren, kleine Dinge für die Wohnung.
Watts, mit Sitz in Osaka, ist die vierte große Kette. Neben dem Namen Watts laufen Filialen als Meets und als Silk. Silk kam im Herbst 2008 zu Watts. Das Format unter dem Namen Watts selbst startete 2015, mit dem Plan, Meets und Silk nach und nach umzustellen. FLET'S und der Hyakuen Ryōjikan (百圓領事館) kamen im Oktober 2021 zur Gruppe.
Wie der feste Preis nach Japan kam
Die Idee, Ware zu einem einheitlichen kleinen Preis zu verkaufen, ist in Japan älter als der Yen. Um 1722 und 1723, in der Kyōhō-Zeit, wurden in Edo die 十九文見世 üblich, Läden zu 19 Mon. Nach der Verbreitung der Vier-Mon-Münze lagen die Preise auf Vielfachen von vier, und 19 Mon statt 20 wirkten günstiger. Rund um 1809 kamen Läden zu 38 Mon dazu.
Näher an den heutigen Läden liegt der 十銭ストア der Takashimaya, nach dem Vorbild der amerikanischen 10-Cent-Stores. 1926 richtete das Haus in Osaka eine Ecke ein, in der alles 10 Sen kostete, und bis 1932 standen etwa 50 eigene Läden in Osaka, Kyoto, Nagoya und Tokio. Am Verbraucherpreis gemessen entsprachen 10 Sen von 1935 ungefähr 180 Yen von 2015. Später hießen die Läden auch 20-Sen- und 50-Sen-Store. 1937 wurde das Geschäft als Marutaka aus dem Kaufhaus gelöst. Nach dem Krieg liefen Reste der Kette als gewöhnliche Läden weiter, ohne den festen kleinen Preis.
Der Preis von 100 Yen taucht in den 1960er Jahren als kurze Aktion auf, etwa eine Woche lang in Supermärkten und Kaufhäusern, und zog dann weiter zur nächsten Filiale. Die erste feste Filiale öffnete im März 1985 in Kasugai, Präfektur Aichi. Akira Matsubayashi, Gründer der Firma Life, nannte sie 100円ショップ. Dieser erste Laden besteht nicht mehr. Nach dem Platzen der Immobilienblase wuchs die Zahl der Läden in der Rezession schnell.

Über den Socken auf dem Foto steht 税込100円. Das Schild schließt die Steuer ein. An der Kasse der großen Ketten kommt sie heute in der Regel zum Grundpreis dazu.
Was die Daiso aus der Idee gemacht hat
Hirotake Yano, der Gründer der Daiso, verkaufte 1972 in Hiroshima von einem fahrenden Stand unter dem Namen Yano Shoten. 1977 machte er daraus die Firma Daiso Sangyo. Er nahm auch Ware ins Sortiment, die sich zu 100 Yen nicht rechnete, und gewann damit das Vertrauen der Supermärkte, die ihn für ihre Aktionen holten. 1991 öffnete die erste ständige Filiale in Takamatsu, Präfektur Kagawa.
Was es neben den vier Großen gibt
Lawson Store 100 ist die Lebensmittelvariante der Idee, ein kleiner Laden mit frischer Ware. SHOP99 ging am 20. Juli 2011 in dieser Kette auf. Ein Teil dieser Lebensmittel-Läden hat den einheitlichen Preis später aufgegeben, als die Einkaufspreise stiegen. Die Food-Style-Läden von am/pm schlossen bis September 2007, und aus 99ichiba wurde mini Piago, mit normalen Preisschildern statt eines festen Satzes.
3COINS verkauft zum festen Preis von 300 Yen. Le Plus, auf älteren Fotos noch als eigene Fassade zu sehen, kam im Frühjahr 2007 zu Can Do. Die regionale Kette Orange gehört seit dem 27. Oktober 2015 zur Daiso Sangyo, die zeitweise auch mit Aoyama und mit Speed unter einem Dach verkauft hat.
Regionale Namen tauchen auf Schildern auf, die in Reiseführern selten vorkommen. Noch gelistet sind unter anderem Tokutoku-ya (得得屋) im Gebiet Chūgoku, Hyaku-en House Lemon (100えんハウス レモン) in Shizuoka, Popia (100円ショップ ポピア) in Hokuriku, Natural Kitchen (ナチュラルキッチン) und Hyakuemon (ひゃくえもん) in Kansai. Nanja-mura (なんじゃ村) schloss im Januar 2026 alle Filialen, 100-kin Land (100きんランド) schon 2011. Wer eine alte Liste regionaler Läden dabei hat, sollte die Schilder vor Ort prüfen.

Was ich mitgenommen habe
Als ich in Japan war, bin ich durch mehrere dieser Läden gegangen. Hängen geblieben sind:
- Kopfhörer
- Handyhüllen
- Süßigkeiten und herzhafte Snacks
- Aufkleber, Stempel und Siegel
- Socken, Krawatten und Gürtel
- Schuhe, Briefumschläge und Dosen
- Gewürze, Hüte und Taschen
Beim Aufschreiben ist mir die Liste entglitten.
Die vier Ketten führen ähnliche Waren, jede mit einem anderen Schwerpunkt im Regal. Wenn Sie an der Kasse stehen, zählt das Schild an der Ware: die Standardstücke folgen dem Preis plus Steuer, höhere Stücke sind einzeln ausgezeichnet. Die Geldbörse merkt das früher als die Planung.
Der Laden an der nächsten Ecke ist oft ein Konbini, mit anderer Ware und anderen Preisen, aber mit derselben Versuchung, noch eine Kleinigkeit mitzunehmen.






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