Schreckliche Tiere aus Japan!

Von lebenden Fossilien der Tiefsee bis zur Riesenhornisse – 5 Kreaturen, die euch Japan nochmal neu zeigen.

Japan ist vielleicht als Land der süßen Dinge bekannt – Kawaii, Konbini, Kirschblüten, Hello Kitty –, aber unter der Oberfläche verbirgt sich eine schreckliche Wahrheit. Japan ist Heimat einiger der beängstigendsten Tiere des Planeten, und viele davon leben mitten in der Natur, in Flüssen, an Stränden oder in Wäldern, die wir auf Reisen kaum meiden können. Genau deshalb erzähle ich euch heute die 5 schrecklichsten Tiere Japans, mit denen ich beim Recherchieren selbst mehrfach gestutzt habe.

Eine kleine Warnung vorweg: Wenn ihr gerade plant, in Japan zu wandern, zu schnorcheln oder einen Ausflug in die Berge Kyushus zu machen, solltet ihr vielleicht nicht mit vollem Appetit weiterlesen. Einige der folgenden Kreaturen treffen wir im Alltag nie – andere stehen plötzlich in den Schlagzeilen, weil sie Wanderer, Taucher oder neugierige Touristen überrascht haben. Macht euch auf ein paar Gänsehaut-Momente gefasst.

Japanischer Riesensalamander im Aquarium, massiver schleimbedeckter Körper mit breitem Maul
Der japanische Riesensalamander – friedlich im Wasser, aber definitiv nichts für schwache Nerven.
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Goblin Sharks (Teufelshai)

Sagt Hallo zu unserem Teufelshai, bekannt auf Japanisch als mitsukurizame oder tenguzame. Das Wort tengu bezieht sich auf eine mythologische Kreatur mit einer langen Nase, und wer den Kopf dieses Hais zum ersten Mal sieht, versteht sofort, warum. Diese Haie können auch außerhalb Japans gefunden werden, aber die größte Fangquote haben wir direkt vor der Küste Japans – auch wenn die meisten dieser Begegnungen eher zufällig passieren, wenn Fischer ihre Netze in 1.000 Meter Tiefe einholen.

Sie leben in den Tiefen des Ozeans in einer Tiefe von rund 1.200 Metern und können eine Größe von etwa 6,2 Metern erreichen und bis zu 210 kg wiegen. Klar, er ist nicht größer als der weiße Hai (11 Meter), aber der Einschüchterungsfaktor ist hier ein ganz anderer. Schaut euch nur die unregelmäßigen Zähne an, die uns an Stacheldraht erinnern, und die Nase, die uns an eine Säge denken lässt, sowie die Augen wie die eines Wahnsinnigen. Diese Kerle sind wortwörtlich „lebende Fossilien" – die letzten Mitglieder einer alten Linie, die auf 125 Millionen Jahre zurückgeht und bis heute dieselben „primitiven" Merkmale behalten hat. Wenn ihr also das nächste Mal beim Sushi essen das Wort same hört, denkt kurz daran, was in der Tiefe lauert.

Spider Crabs (Riesenkrebse)

Bekannt als takaashigani auf Japanisch, wörtlich „Spinnenkrebs", sind diese Wesen die größten Arthropoden der Erde. Mit Beinen von rund einem Meter Länge beträgt die Gesamtspannweite der Beine mehr als 3,8 Meter – genug, um damit einen kleinen Schreibtisch abzudecken. Der Grund, warum diese Kerle nur auf Platz fünf der gruseligen Liste sind, ist, dass sie, so unglaublich es auch klingen mag, zahm sind, trotz ihrer absolut monströsen Erscheinung.

Sie bevorzugen es, sich am Meeresboden zu gruppieren, sich mit Schwämmen und anderen Meerestieren zu bedecken und im Grunde alles zu verzehren, was man finden kann. Trotzdem würde ich persönlich nicht gerne von Angesicht zu Angesicht mit einem solchen Wesen stehen. Diese Tiere findet man vor allem an der Südküste von Honshu, der Hauptinsel Japans, daher empfehle ich euch, dort fern vom Ozean zu bleiben. Wer trotzdem die Chance haben will, unseren „kleinen Freund" persönlich kennenzulernen, kann das im Osaka Aquarium Kaiyukan tun – die Haltung dort wirkt fast wie eine Kunstinstallation, wenn die Tiere in großen Gruppen übereinander gestapelt dasitzen.

Riesenkrebse in Aktion – wer sich traut, kann hier einen Blick riskieren.

Coconut Crabs (Kokoskrabben)

Die Kokoskrabben, bekannt auf Japanisch als yashigani, mögen einen albernen Namen haben – aber nicht, wenn man die Bedeutung dahinter kennt. Sie haben diesen Namen, weil ihre Scheren stark genug sind, um eine Kokosnuss zu öffnen. Und damit meine ich nicht „anknabbern", sondern tatsächlich knacken. Diese Dinger sind nicht nur die größten lebenden Arthropoden, sondern auch die größten landlebenden Wirbellosen der Welt. Mit einer Beinspannweite von bis zu 0,9 Metern und einem Gewicht von bis zu 4 kg ist es nicht verwunderlich, dass sie kaum natürliche Fressfeinde haben – außer Menschen und anderen Kokoskrabben.

