Weiße oder silberne Haare sind in Anime ein auffälliges Design mit Funktion. Sie markieren Figuren, die aus der Masse fallen: Halbghule, Vampire, Soldaten aus einer fernen Zukunft oder Kinder mit einem Fluch. Oft signalisieren sie eine Ausnahme, manchmal auch eine Last.
Wer sich für die Bedeutung von Haarfarben und Frisuren in Anime interessiert, findet in unserem Artikel über Haare in Animes mehr Hintergrund. Für die Liste zählt vor allem, ob die weißen Haare zur Figur passen und ob die Serie darüber hinaus etwas zu bieten hat.
Die folgenden zehn Serien stellen solche Figuren in den Mittelpunkt. Zu jeder gibt es das Erscheinungsjahr, das Studio und eine kurze Einschätzung, für wen sich die Serie lohnt. Die Auswahl ist subjektiv und deckt verschiedene Genres ab, von Action über Horror bis zu ruhiger Fantasy.
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Kiznaiver (2016, Studio Trigger)
Katsuhira Agata ist ein ruhiger Schüler, der kaum Gefühle zeigt. In der Schule wird er deshalb zum Ziel von Mobbing. Als er und sechs Mitschüler in ein Experiment geraten, verbindet das Kizuna-System ihre Körper: Schmerz, den einer spürt, verteilt sich auf alle.
Das Experiment soll den Weltfrieden fördern. Dafür müssen die Jugendlichen einander ihre wahren Gefühle offenbaren. Verweigern sie sich, steht mehr auf dem Spiel als das Experiment.

Einschätzung
Kiznaiver eröffnet die Liste mit einer der ungewöhnlichsten Prämissen. Studio Trigger erzählt die Geschichte in zwölf Folgen und überrascht immer wieder, auch wenn einige Genre-Muster bleiben. Katsuhira ist ein stiller Held, trägt aber die Handlung. Die Mischung aus Mystery, Romantik und Science-Fiction ist stimmig.
Tokyo Ghoul (2014, Studio Pierrot)
In Tokio leben Ghule verdeckt unter Menschen. Die Kreaturen ernähren sich von Menschenfleisch, und die Angst vor ihnen bestimmt den Alltag. Der Student Ken Kaneki gerät zwischen die Fronten, als er von Rize Kamishiro angegriffen wird und durch eine Transplantation ihre Organe erhält.
Nach der Operation ist Kaneki ein Halbghul. Er kann nur noch Menschenfleisch essen und muss sein neues Leben vor seinen Freunden verbergen. Das Café Anteiku wird zum Treffpunkt einer Ghulgruppe, die ihm hilft, mit seiner Natur zu leben.

Einschätzung
Ein kleiner Haken vorweg: Kaneki hat nicht von Anfang an weißes Haar. Die Verwandlung kommt erst gegen Ende der ersten Staffel, und sie ist einer der stärksten Momente der Serie. Danach wird er deutlich härter und stärker. Bis dahin braucht man etwas Geduld, wird aber mit einer der bekanntesten Szenen des Animes belohnt.
DanMachi (2015, J.C.Staff)
Die Stadt Orario lebt von einem riesigen Dungeon und den Abenteurern, die darin nach Schätzen suchen. Der junge Bell Cranel will der stärkste Abenteurer der Welt werden. Nach einer Begegnung mit der Göttin Hestia kommt er diesem Ziel näher.
Mit Hestias Unterstützung steigt Bell in die Dungeons unter der Stadt. Dort warten Monster, rivalisierende Gruppen und Gefahren, die ihn an seine Grenzen bringen.

Einschätzung
Bell ist einer der unschuldigsten Protagonisten im Genre, vergleichbar mit dem Helden von To Love-Ru. Was ihm an Erfahrung fehlt, macht er mit seiner Lernfähigkeit und seinem schnellen Wachstum wett. Die erste Staffel ist ein guter Einstieg, und die späteren erweitern die Welt um neue Figuren.
Saijaku Muhai no Bahamut (2016, Lerche)
Lux Arcadia war ein Prinz des Arcadia-Reiches, bis eine Rebellion die Herrschaft seiner Familie beendete. Jahre später gerät er versehentlich in das Bad eines Frauenwohnheims und steht der neuen Prinzessin des Königreichs gegenüber. Die Prinzessin fordert ihn zu einem Duell mit einem Drag-Ride heraus.
Drag-Rides sind gepanzerte mechanische Waffen, die in Ruinen ausgegraben werden. Lux war früher als stärkster Drag-Knight bekannt, gilt heute aber als der schwächste Kämpfer, der noch nie verloren hat.

