EJU in Japan: Fächer, Punkte und Bewerbung für Universitäten

EJU in Japan: Fächer, Punkte und Bewerbung für Universitäten

Ein klarer Leitfaden zur EJU mit Fächern, Punkten, Fristen, Prüfungsorten und dem Unterschied zum JLPT.

Wer an einer japanischen Universität studieren will, stößt früher oder später auf die EJU. Genau hier entsteht oft Verwirrung: Manche halten sie für eine reine Sprachprüfung, andere für eine klassische Aufnahmeprüfung wie in ihrem Heimatland. Beides trifft nur teilweise zu. Die EJU bündelt akademisches Japanisch und fachspezifische Grundlagen in einem Verfahren, das viele Hochschulen in Japan für internationale Bewerber verlangen.

Wichtig ist vor allem eins: Die EJU ist kein automatischer Türöffner für jede Universität, aber sie ist für viele Bachelor-Bewerbungen der zentrale Nachweis. Laut der offiziellen Informationsseite zum Studium an Universitäten in Japan solltest du deshalb zuerst die Anforderungen deiner Wunschhochschule prüfen und erst danach entscheiden, welche Fächer und in welcher Prüfungssprache du die EJU ablegst.

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Was ist die EJU eigentlich?

EJU steht für Examination for Japanese University Admission for International Students. Auf Japanisch heißt sie 日本留学試験 (Nihon Ryugaku Shiken). Die Prüfung wird von JASSO genutzt, um zu bewerten, ob internationale Studieninteressierte die sprachlichen und fachlichen Grundlagen für ein Hochschulstudium in Japan mitbringen.

Die EJU ersetzt dabei nicht einfach nur irgendeinen Sprachtest. Sie wurde eingeführt, damit Universitäten ein klareres Bild davon bekommen, ob Bewerber nicht nur Japanisch verstehen, sondern auch mit akademischen Inhalten in Mathematik, Naturwissenschaften oder geisteswissenschaftlichen Fächern zurechtkommen.

Studierende bereiten sich auf die EJU-Prüfung für ein Studium in Japan vor

Welche Fächer gehören zur EJU?

Die EJU besteht aus vier Bausteinen, aus denen du nicht frei nach Gefühl auswählst, sondern nach den Vorgaben der Universität:

  • Japanisch als Fremdsprache: Lesen, Hörverstehen, kombiniertem Hör-Lese-Verstehen und einem schriftlichen Teil.
  • Naturwissenschaften: Du wählst zwei Fächer aus Physik, Chemie und Biologie.
  • Japan und die Welt: Ein Fach mit Schwerpunkten aus Politik, Wirtschaft, Geografie und Geschichte.
  • Mathematik: Je nach Studienrichtung Kurs 1 oder Kurs 2.

Wichtig dabei: Du kannst nicht gleichzeitig Naturwissenschaften und Japan und die Welt wählen. Wer sich für ein naturwissenschaftliches Studium bewirbt, braucht meist Science plus Mathematik. Für viele sozial- oder geisteswissenschaftliche Fächer ist dagegen eher die Kombination aus Japanisch, Japan und die Welt und Mathematik Kurs 1 relevant.

Wie werden Punkte und Prüfungsdauer berechnet?

Der japanische Teil ist umfangreicher als viele zuerst denken. Nach den offiziellen JASSO-Angaben umfasst er 125 Minuten und wird getrennt bewertet: bis zu 400 Punkte für Lese- und Hörverstehen sowie bis zu 50 Punkte für den schriftlichen Teil. Die Bereiche Naturwissenschaften, Japan und die Welt sowie Mathematik dauern jeweils 80 Minuten und werden jeweils mit bis zu 200 Punkten bewertet.

Eine pauschal „gute“ Punktzahl gibt es deshalb nicht. Manche Hochschulen veröffentlichen Richtwerte oder Mindestwerte für bestimmte Programme, andere beurteilen die EJU zusammen mit Zeugnissen, Motivationsschreiben und Interviews. Wer nur nach einer magischen Zielzahl sucht, plant meist am eigentlichen Problem vorbei. Entscheidend ist, welche Kombination deine Wunschuniversität verlangt und wie stark die Konkurrenz in deinem Fach ist.

Wann und wo kann man die EJU machen?

Die EJU findet regulär zweimal im Jahr statt: einmal im Juni und einmal im November. Laut der offiziellen Study-in-Japan-Übersicht werden die Anmeldungen typischerweise einige Monate vorher geöffnet, also ungefähr im Februar bis März für die erste Runde und im Juli für die zweite.

Für deutschsprachige Bewerber ist ein Punkt besonders wichtig: In der offiziellen JASSO-Liste für 2026 werden Prüfungsorte in Japan sowie in mehreren Städten Asiens genannt, aber keine Prüfungsorte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wer die EJU aus Europa heraus plant, sollte die aktuelle Ortsliste deshalb früh prüfen und die Reise realistisch einkalkulieren.

In welcher Sprache wird geprüft?

Die Prüfung kann je nach Fach auf Japanisch oder Englisch abgelegt werden. Eine Ausnahme ist der Bereich Japanisch als Fremdsprache, der naturgemäß nur auf Japanisch stattfindet. Das heißt aber nicht automatisch, dass Englisch immer die bequemere Wahl ist. Manche Universitäten verlangen ausdrücklich eine bestimmte Prüfungssprache oder bevorzugen eine bestimmte Fächerkombination. Genau das solltest du vor der Anmeldung gegen die EJU-Anforderungen deiner Hochschule abgleichen.