In Japan tauchen sie vor allem auf den südlichen Inseln wie Ogasawara auf, aber auch auf Okinawa werden sie immer wieder gesichtet. Wer nachts am Strand campiert, sollte also besser seine Schuhe im Zelt lassen und die Taschenlampe nicht direkt auf den Boden richten. Ihr wollt nicht wissen, was passiert, wenn eine ausgewachsene Kokoskrabbe beschließt, dass eure Socke auf dem Speiseplan steht – also wirklich nicht.

Riesensalamander

Salamander sind normalerweise nicht so schlimm. Die meisten sind klein, etwas rutschig, klettern an Wänden und fressen Schädlinge – eigentlich nützliche Mitbewohner. Das Problem entsteht jedoch, wenn der Salamander in Frage 1,9 Meter lang ist und über 25 kg auf die Waage bringt. Die Riesensalamander Japans und Chinas sind die größten Amphibien der Welt, und sie sehen aus, als hätte sich ein Fluss voller Mythologie an einem Stück festgesetzt.

Sie verbringen normalerweise ihre Zeit in kalten, sauberen Gebirgsflüssen Nord-Kyushus und West-Honshus – also genau dort, wo man als Reisender gerne einmal plantschen oder die Beine abkühlen möchte. Sie tarnen sich mit Steinen und Schlamm, um im Grunde alles zu fangen und zu fressen, was vorbeikommt: Insekten, Fische, Ratten, Krabben. Sie bedecken ihre Haut außerdem mit einer dicken Schleimschicht, die als Schutz gegen Kratzer und Parasiten wirkt. Ihre erste Verteidigung besteht darin, eine klebrige, milchige Sekretion abzusondern. Damit wird dieses Tier nicht nur zu einer der beängstigendsten, sondern auch zu einer der ekligsten Erscheinungen, die man in einem japanischen Fluss treffen kann. Und ja, der Schleim riecht tatsächlich nach dem, was man sich darunter vorstellt – also: kein Planschvergnügen in unbekannten Gewässern.

Wer den Riesensalamander live sehen will, braucht starke Nerven und eine gute Kamera.

Japanische Riesenhornisse (Vespa mandarinia japonica)

Wir bleiben in Kyushu, denn dort wartet eine Kreatur, die in der Liste der furchtbarsten Tiere Japans eigentlich ganz oben stehen müsste: die Japanische Riesenhornisse, auf Japanisch suzumebachi – wörtlich „Spatzenhornisse". Der Name kommt nicht von ungefähr: Ausgewachsene Königinnen erreichen eine Körperlänge von fast 5 cm, eine Flügelspannweite von über 6 cm und sind damit die größten Hornissen der Welt.

Ihr Gift enthält ein Nervengift, das in Kombination mit der schieren Größe des Stachels besonders schmerzhaft ist. Pro Saison sterben in Japan zwischen 30 und 50 Menschen an Stichen – die meisten davon, weil sie versehentlich auf ein Nest im Boden treten oder in der Nähe eines Baums zu nahe herangehen. Suzumebachi bauen ihre Nester gerne in Erdlöchern, alten Baumhöhlen oder unter Dachvorsprüngen ländlicher Häuser, was den Wanderurlaub in bergigen Regionen kurzzeitig zur Mutprobe machen kann. Imker in ländlichen Gegenden müssen ihre Bienenstöcke mit speziellen Hornissen-Fallen schützen, weil ein einzelnes Hornissen-Team in wenigen Stunden ein ganzes Bienenvolk auslöschen kann. Wenn ihr also im Herbst in den Bergen wandert: lieber lange Hosen, geschlossene Schuhe – und auf keinen Fall barfuß über Wiesen laufen, auch wenn die Aussicht noch so schön ist.

Fazit: Wie viel Respekt sollten wir haben?

Japan ist und bleibt ein unglaublich sicheres Reiseland. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei einer Reise tatsächlich einem Teufelshai, einer Riesenkrabbe oder einer suzumebachi begegnen, ist gering – die meisten dieser Tiere leben weit weg von Touristenrouten, in Tiefsee, in Bergbächen oder auf abgelegenen Inseln. Trotzdem zeigt uns die Liste, dass die japanische Natur nicht nur aus Kirschblüten und niedlichen Waschbären besteht.

Mein persönlicher Tipp: Wer sich für die wilden Seiten Japans interessiert, sollte einmal in einem der Aquarien wie dem Osaka Aquarium Kaiyukan, im Okinawa Churaumi Aquarium oder im Himeji Aquarium vorbeischauen. Dort bekommt man die Tiere aus nächster Nähe zu sehen, ohne selbst in einen japanischen Bergbach steigen zu müssen – und genau das ist in den meisten Fällen auch die bessere Idee. Welches dieser Tiere hat euch am meisten überrascht? Oder kennt ihr noch eine japanische Kreatur, die unbedingt auf diese Liste gehört?

Quellen
Kevin Henrique

Über den Autor: Kevin Henrique

Spezialist mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in asiatischer Kultur, mit Fokus auf Japan, Korea, Anime und Spiele. Autodidakt, Autor und Reisender, der Japanisch, Reisetipps und tiefgehende Kuriositäten vermittelt.

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