Einschätzung
Die Ausgangssituation ist ein bekanntes Ecchi-Muster: Der Held landet im Damenbad und muss sich behaupten. Saijaku Muhai no Bahamut variiert es immerhin damit, dass Lux durch das Dach fällt. Wichtiger ist, dass er wie ein Kind aussieht und trotzdem Kräfte besitzt, die Erwachsene fürchten. Für leichte Unterhaltung mit Mech-Kämpfen reicht die Serie allemal.
Seikon no Qwaser (2010, Hoods Entertainment)
Die Schwestern Mafuyu Oribe und Tomo Yamanobe finden eines Tages einen verletzten jungen Mann und nehmen ihn mit nach Hause. In derselben Nacht gerät Mafuyu in die Hände eines Serienmörders, der es auf eine Ikone abgesehen hat, die Tomos Vater hinterlassen hat.
Der Fremde heißt Sasha und greift ein. Er ist ein Qwaser, ein Mensch, der ein chemisches Element kontrollieren kann. Seine Kraft bezieht er aus Soma, einer Essenz, die in den Brüsten von Frauen gebildet wird. Er rettet Mafuyu und bleibt bei den beiden.

Einschätzung
Seikon no Qwaser ist ein Ecchi der deutlich derberen Sorte. Die Prämisse um Soma ist so absurd, dass sie schon wieder unterhaltsam sein kann. Kaum eine Serie des Genres setzt so stark auf Fanservice. Wer empfindlich auf sexualisierte Darstellungen reagiert, sollte einen Bogen machen. Mir hat vor allem die Geschichte gefallen, auch wenn die prickelnden Szenen ihren Anteil haben.
Strike the Blood (2013, Silver Link, Connect)
Kojou Akatsuki lebt auf der Itogami-Insel, wo Dämonen und Menschen zusammenleben. Nach einer Begegnung mit einer Vampirin erwacht in ihm eine Kraft, die ihn zum vierten Erstgeborenen macht, einem Vampir, den die meisten für eine Legende halten.
Die Lion Organization schickt die junge Schwertschamanin Sayaka Kirasaka, um ihn zu beobachten und im Ernstfall zu töten. Kojou akzeptiert seine Kräfte, und aus den beiden wird eine ungewöhnliche Allianz. Gemeinsam verteidigen sie die Stadt gegen chaotische Mächte.

Einschätzung
Ohne seinen großen Harem stünde Kojou vielleicht nicht auf dieser Liste. Die Serie bedient viele Klischees, hat aber genug eigene Ideen, um unterhaltsam zu bleiben. Solide Kämpfe und Romanzen am Rande runden die Staffeln ab. Für Vampirgeschichten mit viel Fanservice ist die Serie einen Blick wert.
Dansai Bunri no Crime Edge (2013, Studio Gokumi)
Kiri Haimura hat eine ungewöhnliche Leidenschaft: Er schneidet anderen Menschen gern die Haare. Diese Neigung führt ihn zu einem verlassenen Haus auf einem Hügel, in dem ein Mädchen mit langen Haaren leben soll. Dort trifft er Iwai Mushanokōji, deren Haar wegen eines Familienfluchs nicht geschnitten werden kann.
Iwai erklärt ihm, dass ein tödliches Spiel um sie läuft. Wer sie mit einem verfluchten Gegenstand, einem sogenannten Killing Good, tötet, bekommt einen Wunsch erfüllt. Kiri beschließt, sie zu beschützen.