EJU oder JLPT: Wo liegt der Unterschied?

Diese beiden Prüfungen werden ständig verwechselt. Der JLPT-Leitfaden hilft zwar beim Sprachvergleich, aber der Zweck ist ein anderer. Der JLPT misst allgemein deine Japanischkenntnisse. Die EJU prüft zusätzlich, ob du in einem Hochschulkontext fachlich mitkommst. Für viele Bewerbungen an japanischen Universitäten reicht ein JLPT-Zertifikat allein daher nicht aus.

Anders gesagt: Der JLPT beantwortet eher die Frage, wie gut dein Japanisch ist. Die EJU soll zeigen, ob du mit diesem Japanisch und mit den passenden Grundlagen tatsächlich studieren kannst.

Wie oft darf man die EJU machen und wie lange gilt das Ergebnis?

Du darfst die EJU mehrfach ablegen, und die Ergebnisse bleiben zwei Jahre gültig. Das ist praktisch, wenn du dich gezielt verbessern willst oder mehrere Bewerbungsfenster offenhalten möchtest. Viele Universitäten akzeptieren dabei nur Ergebnisse aus einem bestimmten Zeitraum, daher solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass jede noch gültige Punktzahl automatisch verwendet werden kann.

Dass die EJU zweimal pro Jahr angeboten wird, ist ebenfalls ein Vorteil. Wer im ersten Versuch mit der Punkteverteilung oder der Fächerwahl nicht zufrieden ist, hat noch eine realistische zweite Chance, ohne ein ganzes Studienjahr zu verlieren.

Was kostet die EJU?

Für in Japan abgelegte Prüfungen nennt das offizielle Bulletin für 2026 12.000 Yen für ein Fach sowie 23.000 Yen für zwei oder drei Fächer. Außerhalb Japans können organisatorische Hinweise und Zahlungswege abweichen, daher solltest du die Gebühren immer direkt in den aktuellen Unterlagen für deinen Prüfungsort prüfen.

Wichtiger als der Preis ist jedoch die Planung drumherum: Reise, Unterkunft, Fristen, Unterlagen und die spätere Universitätsbewerbung kosten meist mehr Energie als die eigentliche Anmeldegebühr.

Wie bereitest du dich sinnvoll vor?

Die beste Vorbereitung ist selten die breiteste, sondern die passendste. Viele verlieren Zeit, weil sie wahllos alle Bereiche lernen, obwohl ihre Universität nur einen klaren Fächerpfad verlangt. Sinnvoller ist dieses Vorgehen:

  1. Prüfe zuerst die EJU-Vorgaben deiner Zieluniversität.
  2. Entscheide dann Fächer und Prüfungssprache.
  3. Arbeite mit offiziellen Beispielaufgaben, damit du Aufbau und Zeitdruck realistisch kennenlernst.
  4. Plane separat für akademisches Japanisch, nicht nur für Alltagsjapanisch.
  5. Nutze echte Fristen rückwärts, damit Anmeldung, Reise und Bewerbungsunterlagen zusammenpassen.

Gerade beim Japanisch-Teil hilft es wenig, nur Vokabeln zu pauken. Du musst auch längere Texte, Hörpassagen und akademische Formulierungen sicher verarbeiten können. Wer bislang nur mit Alltagsdialogen lernt, merkt diesen Unterschied oft zu spät.

Ist die EJU für jede Universität Pflicht?

Nein, aber sie ist für sehr viele Programme relevant. Die offizielle Study-in-Japan-Seite spricht von 479 Universitäten, also von mehr als 60 Prozent aller japanischen Hochschulen, die EJU-Ergebnisse im Aufnahmeverfahren berücksichtigen. Einige Einrichtungen bieten sogar eine Pre-arrival Admission an. Das bedeutet: Du kannst die Zusage erhalten, ohne für eine separate Aufnahmeprüfung extra nach Japan reisen zu müssen, sofern deine Unterlagen und EJU-Ergebnisse ausreichen.

Trotzdem solltest du nie verallgemeinern. Manche Programme setzen zusätzlich Interviews, Schulnoten, Englischtests oder weitere Nachweise voraus. Die EJU ist daher eher der Kern eines größeren Bewerbungsprozesses als der einzige Schritt.

Fazit: Für wen lohnt sich die EJU?

Die EJU lohnt sich vor allem für internationale Bewerber, die ernsthaft ein Bachelorstudium in Japan anstreben und Programme im Blick haben, die EJU-Ergebnisse verlangen oder klar bevorzugen. Wenn du nur deine Sprachkenntnisse nachweisen willst, ist der JLPT oft die passendere Prüfung. Wenn du jedoch in Japan studieren willst, solltest du die EJU als strategischen Teil deiner Bewerbung betrachten, nicht als lästige Zusatzhürde.

Am Ende gewinnt meist nicht derjenige, der am meisten Material sammelt, sondern derjenige, der die Anforderungen seiner Wunschuniversität sauber liest, die richtigen Fächer auswählt und früh genug mit einer realistischen Planung beginnt.

Quellen und nützliche Links

Über den Autor

Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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