Früher haben wir einen Artikel über japanische Klischees geschrieben. Diesmal sprechen wir ein wenig über chinesische Klischees und darüber, wie sie japanische Werke kopieren oder zumindest stark an sie erinnern.
China ist ein Land, das für seine Dramen bekannt ist, die die lokale und orientalische Kultur erkunden. Manche davon erinnern stark an westliche Fernsehserien, andere wiederum folgen einer Form, die oft an Dorama erinnert - also an Dramen japanischen Ursprungs mit einem Mix aus Fernsehserie und typischen Serienmustern.
Chinesische Dramen entstehen an verschiedenen Orten. Einige werden in Taiwan, Hongkong oder auf dem chinesischen Festland produziert - deshalb wirken Stil, Sprache und Schnitt nicht immer gleich.

Es gibt auch Animes chinesischer Herkunft. Obwohl sie weniger bekannt sind, überraschen sie viele Zuschauer. Manche erreichen tatsächlich das Niveau der Qualität eines japanischen Originals. Andere lassen dagegen noch zu wünschen übrig.
Ein weiteres Genre chinesischer Produktionen sind Web-Novels. Sie sind online verfügbar, kommen ohne Zeichnungen aus, bestehen vollständig aus Text und sind in China sehr beliebt.
In ihren Geschichten erkennt man aber oft bestimmte Muster, die durch die Trivialität mancher Figuren und Szenenelemente ein gewisses Unbehagen auslösen. Solche Muster tauchen in Dramen, Web-Novels und chinesischen Animes immer wieder auf.
Die wichtigsten chinesischen Klischees
Eines der ersten und häufigsten Klischees in Web-Novels ist der Meister, der sich extrem arrogant und pervers verhält. Dieser Figurentyp kommt in fast allen Dramen vor, die die alte chinesische Geschichte darstellen.
In einigen Animes wird dieses Stereotyp mit Nasenbluten bei Figuren verbunden. Manchmal sorgt das sogar für ein unangenehmes Gefühl beim Zuschauer oder Leser, weil die sexuelle Anspielung sofort klar wird.

Ein anderes bekanntes Klischee ist der Protagonist, der seine wahre Stärke nicht zeigt, sodass der Gegner seine gute Absicht ausnutzen kann. Dadurch werden manche Szenen oder kleine Kampffolgen ziemlich vorhersehbar und frustrierend für den Leser.
Einige Animes - nicht nur chinesischer Herkunft - zeigen einen Aberglauben, der in vielen asiatischen Kulturen vorkommt: Wenn man niest, spricht gerade jemand über einen. In manchen westlichen Kulturen sagt man dagegen, dass jemand schlecht über einen spricht, wenn das Ohr heiß wird.
In bestimmten Momenten der Handlung werden die Protagonisten immer wieder von zufälligen Figuren gerettet. Das ist zwar kein ausschließlich chinesisches Klischee, kommt aber in Web-Novels, chinesischen Dramen und chinesischen Animes sehr oft vor. Wenn der Hauptcharakter jedoch immer unverletzt aus Gefahrensituationen herauskommt, leidet darunter das Erzählen.
Er zeigt seine Fähigkeiten nicht und seine menschliche Seite bleibt ebenfalls verborgen - also genau der Teil, in dem er eigentlich Fehler machen könnte. So wird der Hauptcharakter nur noch zu einer Marionette in der Mitte der Geschichte.

Die übermäßige Beschreibung in manchen Web-Novels ist für Leser wirklich ermüdend. Das passiert, wenn Autoren sich auf die Muse mit der „weißesten Haut mit perlmuttfarbenem Ton" beziehen, die man je im Gesicht Chinas gesehen hat.
Eines der am häufigsten von Zuschauern und Lesern chinesischer Werke erwähnten Klischees betrifft Kämpfe. Sobald der Kampf beginnt, ist niemand mehr da. Plötzlich taucht jedoch eine Menge scheinbar beschäftigungsloser Menschen auf, um den Kampf zu beobachten. Wo kommen sie alle her?
Ein weiteres typisches Thema ist die Strandepisode. Allerdings ist das kein rein chinesisches Phänomen, sondern kommt in fast allen Animes und sogar in westlichen Zeichentrickserien vor.

Es ist auch üblich, dass in Kampfszenen der Protagonist - oder der Gegner - seinen mächtigen Schlag vorher ankündigt. Die berühmten Schreie, die die Kraft des Schlages noch weiter steigern sollen, machen die Szenen spannender, sind für erfahrene Zuschauer aber oft vorhersehbar.
Zusammen mit den schreienden Schlägen gibt es immer wieder Figuren, die ohne Pause essen. Es wirkt fast so, als würde ihr Magen in eine andere Dimension führen.
Wenn wir speziell über Protagonisten sprechen, fällt Ihnen wahrscheinlich auf, dass sie - in den meisten Fällen - Waisen sind oder dass ihre Mutter gegangen ist, als sie noch Kinder waren.
Eine weitere typische Beschreibung lautet: Die Mutter ist tot und der Vater ist eine geheimnisvolle Figur, die irgendwo auf der Welt auftaucht, manchmal als Gegner auf dem Weg des Helden und manchmal als sehr mächtiger Verbündeter gegen den großen Feind der Zeit.
Und noch etwas über den Hauptcharakter: Er kommt am Ende immer irgendwie aus der Situation heraus. Er fällt, er bekommt viel Prügel ab, aber er steht wieder auf. Gleichzeitig wirkt er in den meisten Geschichten sehr gut aussehend, während der Bösewicht eher wie ein Monster oder einfach hässlich dargestellt wird.
Zum Abschluss noch ein Klischee, das nur chinesische Fiktionen betrifft: Der gute Mann gehört immer zur Kommunistischen Partei.
Tatsächlich ist das ein wiederkehrendes Muster in chinesischen Geschichten, aber es gehört zu etwas Größerem, nämlich zu einem politischen Thema. Der Einfluss der kommunistischen Politik Chinas ist in literarischen Werken immer wieder sichtbar. Die Verherrlichung der Kommunistischen Partei ist Teil der Politik selbst: die Verherrlichung des Vaterlandes und seines Führers.
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