Einschätzung
Ich habe bis heute keinen anderen Anime gesehen, in dem der Held so besessen davon ist, Haare zu schneiden. Kiri entdeckt mit der Zeit weitere Fähigkeiten, die ihn stärker machen, und die Serie bleibt bei ihrem bizarren Ton. Kurze, eigenwillige Serien mit ungewöhnlicher Prämisse sind selten. Die Umsetzung ist nicht immer sauber, aber die eigenwillige Atmosphäre bleibt im Gedächtnis.
Suisei no Gargantia (2013, Production I.G)
In einer fernen Zukunft hat die Menschheit die Erde verlassen und sich in der Galaktischen Allianz organisiert. Ein Krieg gegen die Hideauze bestimmt das Leben. Der 16-jährige Leutnant Ledo kämpft mit seinem Roboter Chamber an vorderster Front.
Während einer Schlacht verliert Ledo die Kontrolle und landet auf einer überfluteten Erde. Dort trifft er auf Gargantia, einen Verband von Reinigungsschiffen. Die Bewohner bergen Chamber aus dem Ozean und halten ihn für einen wertvollen Fund. Ledo hält die Bergung für einen Angriff, flieht an Bord von Chamber und nimmt die Botin Amy als Geisel. Erst danach merkt er, dass die Menschen von Gargantia nicht feindlich sind.

Einschätzung
Ob Ledo der Stärkste auf der Erde oder im Universum ist, lässt die Serie offen. Wichtiger sind die Optik und die ruhigen Momente zwischen den Kämpfen. Die Geschichte bietet eine Romanze für alle, die gern mitfiebern. Science-Fiction mit einer Prise Slice of Life bekommt hier eine schöne Umsetzung.
Mushishi (2005, Artland)
Mushi sind die einfachsten Lebensformen der Welt. Sie existieren ohne Ziel und ohne Moral, können aber Pflanzen, Krankheiten oder ganze Naturphänomene nachahmen. Die meisten Menschen wissen nichts von ihnen.
Ginko ist ein Mushishi, ein Spezialist, der Mushi erforscht und Menschen hilft, die mit ihnen in Berührung kommen. Er reist durch Japan und versucht zu verstehen, welchen Platz diese Wesen im Gefüge des Lebens haben.

Einschätzung
Mushishi ist langsam, ruhig und fast ohne Action. Schnelle Action sucht man hier vergeblich. Ruhige, nachdenkliche Episoden machen die Serie zu einer der besten ihrer Art. Die Episoden funktionieren einzeln, die Atmosphäre zieht sich durch die ganze Staffel.
Jormungand (2012, White Fox)
Jonah ist im Krieg aufgewachsen und hasst Waffen. Als die Waffenhändlerin Koko Hekmatyar ihn als Leibwächter anheuert, muss er trotzdem zu einer greifen. Gemeinsam mit Kokos Team aus ehemaligen Spezialkräften unterstützt er sie und ihr Ziel, den Weltfrieden zu erreichen.
Der Job bringt die Gruppe in Konflikte auf der ganzen Welt. Jonah lernt, dass Kokos Idealismus und das Waffengeschäft schwer zusammengehen.

Einschätzung
Jonahs Leben steckt voller Widersprüche: Er mag keine Waffen, kann ohne sie aber nicht überleben. Die Serie erzählt ihre Geschichte in kurzen, harten Episoden. Manche Handlungsstränge wirken gehetzt und grob erzählt, andere funktionieren besser. Action mit politischem Hintergrund bekommt hier eine harte, kurze Umsetzung.
Weitere Animes mit weißhaarigen Hauptfiguren
Die Liste ließe sich deutlich verlängern. Ich beschränke mich auf zehn weitere Titel, die mir in diesem Zusammenhang einfallen. Fehlende Serien kannst du gern in den Kommentaren ergänzen.
- Devil May Cry
- Trinity Blood
- Inuyasha
- Gintama
- BlazBlue: Alter Memory
- Chaos Dragon
- World Trigger
- Vampire Knight
- Zettai Karen Children: The Unlimited
- D.Gray-man
Welche Serie fehlt dir?
Das sind die zehn Serien, die ich ausführlich vorgestellt habe. Wenn dir eine Figur oder Serie fehlt, schreib sie in die Kommentare. Ich lese die Vorschläge und ergänze die Liste gern. Danke fürs Lesen.






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